Schuhmarkt

Schweizer Schuhhandel war guter Dinge

Nicht euphorisch, aber weit positiver als sonst, war die Stimmung auf der Info Messe im FOM in Spreitenbach/Zürich. Händler suchten Schuhe mit eher leiserem Pfiff. 22/06 Huguette Mazzega

Nicht euphorisch, aber weit positiver als sonst, war die Stimmung auf der Info Messe im FOM in Spreitenbach/Zürich. Händler suchten Schuhe mit eher leiserem Pfiff.

Von einigen Anbietern wurde gar von einer guten bis hervorragenden Einstellung des einkaufenden Handels gesprochen. Über die Besucherfrequenz gab es nur vage Schätzungen, da beim Eingang keine Kontrollen mehr durchgeführt werden. Gemäss Aussteller- Schätzungen schien die Besucherzahl ungefähr im Vorjahresbereich zu liegen. Bis Ende Juli hatte der Schweizer Schuheinzelhandel trotz allgemeinem wirtschaftlichen Aufschwung wenig Anlass, ein freudiges Halleluja anzustimmen: Zu kalter Winterabschluss, unbefriedigendes Frühjahrswetter, Sommerbeginn zu abrupt und verspätet, Sommer zu heiß, Preise zu früh herabgesetzt.

Doch dann kam der August, gemäß Meteorologen der kälteste seit 50 Jahren, und der brachte Schwung in die Geschichte. Die Verbraucher kamen, waren ganz offensichtlich von den neuen Herbst- und Wintertrends angetan und öffneten ihren Geldbeutel recht großzügig. Das führte unter anderem bereits zu guten Verkäufen von – meist sportiven – Stiefeln. Noch im August wurden solche Modelle, und im speziellen Reiterstiefeltypen, fleißig nachgeordert. Die für nächsten Frühling und Sommer angesagte Beruhigung im Modebild der Oberbekleidung beeinflusste logischerweise auch die Optik der Schuhkollektionen, die im FOM in Spreitenbach dem Schweizer Fachhandel vorgelegt wurden.

Das Dekorative etwas zurückgenommen, eher mit leiserem Pfiff und mehr raffiniertem Chic als laut und überschwänglich, deswegen aber keineswegs fad. Für kecke Highlights war ganz besonders in der Hochsommermode gesorgt, und auch im Young-Fashion- wie im Sportangebot waren sie zu finden. Runde und gerundete Formen haben sich im Schweizermarkt mittlerweile gut etabliert und sind im Angebot weiterhin breit vertreten, ganz besonders im Ballerinen-Segment.

Die neuen verkürzten spitzen Formen gefielen ebenfalls, sowohl für Ballerinen wie für Pumps und Sandaletten. Als originell und überzeugend galten die da und dort präsentierten Karreeformen mit lederüberzogener Spitze, den Ballettschuhen für den klassischen Spitzentanz abgeguckt. Plateausohlen – oft mit raffiniert geformten Keilabsätzen – werden nächstes Jahr als Pumps oder Sandaletten sicherlich im Straßenbild Helvetiens eine Rolle spielen. In der Palette der angebotenen Materialien gesellten sich zu den weichen glatten Ledern in natürlicher Zurichtung Metallisé- und Perlato-Qualitäten, Lack – meist leicht gecrasht –, Python und Kroko. Verschiedene Aussteller stellten im Laufe der Info-Messe fest, dass ihre Kollektionen mit Schlange, Kroko und Lack zu wenig bestückt waren.

Canvas, oft leicht ausgefranst, in Kombination mit Leder und eingesetzt für Kleinkinderschuhe über Damensandaletten bis zu Herrensandalen mit und ohne Zehengreifer erfreute sich ebenso der Gunst der Einkäufer. Besonders originell und wirkungsvoll präsentierten sich bei SMC Lüthi AG einige geschnürte helle Sommerstiefeletten ganz aus Canvas, von oben bis unten mit farbigen Perlen bestickt und brokatähnlich gefüttert. Flechtleder bleibt weiterhin im Rennen, so auch im Angebot von ASD Duffusion, wo perfekt ganz handgearbeitete Sandaletten und Mules aus Brasilien (Romanelli) speziell überzeugten.

Zu den Favoriten aus der Farbpalette für die nächste warme Saison erkoren die Schuhfachhändler und Boutiquebesitzer Weiß und helle Sandtöne, naturbraune Varianten, bei den Metallisés Silber, Puter (Canna da fucile), weniger Gold, dann Schwarz (war auf der lnfo-Messe noch eher verhalten im Angebot), Blau und Rot im Marinethema und zarte Pastells. Im Herrenbereich dominierten verschiedene Braun-Mitteltöne, etwas Blau in Kombination mit Beige und Schwarz. 22/06 Huguette Mazzega

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