Schuhmarkt

ILM mit vollem Haus und voller Farbkraft

Die Offenbacher ILM Lederwarenmesse sieht sich weiterhin „als stabile, planbare Orderplattform mit hohem internationalen Anspruch“, sagt Messechef Arnd Hinrich Kappe. Vom 2. bis 4. September präsentieren sich 300 Aussteller. Mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland. Auch im Lederwarenhandel sinkt die Zahl der Marktteilnehmer.

Inklusive der Kapitol-Fläche neben dem Messegelände in Offenbach ist die ILM mit 13.000 Quadratmetern voll ausgebucht. Mit 53 Prozent sind diesmal ausländische Aussteller aus 25 Ländern vertreten. "Dabei sind die Italiener auf Platz eins“, freut sich Kappe, der bei den Besuchern einen steigenden Anteil von Textilgeschäften erwartet.

Nachdem die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie das Jahr 2016 mit einem Umsatzplus von 2,1 Prozent abgeschlossen hat, verlief auch das erste Halbjahr 2017 erfreulich, wenngleich sich für das In- und Ausland unterschiedliche Bilder ergeben. Mit einem Gesamtumsatz von 297,5 Millionen Euro lag der Umsatz um 4,9 Prozent über dem Vorjahr“, sagt Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des HDS/L.

Die größten Impulse für diese positive Entwicklung kamen aus dem Ausland. Speziell der Eurozone. Der Inlandsumsatz ging durch Strukturveränderungen und die Zunahme der Digitalisierung in den ersten sechs Monaten leicht zurück auf 201,5 Millionen Euro. (-1,1%)

Der Bundesverband des Deutschen Lederwareneinzelhandels (BLE) schätzt, dass der Fachhandel per Ende Juli den recht guten Umsatz von 2016 gehalten hat, berichtet BLE-Geschäftsführer Axel Augustin.

Speziell bei Handtaschen haben neben den expansiven Onlineanbietern vor allem der Modehandel als auch Schuhfachgeschäfte die Tasche als Sortimentsergänzung weiter ausgebaut.

Der Gesamtumsatz der Handtaschen dürfte zwar stabil geblieben sein, doch ist die Zahl der Marktteilnehmer eher weiter gewachsen. Nachteilig für den klassischen Lederwarenfachhandel ist, dass sich manche Trendmarken lieber im Fashionhandel präsentieren. Überdies hat der Trend zu Handtaschen aus PU die Durchschnittspreise oft unter 200 Euro gedrückt.

Lederwaren sind auch für andere Marktteilnehmer immer interessanter geworden, ergänzt Augustin. Neben Mode- und Schuhgeschäften nehmen immer mehr Konzeptstores, Geschenkeshops, Schreibwarengeschäfte und Einrichtungshäuser Taschen und Lederwaren mit ins Sortiment auf.

Bei den Trends zum Sommer laufen zwei Strömungen parallel: Einerseits knallt es bei den Taschen nur so an Farbe und Dekor. „Je farbiger und überfüllter, desto hochwertiger“, sagt Trendexperte Martin Wuttke. Andererseits setzt sich der Trend der schlichten Shopperformate mit Farbtönen rund um Weiß, Greige, Rosé, Hellgrau und Taupe fort. Auch Hellblau-Töne, Khaki und Sandgelb werden stark beurteilt.

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