Schuhmarkt

Bunte Eyecatcher

Modeschmuck, Taschenanhänger und Sockenclips – mit solchen „Kinkerlitzchen“ können Schuhhändler zusätzlichen Umsatz machen. Zudem sind modische Accessoires Blickfänger im Laden und eine schöne Dekoration. 06/06 Kathrin Abler

Modeschmuck, Taschenanhänger und Sockenclips – mit solchen „Kinkerlitzchen“ können Schuhhändler zusätzlichen Umsatz machen. Zudem sind modische Accessoires Blickfänger im Laden und eine schöne Dekoration. Ein Paar lederne Handschuhe liegt lässig auf einer braunen Abendtasche, daneben ein zusammengerollter Ledergürtel, eine Perlenkette in Erdtönen und die dazu passenden Damenstiefel – wenn es nach Helga Enchelmaier von der Sabu Schuh & Marketing GmbH geht, sollten Schuhfachhändler ihre Ware nach Farb- und Modethemen mit den entsprechenden Accessoires präsentieren. „Die Verkäuferin im Schuhladen ist heute zugleich Modeberaterin“, sagt sie. Deshalb sollten Mitarbeiter ihre Ware selbst tragen und die Kundin beraten, wie sie Schuhe mit Gürteln,Taschen, Handschuhen und Schmuck kombinieren könne. Auch Erika Reinhard, Vorstand Ware bei der Garant Schuh & Mode AG, rät ihren Mitgliedern zu modischen Zusatzartikeln, weil diese gut kalkuliert seien, einen schnellen Lagerumschlag versprächen und das Vororderrisiko wegfalle. Bei einer Umfrage im November fand die BBE Unternehmensberatung im Auftrag des SchuhMarkts heraus, dass 70 Prozent der befragten deutschen Schuhhändler Taschen, 66 Prozent Strümpfe, 25 Prozent Gürtel und 22 Prozent Schals führen. Modeschmuck (16 Prozent), Schirme (13 Prozent), Geldbörsen und Uhren (je 1 Prozent) gehören eher zu den Raritäten im Schuhgeschäft. Trotz der Ratschläge ihrer Verbundgruppem trauten viele Fachhändler dem Geschäft mit Zusatzartikeln noch nicht, weiß Karl Rosezin, Leiter Werbung Fachgeschäft der Anwr: „Obwohl einige Händler diese Kleinigkeiten gut verkauften, stieß unser Angebot an Wein, Handtücher und Strümpfen beim Großteil auf wenig Interesse.“ Als Folge stellten die Mainhausener das modische Zusatzangebot ein. Im Herbst/Winter 2004 schließlich versuchten sie es erneut mit einer Auswahl an Weinen, Schirmen und Uhren. Doch auch damit konnten sie ihre Mitglieder nicht überzeugen. Die Sabu-Mitglieder haben seit gut eineinhalb Jahren die Möglichkeit, neben Lederwaren auch Taschenanhänger zu ordern. „Im Herbst/Winter sind sicherlich Stricksets aus Mütze, Schal und Handschuhen gefragt, weil diese gut zu den trendigen Moonboots passen“, sagt Enchelmaier. Auch Accessoires zu Westernstiefeln fänden ihre Käufer. Mit ausgefallenen oder teuer wirkenden Zusatzartikeln wie Schals, Fußketten oder Schmuck ließen sich gute Umsätze erzielen. Dafür sollten sich die Fachhändler Kooperationspartner suchen oder das Angebot ihrer Verbundgruppe nutzen. Essenziell für den Erfolg der Zusatzartikel sei jedoch, wie sie der Händler in Szene setze. Die Sabu und die Garant bieten hier kleine Präsenter und Displays an. „Mit modischen Accessoires können Händler nicht nur mehr Geld verdienen, sondern sie peppen damit gleichzeitig ihre Läden und Schaufenster auf“, sagt Grazia Oelschlegel, Geschäftsführerin der MGM Deutschland in Bad Waldsee. Seit ungefähr drei Jahren arbeitet die Lieferantin von modischen Accessoires erfolgreich mit den Verbundgruppen im Schuhfachhandel zusammen. Ihren Kunden empfiehlt sie, das Sortiment nach Farb- oder Modethemen geordnet zu präsentieren. Für die kommende Herbst-Winter-Saison prophezeit Oelschlegel eine Fortführung des Cowboy-Looks, auch Stiefel, Naturfarben, Gipsy-Röcke mit breiten Gürteln, russische Folklore, Bänder, Blumen und Münzen würden wieder im Trend liegen. Auf der Frankfurter Lifestyle-Messe Ambiente im Februar zeigte sich zudem eine Tendenz zu großen bunten Steinen, Retro-Design, Materialkombinationen wie Glas und Holz, Emaille-Verzierungen, Filz- und Tüllblumen sowie alles rund ums Thema Wasser. Im Kommen ist derzeit Magnetschmuck von Unternehmen wie Phiten oder Energetix, der seinen Träger wieder ins energetische Gleichgewicht bringen soll. Schuhfachhändlern, die sich für den Verkauf von modischen Zusatzartikeln interessieren, aber erst einmal klein anfangen möchten, empfiehlt Oelschlegel ein Minisortiment zum Start. Bei Gürtel wären dies zehn Modelle in je ein oder zwei Größen. „Unsere geschraubten Gürtel mit verstellbaren Weiten können die Mitarbeiter individuell an ihren Kunden anpassen. Damit bieten sie diesen einen tollen Extraservice“, sagt sie. Auch Kinkerlitzchen wie Handy-,Taschen- oder Hosenanhänger kämen gut im Schuhgeschäft an. „Statt eines Rabatts von fünf Euro könnte ein Händler seinem Kunden zum Beispiel auch eine dieser Kleinigkeiten als Dankeschön schenken“, rät Oelschlegel. Beim Geschäft mit modischen Zusatzartikeln ist die Wahl des Lieferanten entscheidend. Bezieht ein Händler seine Ware direkt vom Großlieferanten, sollte er darauf achten, dass dieser keine Mindestbestellmengen verlangt, schnell liefern kann, um so auf neue Trends zu reagieren, und dem Kunden bei der Präsentation zur Seite steht. Bei Merci Modeaccessoires in Wesel können Händler sogar einzelne Stücke anfordern und diese dank eines großen Lagers innerhalb von kürzester Zeit nachordern. Um auf neue Trends zu reagieren, konzipiert Geschäftsführer Heinz Stolzenburg die Herbst-Winter-Kollektion 2006 erst im Juli. Der Großlieferant Lemper Mode-Accessoires in Solms fertigt alle Accessoires in Handarbeit. „Aus diesem Grund kann es zwei bis drei Wochen, nach Messen bis zu sechs Wochen dauern, bis ein Kunde seine Ware erhält“, sagt Mitarbeiterin Maren Benz. Dafür könne er aber auch individuelle Anfertigungen ordern. Obwohl die Verbundgruppen ihre Mitglieder zum Verkauf von modischen Kleinigkeiten raten, eignen sich nicht alle Accessoires für den Schuhhandel. „Bei Uhren sollte ein Fachhändler etwas vorsichtiger sein, denn er kann seinem Kunden keine Reparatur bieten und könnte diesen dann verärgern“, merkt Rosezin an. Auch Garant-Vorstand Reinhard warnt vor serviceintensiven Accessoires. Enchelmaier von der Sabu sieht im Schuhhandel kein großes Potenzial für Halsketten und Ohrringe, die mehr als 20 Euro kosten, weil die Kunden kleine Mitnahmeartikel suchten. Wenn man sich dennoch für ein Sortiment von Schmuckstücken entscheidet, sollte man diese geschützt in Glasvitrinen präsentieren. „Solche Kleinigkeiten werden nämlich leicht geklaut“, bemerkt Reinhard. Von Saisonartikeln halten die Verbundgruppen wenig. Zwar hätten einzelne Händler mit Valentinssocken oder Weihnachtsbechern kurzfristig Erfolg, generell jedoch suchten die Kunden solche Artikel in Deko- und Geschenkläden. „Ein Schuhhändler muss aufpassen, dass er sich klar von Ramsch-Deko-Läden abgrenzt“, mahnt Reinhard. Fünf Tipps zu Accessoires Um mit modischen Accessoires im Schuhfachhandel zu punkten, sollten Händler auf fünf Punkte achten: • Abgrenzung von Billig-Krimskrams-Läden durch ein hochwertiges Accessoire-Sortiment mit ausgewählten Stücken • Dekoration nach Farb- oder Modethemen, damit der Kunde auf einen Blick sieht, welches Accessoire er mit welchem Schuh kombinieren kann • Ansprechende Präsentation der Accessoires im Laden und im Schaufenster, um neue Kunden anzulocken • Stilberatung als zusätzlicher Kundenservice • Lieferant sollte kurzfristig liefern können, damit der Händler schnell auf neue Trends reagieren kann. 06/06 Kathrin Abler

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