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Blick in die Zukunft

Die Technik hat die Handelsbranche fest im Griff. Auf der EuroCIS wurden die neuesten Produkte, Trends und Problemlösungen vorgestellt. 06/06 Ulrike Lach

Die Technik hat die Handelsbranche fest im Griff. Auf der EuroCIS wurden die neuesten Produkte, Trends und Problemlösungen vorgestellt. Zum vierten Mal seit 1997 fand in Düsseldorf die führende Fachmesse für Kommunikations-, Informations- und Sicherheitstechnik EuroCIS statt. Um den Innovationszyklen in diesen Bereichen gerecht zu werden, wird sie ab dem kommenden Jahr jährlich veranstaltet. „Nur so können wir mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten und der Handelsbranche stets aktuell die wichtigsten Neuerungen präsentieren“, sagt Professor Dr. Bernd Hallier, Vorsitzender des EuroCIS-Beirates. Schwerpunkte der diesjährigen EuroCIS waren innovative Kassenlösungen, leistungsfähige Warenwirtschaftssysteme und neue Problemlösungen im Bereich Sicherheit. Die wichtigsten Trends in Kürze: Kassensysteme Die Kassenzone als Dreh- und Angelpunkt aller Geld- und Warenströme gehört nach Einschätzung von Experten zu dem Investitionsbereich mit dem größten Innovationspotenzial. Eine höhere Flexibilität und Ausbaufähigkeit der Hardund Software sind wichtige Kriterien bei der Auswahl neuer Kassensysteme. Einer Studie des EHI zufolge legen kleinere Unternehmen Wert auf einen Kassenplatz mit möglichst vielen Funktionalitäten, um das Backoffice schlank zu halten. In größeren Unternehmen gehen die Bestrebungen in die gegenläufige Richtung: Hier sollen die Aktivitäten der Mitarbeiter im Checkoutbereich auf den reinen Kassiervorgang beschränkt werden. In Sachen Eingabemedium scheint dem Touchscreen als Alternative zur Tastatur die Zukunft zu gehören. Wichtigstes Thema im Bereich der Kassensysteme waren auf der EuroCIS die neuen Selfcheckoutsysteme, die den Kunden ermöglichen, ihre Waren selbst einzuscannen und zu bezahlen. Während diese Systeme in anderen europäischen Ländern bereits häufig eingesetzt werden, sind sie in Deutschland noch die Ausnahme. Die gute Akzeptanz bei den Kunden wird ihre Verbreitung, so die Erwartung, aber rasant beschleunigen. Peek & Cloppenburg hat als erstes Unternehmen außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels diese Selbstzahler terminals aufgestellt. Die Kunden werden mittels eines leicht bedienbaren Touchscreens angeleitet und können mit EC- oder Kreditkarte bezahlen.Anschließend holen sie ihre Ware, wie bei P & C üblich, an der Warenausgabe ab.Die Selfcheckoutsysteme sind nicht als Ersatz, sondern unter dem Aspekt des Kundenservices als Ergänzung zu den traditionellen Kassen gedacht. Sie bieten den Kunden die Möglichkeit, die Schnelligkeit des Kassiervorganges selbst zu bestimmen. Warenwirtschaftssysteme Die Informationstechnologie wird von den Entscheidungsträgern im Handel zunehmend als kritischer Erfolgsfaktor gesehen. Zukünftig wird die Wettbewerbsfähigkeit noch stärker, so die Erwartung, von der optimalen Funktionalität des implementierten Warenwirtschaftssystems abhängen. Dabei geht es zum einen um die weitere Rationalisierung der Prozesse innerhalb des Unternehmens sowie zwischen den Stufen der Wertschöpfungskette. Zum anderen kommt es immer stärker darauf an, dem Management Steuerungsinfos zur Verfügung zu stellen. Und zwar die richtigen Infos zur richtigen Zeit. Hier geht der Software-Trend in Richtung „mitdenkende Systeme“: Auffälligkeiten im Warenfluss werden vom System „entdeckt“ und per Mail an die zuständigen Stellen gemeldet. So sollen die Kontroll- und Kommunikationsprozesse weiter optimiert werden. Die abverkaufsorientier te Warensteuerung, die für NOS-Artikel bereits üblich ist, wird auch für den modischen Sortimentsbereich immer wichtiger. Diese und andere neue Funktionen lassen Warenwirtschaftssysteme immer komplexer und damit in der Anwendung komplizierter werden. Eine Vielzahl von Funktionen bleibt häufig ungenutzt. Die Software-Anbieter sind deshalb bemüht, ihre Systeme zu vereinfachen. Standardisierte und automatisierte Abläufe sollen die Programme nicht nur bedienerfreundlicher, sondern auch sicherer machen. Sicherheit In den kommenden Jahren wird mit einer Zunahme der Kriminalität beim organisierten Ladendiebstahl und auch mit einer Steigerung der Gewaltbereitschaft gerechnet.Vor diesem Hintergrund ist eine Forcierung der Präventivmaßnahmen zwingend erforderlich. Erleichtert wird dies durch Neuentwicklungen im Bereich der Warensicherung und Videoüberwachung. So wurden auf der EuroCIS neue Sicherheitsetiketten aus Papier gezeigt, von denen sich die Branche weitere Fortschritte beim Thema Quellensicherung verspricht. Weiterentwicklungen bei den Sicherheitsschleusen ermöglichen einen Antennenabstand von bis zu zwei Metern, so dass großzügig gestaltete Eingangsbereiche optisch nicht eingeschränkt werden. Unter Sicherheitsaspekten interessant sind auch neue Videoüberwachungssysteme, mit deren Hilfe beispielsweise Transaktionsvorgänge an der Kasse überwacht werden können. Ein Videoverwaltungstool zeichnet die Transaktionsdaten in Textform auf und ordnet diesen Vorgängen die zeitlich entsprechenden, digital gespeicherten Videobilder zu. So können Auffälligkeiten gezielt analysiert werden. Ein wichtiges Thema auf der EuroCIS waren auch zentrale Systeme zur Analyse aller Aktionen rund ums Thema Warensicherung. Funktionsstörungen, Bedienungsfehler oder mangelnde Sorgfalt im Umgang mit den Sicherheitsetiketten und -schleusen können so schneller entdeckt und behoben werden. Ulrike Lach Was denken Retail-Leader? Auf dem Innovationstag Handel im Rahmen der Euro- CIS wurde die „Retail Leaders Studie 2006“ vorgestellt. Sie wurde vom EHI in Kooperation mit Bearing Point der West LB erstellt. Befragt wurden 50 Top-Entscheider des Handels zur Lage und zur Zukunft des deutschen Handels. Für 2006 zeigten sich die Händler optimistisch, ohne jedoch in Euphorie zu verfallen. Es wird mit Umsatzzuwächsen durch eine Belebung der Konjunktur, die Fußball-WM sowie Vorzieheffekte wegen der Mehrwertsteuererhöhung gerechnet. Mittel- bis langfristig werden die Einzelhandelsumsätze jedoch nicht zunehmen, was am Bevölkerungsrückgang, weiterem Stellenabbau, stagnierenden Einkommen und den Belastungen der Konsumenten durch Abgaben und Vorsorge liegt. In der Auslandsexpansion wird daher ein wichtiger Wachstumsmotor gesehen. Inlandswachstum werde nur über die ständige Anpassung der Sortimente gelingen, sind die befragten Unternehmer überzeugt Nicht Technologien, sondern marktgerichtete Innovationen machten den Unterschied. Um im Inland erfolgreich zu sein, gelte es, neue Konzepte und Formate zu finden und weiterzuentwickeln. Chancen werden auch durch Ausbau sortimentsnaher Dienstleistungen gesehen. Die Studie soll im April veröffentlicht werden. EuroCIS zieht Besucher an Auf der diesjährigen EuroCIS präsentierten 181 Aussteller aus 14 Nationen die neuesten Produkte, Lösungen und Trends für den Handel. Insgesamt kamen an den drei Messetagen nach Angaben der Düsseldorfer Messegesellschaft 5100 Besucher und damit 13 Prozent mehr als zur Vorgängerveranstaltung 2003. Gut angenommen wurden auch die messebegleitenden Rahmenveranstaltungen. Auf dem EuroCIS Exhibitor Forum konnten die Fachbesucher kostenlos halbstündige Vorträge zu den wichtigsten IT-Trends im Handel besuchen. Hans-Werner Sinn und Götz Werner forderten den Paradigmenwechsel in Deutschland auf dem Innovationstag Handel, der vom EHI Retail Network veranstaltet wurde (s. Artikel: Paradigmenwechsel). Die nächste EuroCIS wird vom 27.Februar bis 1. März 2007 stattfinden. 06/06

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