Schuhmarkt

Schwäbische Connection

In Zeiten, wo Marken vergleichbarer werden und vertikale Konzepte immer geballter auftreten, wird die Profilierung eigener Geschäfte immer wichtiger. Das Familienunternehmen Werdich gehört zu den Kreativen in der Branche, die mit vielen Ideen punkten. Dafür gab es jetzt zwei Red Dot Awards. 06/08 Ilona Sauerbier

In Zeiten, wo Marken vergleichbarer werden und vertikale Konzepte immer geballter auftreten, wird die Profilierung eigener Geschäfte immer wichtiger. Das Familienunternehmen Werdich gehört zu den Kreativen in der Branche, die mit vielen Ideen punkten. Dafür gab es jetzt zwei Red Dot Awards.

Es gibt Trophäenjäger für Einkaufstüten. Leute, die sich Designertüten ergattern und stolz damit shoppen und flanieren gehen. Meistens nur leicht gefüllt, damit sie möglichst lange halten. Dass Handtaschen Image transportieren und Kulttaschen auch aus Papier sein können, beweist uns nun Schuhfilialist Werdich.

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Der Red Dot zählt zu den weltweit bedeutendsten Auszeichnungen für Kreativität und hohe Gestaltungsqualität.Werdich bekam ihn gleich zweimal: für die bunten Saison- Einkaufstaschen und für die neue Anzeigenkampagne von Sailer, dem jungen Filialkonzept. Entwickelt und realisiert wurden die ausgezeichneten Projekte von der Werbeagentur Hebe aus Leonberg. „Die Tüten sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation“, sagt Geschäftsführer Friedrich Werdich. Einmal pro Saison werden sie neu kreiert . Das Sujet zieht sich dann durch Prospekte und Ladendekos der Vertriebskonzepte Shoetown und Werdich. Dass mit mehr Kreativität getrommelt werden müsse und es nicht unbedingt einfacher werde, Schuhe zu verkaufen, ist dem Firmenchef klar.„Die Kunden kaufen heute nach anderen Kriterien, als es früher der Fall war.“ Der Anteil der Konsumausgaben am verfügbaren Einkommen sei seit Jahren rückläufig, gleichzeitg stiegen aber die Ansprüche der Verbraucher.Werdich hat dieser Entwicklung insofern Schritt gehalten,indem man neue Standorte gefunden hat, oder es wurden Standorte optimiert. Die Schwaben sind recht zufrieden mit dem letzten Monat. Das Plus bei Damen liegt bei 5%, Männerschuhe legten 2% zu, und bei Kindern wirkte sich der Saisonstart mit einem stolzen Zuwachs von 17% aus. Gute Ergebnisse gibt es auch beim Onlineumsatz, der sich bestens entwickelt. Kinderschuhe sind hier derzeit die Favoriten. Mehr Wechsel im Sortiment Generell sinke aber das Marktvolumen Schuhe. Statistisch kaufe der Kunde etwa fünf Paar im Jahr, bei einem Durchschnittspreis von 25 bis 30 Euro, sagt Werdich. Zumindest war das bis vor wenigen Jahren der Fall. Mit dem Stiefelboom hätten sich die Durchschnittspreise allerdings wieder nach oben verändert. Die Paarzahlen sind allerdings rückläufig. Hinzu kommt, dass sich Strukturen verändern. Die Expansion der Filialisten macht sich deutlich bemerkbar, „und es gibt immer weniger inhabergeführte Geschäfte“. Umsatz- Schwäbische Connection In Zeiten, wo Marken vergleichbarer werden und vertikale Konzepte immer geballter auftreten, wird die Profilierung eigener Geschäfte immer wichtiger. Das Familienunternehmen Werdich gehört zu den Kreativen in der Branche, die mit vielen Ideen punkten. Dafür gab es jetzt zwei Red Dot Awards. H A N D E L A L L E F Ü R E I N E N . . . „Es gibt immer weniger inhabergeführte Geschäfte. Filialisten dominieren die Landschaft.“ Drei Männer, ein Konzept: Die Geschäftsführer Peter Werdich, Emil Freund und Friedrich Werdich (von links) Ab Dornstadt verläuft die reibungslose Warenversorgung in 43 Filialen Mitarbeiter sind für Werdich das größte Kapital. 480 Leute arbeiten für das Familienunternehmen erhöhungen einzelner Unternehmen resultieren fast ausschließlich aus Flächenexpansion oder Verdrängungswettbewerb im Markt. Die Konsequenz daraus war für Werdich seinerzeit das Dreier-Vertriebskonzept: „Werdich – das Schuhhaus“ bedient das obere Preissegment mit anspruchsvoller Qualität und Marken wie Sergio Rossi,Hogan,DKNY, Jil Sander oder Dinkelacker. „Shoetown“ ist auf das mittlere Preissegment ausgerichtet, wo es eine große Auswahl modischer Schuhe für die ganze Familie gibt.Trendiger und jünger zeigt sich „Sailer-Shoes“, die eine sehr modisch orientierte Käuferschicht im mittleren bis gehobenen Preissegment bedient und sich markenmäßig zwischen Vans und Vic Matié findet. Mitarbeiter wichtiger als Ware „Wir registrieren zwischen den drei Vertriebsschienen einen vagabundierenden Kundenkreis, der jeweils dort einkauft, wo es für ihn am interessantesten ist“, so Friedrich Werdich. So verteilt sich auch der Gesamtumsatz von 50 Mio. Euro zu etwa gleichen Teilen auf die zwei Bereiche Shoetown und Werdich. Bei Sailor werden 10% erwirtschaftet. Was die Sortimente betrifft, so wünscht sich Friedrich Werdich häufiger Kollektionswechsel im Jahr. „Was in der Modebranche schon längst realisiert wird, könnte auch bei Schuhen funktionieren.„Wir haben mit zwei Kollektionen im Jahr oftmals zu wenig neue Bilder im Geschäft.“ In Dornstadt befindet sich die 6000 qm große Service- und Dienstleistungszentrale mit angebundenem Zentrallager, von wo aus binnen kürzester Zeit Ware in die einzelnen Filialen verschickt wird. Doch die beste Logistik nützt nichts, wenn nicht hochprofessionelles Personal in den Geschäften steht. Neben topaktueller Ware und perfekter Logistik sind die Mitarbeiter Kernstück der Erfolgsgeschichte. „Das ist unser Kapital“, sagt Friedrich Werdich.„Während bei vielen unserer Kollegen in umsatzschwachen Jahren Mitarbeiter entlassen wurden, haben wir immer die Anzahl gehalten.“ Fortbildungs- und Führungsseminare sind daher auch Standards in Dornstadt. Denn „bei uns geht es nicht nur darum, Schuhe zu verkaufen und Fachwissen zu vermitteln, es geht auch um Persönlichkeitsentwicklung und das Gefühl, für den Kunden eine gute Atmosphäre zu schaffen.“ Dass Werdich generell eine gute Mitarbeiterschmiede ist, beweist, dass viele Führungskräfte aus dem Haus kommen. Friedrich Werdich: „Nur wer seinen Mitarbeitern Service bietet, kann auch von seinen Mitarbeitern Service am Kunden erwarten.“ Ilona Sauerbier Die Schuhhaus Werdich GmbH & Co KG in Dornstadt bei Ulm ist seit 113 Jahren in familiärer Hand. Das Unternehmen macht 50 Mio. Euro Umsatz. Zu Werdich gehören 43 Filialen, vorrangig im süddeutschen Raum und jeweils in 1a-Lagen der Citys und Einkaufszentren. Über ein Viertel der Geschäfte befindet sich in familieneigenen Immobilien. Bei den übrigen Filialen gibt es langfristige Mietverträge. Die letzten Standorte wurden in Leonberg und Memmingen eröffnet. Heilbronn und Reutlingen folgen im Herbst. Durchschnittliche Verkaufsflächen liegen bei 300 qm, bei Sailer sind es 150 qm.Von Geox gibt es seit diesem Jahr einen eigenständig geführten Store.Werdich beschäftigt 290 Vollzeitmitarbeiter (480 gesamt), deren Pro-Kopf-Umsatz bei 163 000 Euro liegt. sb Während Sailer qualitätsorientierte, trendige Kunden anspricht, richtet sich Shoetown an das mittlere Genre. Tüten im Trend. Einkaufstüten sind die kreative Spezialität. Dafür gab’s jetzt den Red Dot Award. Schuhmarkt 6-2008 19

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