Schuhmarkt

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Ein großer Bazar zum Stöbern,Vergleichen und Bestellen war die Lineapelle für Modelleure und Designer auch zu ihrer jüngsten Ausgabe im April. 23 000 Besucher aus aller Herren Länder machten sich ein Bild von den neuen Lederkollektionen der rund 1300 Aussteller. 10/06 Thesy Kness-Bastaroli

Die Talsohle der vergangenen zwei Jahre scheint überwunden zu sein. Viele Hersteller berichteten von einer deutlichen Belebung der Nachfrage. bereits bei den beiden vorangegangenen Messen, der Schuhmesse Micam und der Lederwarenmesse Mipel signalisierte Konjunkturbelebung war auch auf der Lineapelle in Bologna zu spüren.

Nach drei Tagen schloss die ausschließlich dem Fachpublikum gewidmete Lederausstellung am 21. April mit guter Geschäftsentwicklung ihre Pforten. Hauchdünne und superleichte Lederhäute, belebte Oberflächen und kräftige Farben wurden im Trendzentrum gezeigt. Schwarz-Weiss Kontraste bestimmen die neue Sachlichkeit der Schuh-und Taschenmode im Sommer 2007. Rund 23 000 Besucher registrierten die Veranstalter der Lineapelle.

An den Messeständen wurde von einer stabilen Besucherentwicklung gesprochen. Bei Atema hieß es, dass sich möglicherweise die Zahl der Interessenten verringert, die Qualität jedoch verbessert habe. Es besteht kein Zweifel, dass Europas wichtigste Ledermesse zugunsten der Qualität weiter schrumpfen könnte.

Sicher ist, dass der Boom der neunziger Jahre endgültig passé ist. Andererseits scheint jedoch auch die Talsohle der vergangenen zwei Jahre überwunden zu sein. In sämtlichen Sparten, von der Schuh- über die Lederwaren- bis zur Möbel-und Autoindustrie ist eine konkrete Nachfragebelebung zu verzeichnen, bestätigte der Generalsekretär des Gerbereifachverbandes Unic, Salvatore Mercugliano auf Nachfrage. Erstmals nach drei Jahren wurde auf der Messe wieder eine kräftige Zunahme der deutschen und französischen Einkäufer festgestellt.

Trends im Sommer 2007

Materialien: Neben einer Vielfalt von seidig glänzenden Glattledern aller Art kommen auch Kroko, Schlangen und Reptilien im Sommer 2007 wieder in Mode. Gut gemachte Imitationen unterschieden sich kaum von den Originalhäuten. Die gegerbten Häute sind neuerdings weich, anschmiegsam und superleicht. Glanz-und Métallisé-Effekte setzen ebenso wie bearbeitete Oberflächen und viel Knittereffekte neue Akzente. Die markanten Strukturen sind aus gecrashtem Papier abgeleitet, aber auch von Stuck und Textilstrukturen beeinflusst.

Gross im Kommen sind Tapetenmuster und Relief-Strukturen. Drucke orientieren sich oftmals am floralen Design. Softige Doubleface- Häute, Perforierungen, vor allem aber Flechtungen sind groß im Kommen. Applizierte Stickereien, Spitzenlook aus Lederbändchen (Atema) sowie kunstvoll bearbeitete Antikleder sind in. Lackleder hat an Bedeutung verloren,Velours war wenig zu sehen. Oftmals waren Textilien von den federleichten, gegerbten Häuten nicht zu unterscheiden.Vegetabil gegerbtes Leder ist zwar weiterhin gefragt, verliert aber laut einer Umfrage bei den Ausstellern leicht an Bedeutung.

Farben:

Frische Farben, Rot in verschiedensten Variationen – von Mohnblumen bis zu Weinrot; Olivgrün, sonnige Gelb- und viel Sandtöne charakterisieren die neue Farbpalette.Schwarz/Weiß- Kombinationen zählen auch in der Accessoires-Mode zu den Favoriten. Silber-, Kupfer-und Goldtöne sind vor allem im Glamourbereich von Bedeutung.

Schuhe:

De neue Trend zur Klassik machte sich auch auf den wenigen, anlässlich der drei Messetagen gezeigten Schuh- und Taschenkollektionen bemerkbar. Runde Formen geben den Ton an. Arrondierte Karrees spielen eine wichtige Rolle. Spitze Formen sind die Ausnahme. Sandaletten und Sandalen, offene Pumps und viel Glamour bestimmen das Angebot.

Die Absätze bleiben weiterhin hoch. Kräftige Blockformen wechseln mit Bleistifstabsätzen ab.Trichterformen bei den Absätzen, Keile und Plateaus werden in sämtlichen Varianten und Farben gezeigt. Dekors auf den phanatsievollen Absätzen, aber auch Riemchen und Schnürungen sind beliebt. Die Modestilisten der Lineapelle haben folgende wichtige Mode-, Schuh- und Accesoirestrends für den kommenden Sommer ausgearbeitet:

Crono:

In diesem der Geschäftsfrau in der City vorbehaltenen Stilbereich dominiert die neue Sachlichkeit: Schwarz-Weiss-Kontraste. Métallisé-Effekte, Platin, Gold und ein kaltes Blau sind Farbfavoriten. Ein androgener Chic, viel Herrenmode im Damenbereich, wird von den neuen Clogs im Metall-Look, offene Pumps mit Plateausohlen und bis zu zehn Zentimeter hohen Blockabsätzen, von superflachen Ballerinas flankiert. Geometrische Formen bei den Taschen, die aus weichen Ledermaterialien gefertigt sind und vor allem durch ihre Funktionalität ins Auge fallen, sind in.

Morgana:

Der von den Siebziger Jahren inspirierte Look setzt auf leuchtende Farben wie Goldgelb, ein warmes Olivgrün, Mohnrot und ein leuchtendes Blau. Miniröcke, Rüschenkleider und verspielter Pagenlook geben hier den Ton an. Sandaletten werden mit romantischen Schleifen, die geschwungenen Absätze mit Blumendekors verziert. Steinchen, Schnallen und Spitzen gehören zu den romantischen Schuhaccessoires. Pumps mit geschnürten Bändern bis zum Knie aber auch mit Phantasiedekors verbrämte Stiefeletten zählen hier zum Angebot.

Aura:

Frische Farbtöne mit Orange, Hellgrün, Sonnengelb und Fixia vermitteln vitale Effekte. Phantasievolle Trapez-und Beuteltaschen mit großen Schnallen, reichhaltigen Dekors aus weichsten Materialien gearbeitet, geben in der Taschenmode den Ton an. Zum neu interpretierten Empire-Look und innovativen Mantelkleidern werden Sabots , hochhackige Sandalen mit Phantasiedesign bei den Absätzen und kompliziert geschnürten Sandaletten getragen.

Euphorie:

Transparente Effekte sollen durch Naturfarben wie Weinrot und Amethyst vermittelt werden. Eine von ethnischen Motiven inspirierte feminine Mode setzt auf Plissee-Kleider oder auch auf Uniform-Jacken zu Volantröcken. Sowohl die Schuhwie auch die Taschenmode zeichnet sich durch einen romantischen Stil mit softigen Stiefeletten, neu interpretierten Ballarinas, flachen Sabots aus. Fransen, Ketten und Schnallen, die aus Tausend und einer Nacht zu stammen scheinen, prägen die Taschenmode.

Lineapelle in Zahlen:

Aussteller:1327;

davon 387 Ausländer aus 49 Ländern

Besucher: 23 000

Nächste Veranstaltung: 17. bis 19. Oktober 2006

10/06 Thesy Kness-Bastaroli

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