Schuhmarkt

Vertraut und neu

Wo bekommt der Handel kurzfristig Ware her? Den klassischen Großhandel gibt es nicht mehr häufig, neue Formen entwickeln sich. Importeure steigen vom Strecken- ins Einzelhandelsgeschäft ein. B2B-Plattformen im Internet bieten schnelle Ware. 09/06 Dagmar Rees

Wo bekommt der Handel kurzfristig Ware her? Den klassischen Großhandel gibt es nicht mehr häufig, neue Formen entwickeln sich. Importeure steigen vom Strecken- ins Einzelhandelsgeschäft ein. B2B-Plattformen im Internet bieten schnelle Ware. Schuhgroßhandel Pölking in Osnabrück gibt es jetzt schon seit 110 Jahren. Er zählt zu den wenigen klassischen Schuhgroßhändlern, die sowohl Herstellerware als auch eigene Marken über Nacht ausliefern. „Was bis 12 Uhr bestellt wird, geht noch am gleichen Tag zum Kunden raus“, beschreibt Geschäftsführer Detlev Steenken sein Serviceversprechen. Durchschnittlich sind rund 1500 Modelle deutscher Markenhersteller am Lager. Außerdem die Eigenmarken, unter anderem Dr. Brinkmann als Komfortschuhe oder die „Felix der Hase“- und „Prinzessin Lillifee“-Kinderschuhe. Dass der Großhandel noch seine Berechtigung hat, erfahren die 90 Mitarbeiter der J.H. Pölking GmbH & Co. KG täglich. Sie beliefern 3000 Schuhfacheinzelhandelsgeschäfte. Der Bedarf an schneller Ware ab Lager ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Seit kurzem kann auch über das Internet geordert werden. Neben der reinen Vermittlung von Ware setzt Steenken bei Pölking auch auf die Vermittlung von Dienstleistungen. Systempartnerschaften nennt er sein Konzept, bei dem er Handel und Industrie zusammenbringt. So veranstaltet er beispielsweise mit Ricosta zusammen Verkaufsseminare für den Fachhandel. Neu ist das Netzwerk aus für den Fachhandel wichtigen Dienstleistern wie Ladenbauern, Finanzmanagern, Webgestaltern und Verkaufstrainern. HSM mit größtem Großhandelslager Geht Pölking über den Service, so steht bei HSM Schuhmarketing, Hattingen, der Preis im Mittelpunkt. HSM ist groß geworden mit der Produktion von Schuhen für Großkunden wie Lidl, Aldi, Plus oder Rewe. 14 Mio. Paar Schuhe pro Saison lässt das Unternehmen aus Hattingen in China produzieren. Das Streckengeschäft überwiegt. Das Großhandelsgeschäft macht augenblicklich rund sieben Prozent des Umsatzes aus,Tendenz steigend. „Wir haben das größte europäische Großhandelslager“, sagt Marcus Baute, bei HSM für die Qualitätssicherung zuständig.Wer für Großkunden produziere, könne sich Qualitätsmängel nicht leisten. Allein für HSM seien in China 50 bis 60 Fachleute von Bureau Veritas in der Qualitätssicherung unterwegs. In Deutschland ist Baute Teilnehmer des Runden Tisches Qualitätssicherung. Von HSM sind sportliche Modelle erhältlich, aber auch modische und elegante Typen, zu Großhandelspreisen unter zehn Euro.09/06 Dagmar Rees Ware aus dem Netz Neben den Internet-Katalogen der Großhändler gibt es verschiedene Großhandelsplattformen im Netz ( z. B. www.zentrada.de , www.fem24.de oder www.b2b-trade.de). Dort werden hauptsächlich Restposten vermarktet. Sie sind aber auch eine Möglichkeit für den Handel, Ware, die in der jeweiligen Region nicht verkäuflich ist, Kollegen in anderen Regionen zur Verfügung zu stellen. In der Regel muss für diese Plattformen ein Jahresbeitrag bezahlt werden, dann kann die Seite zum Einkauf genutzt werden. 09/06

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