Schuhmarkt

Schuhe und Schokis

Schuhe zwischen Schokolade und Wohnaccesoires. Der Concept-Store von Stefan Krursel in Münster konzentriert sich auf die schönen Dinge des Lebens. Das sind trendige und hochwertige Schuhe als Kerngeschäft, und es sind arrondierende Accessoires als zusätzliche Frequenzbringer. 10/08 Lisa Dartmann

Schuhe zwischen Schokolade und Wohnaccesoires. Der Concept-Store von Stefan Krursel in Münster konzentriert sich auf die schönen Dinge des Lebens. Das sind trendige und hochwertige Schuhe als Kerngeschäft, und es sind arrondierende Accessoires als zusätzliche Frequenzbringer.

Schokoladenautos in kunterbunten Farben, Fliegenpilze als Halter für Teelichter Prickelsaft Greta Gold, Schokolade mit süßen Namen wie Schwarzwaldmädel, Bossa Nova Baby, Rote Lippen soll man küssen oder Reinigungsmittel mit Lavendelduft. Bei Stefan Krursel in Münster gibt es immer wieder neue, aufregende Dinge zu entdecken, ob niedliche Wohnaccessoires, bunte Gläser und Tassen, eine Thermoskanne mit Rosen oder eine bunte Kaffeemühle. Krursels kunterbunter Schuhsalon bietet neben Schuhen ausgefallene Konsumartikel aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders: Alles präsentiert auf den typischen Ladenmöbeln der 50er-Jahre. Store-Inhaber Stefan Krursel hat ein Faible für die Fifties, aber vor allem für Schuhe und für visuelle Gestaltung. Mit Schuhen ist er schließlich groß geworden.

Von Orthopädie zu Lifestyle

Seine Eltern hatten in Münster ein Schuhgeschäft mit Schwerpunkt orthopädische Schuhe, aber die Familientradition wollte er nicht weiterführen. „Mich faszinierte mehr die Mode und ich wollte mit dem Concept- Store neue Wege gehen“, erklärt Stefan Krursel. Im Jahre 2000 eröffnete er sein eigenes Geschäft in der Bogenstraße am Ende des Prinzipalmarktes, der edlen und traditionellen Münsteraner Einkaufsmeile. „Mir war klar, dass ich mich von den Mitbewerbern hier abheben muss“, so Krursel. Die Konkurrenz in der Westfalenmetropole wächst. Die neuen Arcaden, das geplante Hanseviertel an der Stubengasse und der obere Teil des Prinzipalmarktes ziehen viel Kaufkraft ab.

Davon lässt sich Stefan Krursel nicht beirren. Er hat sein Konzept sukzessive auf die kaufkräftigen, gut verdienenden, trotzdem modern eingestellten eher 50-jährigen Konsumenten abgestimmt. Der 80 qm große Shop wirkt jung und lebendig und bietet mit Schokolade, Kleinmöbeln und ausgesuchten Designartikeln zusätzliche Kaufanreize. Das Kernsortiment sind aber hochwertige Schuhe für Damen und Herren, die sich in großer Vielfalt und liebevoll dekoriert im Store präsentieren, immer wieder aufgelockert mit schönen Taschen, Gürteln und ausgefallenem Schmuck.

Dazwischen dekoriert er witzige Kurz- und Langarm-Shirts von Lizzawest mit witzigen Tiermotiven in plakativen Farben. Für Damen führt der Schuhsalon Marken wie Unützer, Strenesse, Vic Matié, Janet & Janet, Attilio Giusti, Di Piu, Billi bi, Mer du Sud, Vivace oder Homers Edelgesundheitslatschen. Generelle Tendenz: eher tragbare und sportive Schuhe mit kleinem Absatz, keine glamourösen High Heels. Für Männer gibt es Marken wie Floris van Bommel, van Bommel, La Martina, Puma, Crockett & Jones, Lendvay & Swarcz oder Schuhe nach Maß von Ambiorix plus hochwertige Pflegemittel. Die Münsteraner legen eben Wert auf Qualität.

Und seine Kunden mögen die persönliche Ansprache. Viele kommen auf „einen Sprung“ vorbei, um zu schauen, was es an Neuigkeiten zu entdecken gibt. Stefan Krursel: „Wir wollen Hemmschwellen abbauen und Frequenz in den Store bringen. Bei Preislagen um die 200 Euro kommen die Kunden nicht spontan in den Store.“ Aber einen kleinen Schokotraum oder ein hübsches Deko-Teil nehmen sie gerne mit und der Kontakt ist geknüpft. „Beim nächsten Mal sind es dann ein Paar rahmengenähte Schuhe oder eine schicke Handtasche.“

Deshalb legt der Schuhsalon auch großen Wert auf die Schaufenstergestaltung. Dreimal pro Saison werden neue Themen aufwendig inszeniert. Kürzlich waren es die 50er-Jahre, jetzt geht der maritime Urlaubstraum visuell in Erfüllung. Die Kunden bleiben fasziniert vor dem Schaufenster stehen, um in die Traumwelten einzutauchen. „Das Schaufenster ist meine Visitenkarte, da investiere ich mehr Geld als in klassische Werbung“, meint Krursel. Zum Wohlfühlcharakter gehört auch die kompetente Beratung, ein informiertes und aufmerksames Verkaufspersonal und die persönliche Ansprache, denn in den Schuhsalon kommen viele Stammkunden – auch aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland zieht es sie in die attraktive Einkaufsstadt.

„Wir müssen Wertigkeit schaffen und dem Kunden das Gefühl geben, dass er sich im Store wohl fühlt“, schildert der engagierte Schuhfachhändler. Seine Kunden mögen die persönliche Atmosphäre. „Im Laufe der Zeit habe ich mir immer mehr Mode zugetraut“, erzählt Krursel weiter, der sich sehr für Design und Lifestyle interessiert. Auch die Mitarbeiter haben ein Feeling für die schönen Dinge und begleiten ihn oft beim Einkauf. Stefan Krursel ist viel unterwegs, in den Modemetropolen mehr als auf den Schuhmessen. Dabei geht es nicht nur um Schuhe, sondern auch um Deko und die kleinen Zusatzartikel, die sehr aufwendig im Einkauf sind. „Ich bin permanent auf der Suche nach neuen Ideen“, sagt Stefan Krursel.

Concept-Store-Beratung

Die Idee für den Concept-Store hat sich Stefan Krursel bei Ipuri geholt. Dort hat er vor seiner Selbstständigkeit einige Zeit gearbeitet. Der Modefilialist Ipuri war in den 90er-Jahren Vorreiter in Sachen Concept- Store. „Das hat mich damals sehr fasziniert, einen Store mit einem Café und Zeitschriftenverkauf.“ Heute bieten viele Modehäuser die Kombination von Ware, Ambiente und Lifestyle. Warum nicht auch im Schuhfachhandel, sagte sich Stefan Krursel. Das Konzept geht auf. Denkt er in Zukunft an eine Filialisierung seines Concept-Stores? Nein. Ein Schuhsalon reicht ihm. Aber gerne würde er andere Mode- und Schuheinzelhändler kreativ beraten. Seine Vorstellung: Hilfestellung bei Messebesuchen geben, Ideen für Dekorationen und Store-Gestaltung, Zielgruppendefinition oder Inszenierung von Warenwelten. Ideen hat Stefan Krursel genug. Erst aber müssen die maritimen Schaufenster im Schuhsalon dekoriert werden. 10/08 Lisa Dartmann

Verwandte Themen
Benci Brothers Flagshipstore Zürich
Benci Brothers eröffnet Flagshipstore in Zürich weiter
Junge Unternehmer der ANWR vor der Amsterdamer Solebox dem Kultobjekt Sneaker auf der Spur.
Junge ANWR-Unternehmer in Amsterdam weiter
vl.: HDE-Geschäftsführer Stefan Genth, Tagesschausprecherin Judith Rakers, das Gesicht des Handels Marcus Werner und HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.
Das Gesicht des Handels 2017 kommt aus Cottbus weiter
Handelskongress bestärkt die digitale Welt weiter
Sabu Laufgut Lerch Zusa
Erstes Laufgut-Geschäft in der Schweiz kommt weiter
Claus Gese ist jetzt bei Hamm in Osnabrück
Hamm startet mit eigener Marke weiter