Schuhmarkt

Erlebniswelten

Accessoires sind das Salz in der Modesuppe. Neue Schuhe, neue Tasche, ein frecher Gürtel oder dekorativer Schmuck machen das Ensemble perfekt. Accessoires sind für viele Luxusmarken die profitabelste Schiene. Doch auch kommerzielle Firmen leben von den Lifestylewelten sehr gut. 10/08 Ilona Sauerbier

Accessoires sind das Salz in der Modesuppe. Neue Schuhe, neue Tasche, ein frecher Gürtel oder dekorativer Schmuck machen das Ensemble perfekt. Accessoires sind für viele Luxusmarken die profitabelste Schiene. Doch auch kommerzielle Firmen leben von den Lifestylewelten sehr gut.

Ohne Accessoires wie Taschen, Schuhe, Gürtel, Parfum oder Schmuck sähen die Erträge von Luxusmarken wie Tod’s, Hogan, Prada oder Dior etwas anders aus. Bis zu 60 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften diese Unternehmen teilweise mit luxuriösem Zubehör, das der Markenwelt letztlich ihre schöne Abrundung gibt. Auch Unternehmen wie Boss, Strenesse, Marc O’Polo bis hin zu Esprit drehen mächtig an der Accessoires-Schraube, um ihr Label so oft es geht in die Handelsregale zu schieben. Die Kunden identifizieren sich mit diesen Welten, denn nirgends lässt sich ein begehrtes Label plakativer darstellen als auf einer Gürtelschnalle, einer Sonnenbrille, einer Tasche.

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10/08 Ilona Sauerbier

SPECIAL L I F E S T Y L E Zwar hat sich die nahezu hysterische Label-Mania gerade bei Taschen etwas gelegt, dafür avancieren aber zusätzlich andere Kleinteile zum Liebling der Konsumenten. Lifestyle-Artikel, sofern sie wertig inszeniert werden, kommen an. Vielleicht lässt sich damit die rasante Entwicklung von Concept-Stores erklären, die zunehmend aus der Erde schießen. Concept- Stores setzen das um, was weltläufig als Lifestyle formuliert wird: eine Produktund Markenwelt für eine spezielle Zielgruppe und Lebensart zu inszenieren. Kampf um Einkaufsbudgets Alle in der Modebranche kämpfen derzeit um die begrenzten Einkaufsbudgets der Verbraucher. Astronomisch hohe Benzinpreise und teure Lebensmittel machen es nicht einfacher, und wenn es dann noch Schlechtwetter-Phasen wie im letzen Quartal gibt, sackt die Stimmung schnell auf den Nullpunkt. Doch schwächelnder Kundenfrequenz lässt sich nachhelfen. „Wenn Ende März bei Schneegestöber kein Mensch Frühlingsschuhe kaufen will, kommt der Kunde vielleicht ins Geschäft und nimmt sich eine schöne Kette mit, oder eine handgeschöpfte Schokolade“, sagt Stefan Krursel, der in Münster das gleichnamige Schuhgeschäft mit Lifestyle-Charakater betreibt und dessen Accessoireumsätze inzwischen 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. O Aus dem Katalog H/W 07 von Schumacher Schuhmarkt 10-2008 15 den nächsten Monaten um 6000 qm auf 18 000 qm erweitert. Davon werden 1400 qm für Schuhe, Taschen und Accessoires bereitgestellt. Lifestyle-Nachahmer im klassischen Schuhhandel gibt es bislang wenige. Wer Interesse hat, kann sich bei Stefan Krursel beraten lassen. „Manche Schuhhändler könnten ohne modische Taschen nicht mehr sein, andere haben das Wort Tasche noch nie gehört“, sagt Sabu-Chef Ralph Hanus, der regelmäßig die Frankfurter Wohnmesse Ambiente besucht, „allein schon, um zu wissen, was trendig ist“ und was hier alles so passiere. „Wir holen uns viele Produkte aus diesem Bereich: Ob für POS-Aktionen, als Dekos oder Geschenk.“ Different Fashion heißt auch eine mutige Handelsidee aus Sylt, die zum „Ladenkonzept des Jahres“ gewählt wurde. Auch „Liebling“ ist ein neuer, sehenswerter Concept- Store in der 62 000 Einwohner großen Bischofsstadt Fulda, der für seine Lifestyle -Philosophie ausgezeichnet wurde. „Handel ist eine Veranstaltung der Sinne“, ergänzt Hanus, „und lässt sich über so viele Dinge realisieren.“ Seiner Meinung nach liegen noch beträchtliche Reserven brach. Es muss ja nicht gleich Badeöl und Trinkschokolade sein. Hübsche Ergänzungen zu Schuhen sind Lederwaren aller Art, Taschen, Gürtel, Kleinleder, Schals bis hin zu Schmuck – alles, was das Outfit stimmig ergänzt. Ob es funktioniert? Man kann es zumindest versuchen. Als Tchibo mit Textilien begann, schüttelte die Modebranche entsetzt den Kopf. Mancher wollte trotzig ebenso anfangen, Kaffee zu verkaufen. Inzwischen liegen die Textilumsätze des Hamburger Kaffeerösters bei 1077 Mio. Euro und es ist die Verknappung der Warenverfügbarkeit, die uns immer wieder zum Kaufen animiert. Ilona Sauerbier „Letztlich geht es doch darum, Frequenz ins Geschäft zu bringen“, ergänzt Krursel.„ Hier in Münster gibt es wunderbare Schuhgeschäfte, da muss ich mir halt mein Profil suchen“. Frequenzbringer können unterschiedliche Maßnahmen sein. Von der Kundenkarte bis zu Events und POS-Aktionen, wie es derzeit Camel active für seine Händler realisiert. Es können aber auch zusätzliche Veränderungen im Sortiment sein. Liebling Concept-Store Es gibt inzwischen viele interessante Lifestyle- Konzepte im Handel. Als einer der Vorreiter gilt Merz & Bensing in Stuttgart. Das Geschäft in der Nähe der Markthalle ist heute noch Publikumsmagnet. Beginnend bei Blumen hat sich aus dem Laden sukzessive eine Sortimentswelt für eine bestimmte Lebensart entwickelt, die bei englischer Marmelade beginnt und über Cashmereplaids bis hin zu trendigen Gummistiefeln reicht. Aber auch Quartier 206 in Berlin oder Apropos in Köln sind außergewöhnliche Beispiele dafür, wie sinnenfroh Shopping sein kann. Das Wort Bedarfskäufe kennt hier keiner. Nicht zu vergessen die Einmaligkeit von Horstmann & Sander in Hannover, der sich vom reinen Kofferhaus zu einem hoch erfolgreichen Erlebniskaufhaus für Taschen, Accessoires und Schuhe gemausert hat. Auch Hagemeyer in Minden gehört jetzt zu den Big Playern. Das Haus wird in Peppt mächtig auf: Schmuck von Dyrberg/Kern Henry Beguelin Henry Beguelin Comma Comma Marc O’Polo Marc O’Polo Comma René Lezard

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