Schuhmarkt

Einfach Regale rücken

Die emotionale Kundenansprache wird immer wichtiger. Da kommt es auch auf eine vielseitige Ladeneinrichtung an, die flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden kann. Schuhhaus Darré wird häufig zur Bühne. 21/06 Ulrike Lach

Die emotionale Kundenansprache wird immer wichtiger. Da kommt es auch auf eine vielseitige Ladeneinrichtung an, die flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden kann. Schuhhaus Darré wird häufig zur Bühne.

 

Heinz-Jörg Ebert ist ein echter Verwandlungskünstler. Ganz nach Belieben wechselt der Mitinhaber des Schuhhauses Darré in Gießen seine Rollen: Vom Einzelhändler zum Eventmanager und Sänger bis hin zum engagierten Streiter für die Attraktivität der Gießener Innenstadt. Und genauso viel Flexibilität verlangt er auch von seinem Geschäft, das eben nicht nur dem Verkauf von Schuhen dient. „Damit alleine können und wollen wir die Kunden nicht an uns binden. Wir möchten ihnen darüber hinaus Außergewöhnliches bieten, das uns unverwechselbar macht.“

Mehrmals im Jahr verwandelt sich das dreigeschossige Ladenlokal in eine beeindruckende Eventlocation. Konzerte, Autorenlesungen, Ausstellungen,Workshops und Filmvorführungen sind nur einige Beispiele aus dem Veranstaltungskalender.

Das Erdgeschoss, in dem normalerweise die Herrenschuhe präsentiert werden, bietet dann Platz für 200 Sitzplätze, und der Kassenbereich im 1. Obergeschoss wird dank maßgeschneiderter Hussen zum Buffet. Die Verwandlung vollzieht sich in Windeseile zwischen Ladenschluss und Veranstaltungsbeginn: „Wir haben bei unserem Umbau vor einem Jahr großen Wert auf die Flexibilität der Einrichtung gelegt“, so Ebert. Und zwar Flexibilität, die man den Möbeln auf den ersten Blick nicht ansieht.

Hauptdarsteller in dem Verwandlungsakt sind die massiv wirkenden Mittelraumpräsenter in der Herrenabteilung. „Wir haben sie so konzipiert, dass sie ganz leicht zu verschieben sind und genau in vorhandene Nischen an den Seitenwänden passen. Die Rollen sind unter dem Sockel versteckt und nicht sichtbar. So wirken die Möbel aus einer Kombination aus Wenge, Edelstahl und Glas trotz ihrer Mobilität sehr wertig“, erklärt der verantwortliche Architekt Heinz Unzen vom gleichnamigen Architekturbüro in Mönchengladbach. Durch das Verschieben der Möbel wird eine Fläche von 300 Quadratmetern frei, die mit 200 Klappstühlen bestuhlt werden kann.

Je nach Bedarf können außerdem eine Bühne aufgebaut und eine große Projektionswand ausgefahren werden, die sich im Verkaufsalltag in einer Fuge in der Decke versteckt. Die räumliche Mobilität war für Familie Ebert aber nur ein Kriterium bei der Neuplanung der Ladeneinrichtung. Mindestens genauso wichtig ist ihnen die schnelle Umrüstbarkeit der Warenpräsenter entsprechend den saisonalen Erfordernissen in Bezug auf Anzahl und Art der präsentierten Schuhmodelle.

Für die Präsentation der Stiefelmode haben sie sich zusammen mit Heinz Unzen eine besondere Lösung einfallen lassen: Die Schäfte werden seitlich von kurzen Stiften gehalten, die an der Rückwand adaptiert werden. „So brauchen wir die Stiefel nicht auszufüllen und können trotzdem auf eine hängende Präsentation verzichten“, freut sich Ebert. Angenehmer Nebeneffekt: Die Kunden stellen die Stiefel meistens in die entsprechende Lücke zurück, so dass das Warenbild fast immer aufgeräumt wirkt.

Für Ladenbauprofi Unzen ist die Entwicklung solcher Alleskönner Alltag. „Wir versuchen, den Einzelhändlern mit der Ladeneinrichtung ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie schnell und unkompliziert neue Präsentationslösungen schaffen und somit ihren Kunden immer wieder neue visuelle Reize bieten können.“ Die Einrichtung flexibler zu gestalten war auch für Reinhard Mewes vom Ariston-Nord-West-Ring ein wichtiges Anliegen bei der Entwicklung des Best-Partner-Ladenkonzeptes. „Unser Konzept löst Lager auf, vergrößert die Verkaufsfläche und schafft so den nötigen Freiraum für ständig wechselnde Produkt-Erlebnisse mit emotionalen Blickfängen.“

Optimiert wurde dabei auch der Teil der Sortimentsdarstellung, bei dem Flexibilität und Mobilität ein Muss ist: Die Warenpräsentation vor dem Geschäft. Ein Bereich, der häufig vernachlässigt wird. Ein Anbieter, der sich auf mobile Präsenter spezialisiert hat, ist die Firma Metallwaren Wohlfahrt aus Walldürn. Sie bietet eine Reihe von Modellen an, mit denen die Außenpräsentation optimiert und damit eine erste mögliche Hemmschwelle abgebaut werden kann. 21/06 Ulrike Lach

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