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Intelligente IT-Lösungen gesucht

Auf dem Effizienztag Mode mit Schwerpunkt IT und Logistik hatten die Praktiker das Wort. In einem dicht gedrängten Programm warfen sie ein Licht auf ihre Lösungsansätze. 24/07 Ulrike Lach

Auf dem Effizienztag Mode mit Schwerpunkt IT und Logistik hatten die Praktiker das Wort. In einem dicht gedrängten Programm warfen sie ein Licht auf ihre Lösungsansätze.

Zum zweiten Mal fand Anfang November in Düsseldorf am Vortag des Modehandelskongresses der „Effizienztag Mode mit Schwerpunkt IT und Logistik“ statt. In einem eng gesteckten Kongressprogramm wurden den Teilnehmern verschiedene IT-Lösungen vorgestellt, die alle das Ziel haben, die notwendigen Prozesse vom Produktdesign über die Fertigung und die Logistik bis hin zum Point of Sale immer effizienter zu gestalten.

Und damit dafür zu sorgen, dass der Handel die Bedürfnisse seiner Kunden stets in optimaler Weise befriedigen kann. Hier in einer Auswahl einige neue Lösungen, die für Handelsunternehmen interessant sind:

Personaleinsatzplanung: Performance-Management.

Seit zehn Jahren ist das Softwarehaus Seak aus Wentorf bei Hamburg auf Personalplanung im Einzelhandel spezialisiert und stellt jetzt unter dem Stichwort „Performance-Management“ die vierte Software-Generation vor: Hier geht es nicht nur um die Planung, Steuerung und Kontrolle von Arbeitsaufkommen und Produktivität, sondern zusätzlich um die Planung, Steuerung und Kontrolle der individuellen Fähigkeiten und Leistungen der einzelnen Mitarbeiter im Verkauf.

Mit dem neuen Produkt Seak pro HR geht die Personalplanung den Weg von der reinen Zeitorientierung zur Ergebnisorientierung. Im Mittelpunkt der Analysen stehe, wie es heißt, der einzelne Mitarbeiter und seine Leistungskennzahlen. Alle messbaren Unternehmensziele können auf den einzelnen Mitarbeiter heruntergebrochen werden. Durch eine zeitnahe Rückmeldung über Stärken und Schwächen der einzelnen Verkaufsmitarbeiter kann die individuelle Förderung durch geeignete Schulungsmaßnamen verbessert werden. Außerdem können die Mitarbeiter, ihrer individuellen Leistungsfähigkeit entsprechend, in den verschiedenen Verkaufsphasen effizienter eingesetzt werden (z.B. frequenzstarke und frequenzarme Zeiten).

Ziel des Systems ist eine bedarfs-, mitarbeiter- und ergebnisorientierte Personalplanung mit minimalem Aufwand. Nach Angaben von Geschäftsführer Michael Hanfstängl seien Produktivitätssteigerungen von drei bis fünf Prozent realistisch und von bis zu zehn Prozent möglich. Seak pro HR ist, wie es heißt, in alle gängigen Warenwirtschafts- und Kassensysteme sowie Lohn- und Gehaltssysteme ohne Schnittstellenproblem integrierbar.

Controlling: Immer auf Kurs im Business Cockpit.

In Kooperation mit dem Partnerunternehmen Qliktech in Düsseldorf bieten die Softwarespezialisten der Futura AG ein neuartiges Analyse-Tool an: Futura Analyser. Im Gegensatz zu anderen Business-Intelligence-Lösungen, die überwiegend auf Data Warehouse basieren und häufig mit langen Implementierungszeiten verbunden sind, basiert Futura Analyser auf der Analyseplattform QlikView mit der patentierten In-Memory-Technologie. Hier werden alle gewünschten Daten direkt in den Arbeitsspeicher des Computers geladen, dort miteinander verknüpft und entsprechend der getroffenen Auswahl an der interaktiven Oberfläche als Ergebnis wiedergegeben.

So sind jederzeit Ad-hoc-Analysen sowohl zu globalen Managementthemen als auch zu einzelnen Funktionsabläufen möglich. Im Business Cockpit werden z. B. alle relevanten Kennzahlen zum aktuellen Geschäftstag übersichtlich abgebildet und Vergleichswerten gegenübergestellt. Die Auswertung kann je nach Wunsch z. B. hinsichtlich Filialen, Warengruppen und Lieferanten präzisiert werden. Im KIS sind auf Basis der Kassendaten jederzeit zum Beispiel Frequenzanalysen und Kundenanalysen möglich. Die Registerkarten-Darstellung ermögliche, wie es heißt, eine einfache, intuitive Bedienbarkeit und den gezielten Zugriff auf die gewünschten Informationen in übersichtlichen Grafiken. Die Spezialisten von Futura gehen von einem Schulungsaufwand von ein bis drei Tagen aus.

Kasse: Bezahlen mit Fingerspitzengefühl.

Biometrische Technologien finden auch im Einzelhandel immer mehr Einzug. Gerade im Lebensmitteleinzelhandel wird das Bezahlen mit der Fingerspitze immer häufiger. Aber auch im Fashionbereich wächst das Interesse an innovativen Technologien. Ein Anbieter dieser Systeme sind die IT-Werke aus Lahr mit ihrem Produkt Digiproof, die auch das Gewandhaus Gruber aus Erding und das Modehaus Wagener aus Baden-Baden zu ihren Kunden zählen. Für Geschäftsführer Ulrich M. Kipper ist das Bezahlen per Fingerabdruck der Bar- und Kartenzahlung in punkto Schnelligkeit und Bequemlichkeit um einiges überlegen.

„Mit der Fingerspitze können die Kunden fünfmal schneller zahlen als mit Bargeld.“ Vorausgesetzt, die Kunden haben sich einmalig registrieren lassen. Dabei wird der Fingerabdruck erfasst und den gewünschten Kundendaten einschließlich der Bankverbindung zugeordnet. Aus Sicherheitsgründen wird allerdings nicht der genaue Fingerabdruck gespeichert, sondern 30 markante Punkte dieses Abdrucks in Form eines so genannten Templates. Beim Bezahlen legen die Kunden ihren registrierten Finger dann in das Lesegerät und werden entsprechend identifiziert. Die Erfahrungen beim Modehaus Wagener haben gezeigt, so Kipper, dass die Akzeptanz bei den Kunden groß ist. Inzwischen haben sich 5000 Kunden registrieren lassen.

Dabei ersetzt Digiproof zu 70 Prozent Kartenzahlung und zu 60 Prozent die Barzahlung. Und es sind nicht nur die ganz jungen Kunden, die sich schnell mit der neuen Technik anfreunden. Der typische Fingerprint- User bei Wagener ist über 40 Jahre alt. Durch die Verknüpfung von Digiproof mit dem individuell zu konfigurierenden Datenbankprogramm iTool kann das Kaufverhalten analysiert und für Kundenbindungsprogramme genutzt werden. Diese virtuelle Kundenkarte hat gegenüber der Plastikkarte, so Kipper, zwei entscheidende Vorteile: Sie ist nicht übertragbar und verstopft nicht das Portemonnaie der Kunden.

Warenflusskontrolle: Filial-Umlagerungen leicht gemacht.

Das Schweizer Softwarehaus Medeas hat eine Lösung für ein lästiges und zeitintensives Thema entwickelt: die Umlagerung von Ware zwischen mehreren Filialen. Das System analysiert den Warenfluss und macht automatisch Umlagerungsvorschläge, wenn sich bestimmte Einzelteile oder auch komplette Programme in den verschiedenen Filialen signifikant unterschiedlich abverkaufen. Ausgeschlossen ist hierbei immer reduzierte Ware.

Wenn die Umlagerung durchgeführt werden soll, wird der betreffenden Filiale vom System eine Umlagerungsanweisung geschickt, und die Ziel-Filiale erhält gleichzeitig ein Umlagerungsavis. Der gesamte Prozess wird automatisch überwacht und im Anschluss wird für jede Umlagerung analysiert, ob sie sich fürs Unternehmen unterm Strich gerechnet hat, also ob z.B. die Abschriften durch die Umlagerung reduziert werden konnten

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24/07 Ulrike Lach

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