Schuhmarkt

Midec Paris: Äußerst stille Messe

Auf der Pariser Schuhmesse Midec (23. – 27.2.) gab es diesmal deutlich weniger Aussteller und Besucher, dafür aber umso mehr Irritationen. 06/08 Stephan Kühmayer

Auf der Pariser Schuhmesse Midec (23. – 27.2.) gab es diesmal deutlich weniger Aussteller und Besucher, dafür aber umso mehr Irritationen.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy schüttelte reichlich Hände auf dem Pariser Ausstellungsgelände am Porte de Versailles. Sein Interesse galt allerdings mehr der gleichzeitig zur Midec stattfindenden Landwirtschaftsschau, die Zehntausende von Besuchern anlockte. Den internationalen Schuhmodesalon dürfte er genauso wie die meisten seiner Landsleute kaum wahrgenommen haben. Dies wäre zu verkraften gewesen, wenn wenigstens die Fachwelt aus Industrie und Handel der Midec Beachtung geschenkt hätten.

Hauptursache des geringen Interesses waren zweifelsohne die durch den Verkauf bedingten Umstrukturierungen der Fachmesse.Nachdem im vergangenen Herbst die britische Tarsus-Gruppe die Rechte von der Sepic, einem Ableger der französischen Schuhproduzentenvereinigung FFC, erwarb, wechselte im Dezember die Midec erneut ihren Besitzer. Als Eigentümer trat nun die Sedim auf den Plan, die sich als Ausrichter der französischen Lederwarenfachmesse Salon de Maroquinerie einen Namen gemacht hat. Offenbar blieb bei den Veräußerungen das Knowhow auf der Strecke.

Von den positiven Entwicklungen der letzten Jahre hin zu einer modernen, europaweit anerkannten Fachveranstaltung war diesmal wenig zu spüren. So kam es, dass jetzt vom 23. bis 26.2. nur etwa 80 Aussteller mit rund 200 Kollektionen der Midec die Treue hielten. Im Vorjahr waren es noch rund 650 Marken, die teilnahmen. Neben der Quantität musste auch die Qualität Federn lassen. Etliche renommierte Hersteller, wie beispielsweise der französische Global Player Mephisto, ließen die Veranstaltung links liegen. Die Tatsache, dass diesmal Importeure mit asiatischem Hintergrund einen Großteil des Messegeschehens bestimmten, fand in Fachkreisen nicht gerade Anerkennung. Auch geriet die Mode für Herbst/Winter gegenüber Sofortware ins Hintertreffen. „So macht die Midec keinen Sinn“, kommentierte Daniel Bootz, der in Frankreich einige namhafte Schuhmarken, darunter auch Ara, repräsentiert.

Immerhin konnte die Messe vereinzelte positive Signale senden. So herrschte am Stand der Wortmann KG geschäftiges Treiben. Die neuen Kollektionen wurden gut angenommen, hieß es dort. Vom 6. bis 8. September, soll es wieder eine attraktive Messe mit großer Ausstellerzahl geben. Dann wird die Midec zusammen mit dem Salon de la Maroquinerie in einer gemeinsamen Veranstaltung stattfinden, zeitgleich übrigens zu anderen großen Modemessen. 06/08 Stephan Kühmayer

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