Schuhmarkt

EuroShop: Licht verzaubert die Ware

Wer nicht da war, hat etwas versäumt: Auf der EuroShop wurden die neuesten Trends rund um den Point of Sale gezeigt. Gut 100.000 Besucher informierten sich über Lichtplanung und -systeme sowie über Verweilzonen, Visualisieruntssoftware und Diebstahlschutz. 08/08 Ulrike Lach

 

Wer nicht da war, hat etwas versäumt: Auf der EuroShop wurden die neuesten Trends rund um den Point of Sale gezeigt. Gut 100.000 Besucher informierten sich über Lichtplanung und -systeme sowie über Verweilzonen, Visualisieruntssoftware und Diebstahlschutz.

Bei der EuroShop, die vom 23. bis 27. Februar in Düsseldorf stattfand, brummte es ordentlich in den insgesamt 14 Hallen. Die meisten Messestände waren die ganzen Tage über gut besucht. Und zwar zu 58 Prozent von ausländischen Interessenten. Allen voran Fachbesucher aus osteuropäischen Ländern, Indien, China und arabischen Staaten. Aber auch die Ausstellerseite war mit einem Ausländeranteil von 54 Prozent sehr international besetzt.

„Die diesjährigen Messetage haben bestätigt: Die EuroShop ist und bleibt der wichtigste Treffpunkt für die Welt des Handels“, freute sich auch Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Düsseldorfer Messe. Insgesamt herrschte unter den Besuchern eine optimistische Stimmung. Jeder Zweite, so das Ergebnis der Besucherbefragung, war mit konkreten Investitionsabsichten nach Düsseldorf gekommen.

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08/08 Ulrike Lach

Seit der ersten EuroShop 1966 ist das Thema Ladenbau und -einrichtung das Kernstück der Fachmesse. Es war mit sieben Hallen in diesem Jahr auch das größte Segment der EuroShop. Zum zweiten Mal als Aussteller dabei waren internationale Architekten und Design-Agenturen, die im „Designer Village“ in Halle 12 eine attraktive Plattform zur Darstellung ihrer Dienstleistungen bekommen hatten. Im Gegensatz zur Premiere vor drei Jahren hatte sich die Fläche des Village mehr als verdoppelt – und war trotzdem komplett ausgebucht. Insgesamt präsentierten sich dort 22 Unternehmen, darunter so renommierte Namen wie Blocher, Blocher Partners, Schwitzke & Partner, MAI Messerschmid, Campbell Rigg Design, Philips zeigte auf seinem Messestand die Präsentation von Einzelteilen mit Hilfe des Spots „LED Dynamic“ Das Steuerungssystem „Ambiscene“ von Philips bringt Schuhe über farbiges Licht besonders schön zur Geltung Wohnliche Verweilzonen und die Trendfarbe Weiß sind Themen, die das Ladenbauunternehmen Vizona inzeniert B Schuhmarkt 8-2008 29 Brugger & Nielsen. Alle freuten sich über das rege Interesse der Besucher und lobten das internationale Publikum. Karl Schwitzke: „Wir haben viele neue Kontakte Richtung Osteuropa und Naher Osten geknüpft.“ Lösungen für Schuhhändler Eine gesteigerte internationale Nachfrage erleben die Architekten und Ladenbauer ebenfalls von nationalen Handelsunternehmen und Modeunternehmen, die ins Ausland expandieren und dort Filialen bzw. Monomarken-Stores eröffnen. Aber auch im Inland tut sich einiges. Die Investitionsbereitschaft im mittelständischen Fachhandel ist gestiegen. Ernst Maier von Schmitt Ladenbau konstatierte z.B. „erfreuliche Anfragen von Schuhhändlern“. Außerdem waren einige Lieferanten aus der Schuhbranche unterwegs, die sich nach geeigneten Warenträgern und Shoplösungen für eine markengerechte Präsentation im Fachhandel umsahen. Allgemein gilt: Der Ladengestaltung kommt im Gesamtkonzept der Handelsunternehmen unter dem Stichwort „Store Branding“ nach wie vor eine große Bedeutung zu. Wohlfühleffekt, Emotionalisierung und Easy Shopping waren ebenfalls häufig genannte Stichworte. Ruhezonen mit Wohnzimmer- Atmosphäre sollen die Verweildauer der Kunden erhöhen. Wertige Materialien, gemütliche Sitzelemente, gemusterte Tapeten, witzige Deko-Elemente, heimelige Bodenbeläge tragen dazu bei, dass sich die Kunden „ganz wie zu Hause fühlen“. Gleichzeitig sollte die Ladeneinrichtung natürlich möglichst zurückhaltend, zu allem passend und schnell veränderbar sein, damit die Ware immer wieder anders präsentiert werden kann. Und das Ganze zu moderaten Preisen, denn trotz aller Investitionsbereitschaft ist das Preisbewusstsein nach wie vor ausgeprägt. Geschätzt werden dabei immer stärker Dienstleister im Bereich Ladeneinrichtung, die den gesamten Prozess von der ersten Idee bis zur Schlüsselübergabe verantwortlich begleiten. Und auch darüber hinaus: PPM Planung und Projektmanagement aus Dormagen bietet z.B. seinen Kunden auch einen After-Sale-Service an. Dazu gehört die Pflege und Wartung der Flächen bis hin zu Visual-Merchandising-Schulungen der Mitarbeiter. Bei den Farben im Store Design lässt sich zurzeit eine Polarisierung hin zu Schwarz und/oder Weiß erkennen, teilweise dann LEDs von Visplay sind auch für die Beleuchtung von Warenträgern interessant Checkpoint präsentierte auf der Messe die neue Antennenserie „Evolve“ im aktuellen Design Die Visualierungssoftware „Vivaldi“ von Zumtobel veranschaulicht die verschiedenen Beleuchtungseffekte und erleichtert die Lichtplanung B U S I N E S S akzentuiert mit sehr kräftigen farblichen Kontrasten. Unter dem Motto „Back to Black“ präsentierte z.B. auch Bodenspezialist Amtico eine neue Serie mit Holzreproduktionen in Schwarz, Schokobraun, Oliv und Aubergine. Metallische Glanzeffekte sorgen dafür, dass nicht zu viel Licht verschluckt wird. Apropos Licht: Erstmals war den Beleuchtungsspezialisten auf der EuroShop eine eigene Halle vorbehalten. LEDs, Lichtsteuersysteme und Energieeffizienz waren hier die vorherrschenden Themen, angetrieben von der Klimadebatte und den steigenden Strompreisen. Und nicht zu ver- Angst vorm Taschenklau? Hochwertige Handtaschen sind bei Alpha mit den Hardtags S3 durch dreifachen Alarm geschützt 30 Schuhmarkt 8-2008 B U S I N E S S gessen: Emotionalisierung durch stimmige Lichteffekte. Ein individuelles Beleuchtungskonzept, abgestimmt auf die Ware und die Zielgruppe, kann mehr als andere Gestaltungsparameter dazu beitragen, ein erlebnisorientiertes Ambiente zu schaffen. „Heller, heller, heller“ ist dabei kein Erfolgsrezept mehr. Durch ein gelungenes Wechselspiel zwischen hellem und dunklem, warmem und kaltem, statischem und dynamischem, buntem und einfarbigem Licht kann die gewünschte Stimmung erzeugt werden. Intelligente Lichtsteuerrung Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch. Mit einfachem Ein- und Ausschalten ist es nicht mehr getan. Deshalb bieten Lichtspezialisten wie z.B. Philips oder Zumtobel intelligente Lichtsteuersysteme an. Mit dem AmbiScene-Lichtkonzept von Philips wird dem Händler ein Tool an die Hand gegeben, mit dem das Beleuchtungskonzept auf Knopfdruck verändert und damit an die Bedürfnisse der Kunden, an das Tageslicht, an die Warenpräsentation oder an die Jahreszeiten angepasst werden kann. Die Visualisierungssoftware „Vivaldi“ von Zumtobel stellt die verschiedenen alternativen Lichtlösungen in einem Verkaufsraum im Planungsprozess anschaulich dar und ermöglicht die Komposition eines individuellen schen, deren Schwerpunkt bisher im textilen Bereich liegt. „Unsere Lösungen sind problemlos auch im Schuheinzelhandel nutzbar. Insbesondere unser Lagermanagement- Tool Stockbrowser ist da interessant“, so Futura-Geschäftsführer Vanjo Wandscher. „Mehr Zeit für die Kunden“ – so lautet die oberste Losung für jegliche Handelstechnik, egal ob es Warenwirtschaftssysteme, Kassenlösungen oder Sicherheitssysteme sind. Das bedeutet nicht nur, dass die technischen Systeme immer mehr Funktionalitäten übernehmen müssen, sie sollen dabei auch noch möglichst einfach und intuitiv zu bedienen sein. Auch die Spezialisten von Höltl Retail Solutions aus Bad Hersfeld haben sich dieses Motto auf ihre Fahne geschrieben. Mit der neuen papierlosen Kasse POSFlow soll das für die Verkaufsmitarbeiter lästige Handling der Zahl u n g s b e l e g e vereinfacht werden: Jeder Vorgang wird automatisch als PDF-Datei archiviert. Neuentwicklungen konnten auch die Sicherheitsexperten von Checkpoint Systems, Heppenheim, präsentieren: Die erste duale EASRFID- Antennenserie „Evolve“. Ihre verbesserte technische Leistungsfähigkeit erlaubt auch bei der Nutzung von kleinen Etiketten Durchgangsbreiten von bis zu 2,20 m. Evolve basiert auf einer flexiblen Softwareplattform, so dass die über die Antennen erfassten Daten auch für ein Kundeninformationssystem nutzbar sind. Ein intelligentes Alarm-Analyseinstrument kann darüber hinaus unterscheiden, ob Kunden mit noch gesicherten Waren das Geschäft betreten oder verlassen. Für besonders diebstahlgefährdete Produkte wie z.B. hochwertige Handtaschen bietet das zu Checkpoint gehörende Spezialunternehmen Alpha besondere Hardtags an: Das Sicherungselement Alpha S 3 schützt dreifach: Es schlägt selbst Alarm, wenn es manipuliert wird, wenn es die Sicherheitsantennen passiert und löst zusätzlich das Alarmsignal an den Antennen aus. Ulrike Lach Im Designer Village in Halle 12 präsentierten sich 22 Architekten und Designer. Lichtkonzeptes. Dabei wird auch die Energieeffizienz als zusätzliches Entscheidungskriterium gemessen. Die Weiterentwicklung der LEDs macht sie für die Shopbeleuchtung immer interessanter. Wegen ihrer geringen Farbbrillanz und Lichtausbeute bleibt ihr Einsatzgebiet vorerst aber auf die Akzentbeleuchtung beschränkt. Auch zur Integration in die Warenträger sind sie aufgrund ihrer geringen Wärmeentwicklung und UV-Freiheit bestens geeignet. Mit einem Rekord konnte auch die EuroCis mit dem Segment der Handels- und Sicherheitstechnik aufwarten: In diesem Jahr nahmen 300 Aussteller teil. Hier waren es ebenfalls sowohl die ausländischen Besucher als auch die internationalen Expansionsbestrebungen der deutschen Unternehmen, die für gut gefüllte Messestände sorgten. Und für neue Aufgabenstellungen für die IT-Spezialisten. Die Futura Retail Solution AG aus Stelle präsentierte z.B. die neue Kassensoftware Java, die eine Online-Anbindung ans Headoffice ermöglicht und mehrsprachig aufgestellt ist. Aber auch verstärkte Anstrengungen in Richtung Schuhbranche stehen auf der To-do-Liste der Norddeut- „Verstärkte Anstrengungen in Richtung Schuhbranche stehen auf der To-Do-Liste.“ Vanjo Vanscher, Futura

 

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