Schuhmarkt

Mutige Entscheidung

In Leipzig hat Wolfgang Ludwig sein insgesamt sechstes Geschäft eröffnet. Über einen Mangel an Wettbewerbern kann er sich nicht beschweren. Doch Ludwig sieht eher die Chancen, weil er nah an den Kundenbedürfnissen ist. 23/06 Peter Ludwig

In Leipzig hat Wolfgang Ludwig sein insgesamt sechstes Geschäft eröffnet. Über einen Mangel an Wettbewerbern kann er sich nicht beschweren. Doch Ludwig sieht eher die Chancen, weil er nah an den Kundenbedürfnissen ist.

Seit dem 24. August ist Ludwig-Schuhe in Leipzig präsent, im „Petersbogen“, einer glasüberdachten Shopping-Mall in der City der Pleißestadt. An dem Standort hatte sich zuvor das Mania-Verkaufskonzept ausprobiert. In dem 210 Quadratmeter großen Laden herrscht eine anspruchsvoll-gediegene Athmosphäre. Es wird ein Markenschuhangebot offeriert, das sportive Mode mit hohem Tragekomfort in den Mittelpunkt stellt.

Inhaber Wolfgang Ludwig nennt dafür Camel-Active, Clarks, Ecco, Eject, Everybody, Marc, Rieker, Think oder Vagabond sowie italienische Lieferanten wie Olip, Mitica, Oxmox oder Manas. „Ohne galanterielastig zu sein“, heißt es und ganz bewusst sei auf Bequemschuhe verzichtet worden, „das gibt die Fläche nicht her.“

Als einer der größten Kinderschuhanbieter in den neuen Ländern bietet er in Leipzig mit einer Primigi-Corner einen besonderen Blickfang. Ludwig-Schuhe mit Stammhaus in Sangerhausen hat in Leipzig seine insgesamt sechste Dependance eröffnet. Mit Schuhfachgeschäften in Halle/Saale, Weißenfels, Bad Frankenhausen und dem Sangerhäuser Monolabel-Store „Rieker-Point“ verfügt das 1991 von Lone und Wolfgang Ludwig gegründete Unternehmen zusammengenommen über fast 1500 Quadratmeter Verkaufsflächen.

Den Leipziger Laden aus der Taufe zu heben war zweifellos eine mutige Entscheidung. Liegt doch das Risiko bei Betrachtung der Schuhhandelslandschaft in Leipzigs Innenstadt auf der Hand: Alle großen, auch konsumigen Anbieter sind teils gleich mit mehreren Filialen vertreten und allein das überaus stark frequentierte Einkaufszentrum ‚Bahnhofs-Promenaden’ im Leipziger Hauptbahnhof bringt es auf knapp ein Dutzend Schuhverkaufsstellen, weswegen es in Leipzigs City inhabergeführte Geschäfte nicht leicht haben und sich allenfalls mit Nischenprodukten behaupten können.

Zudem gelten hier Galeria Kaufhof und Kaufhaus Karstadt als Top-Einkaufsadressen. Letzteres – gerade mit einem Aufwand von 200 Millionen Euro zum Premium-Haus umgestaltet und neu eröffnet – liegt Ludwig-Schuhe sozusagen direkt vor der Tür. In diesem Umstand sieht das ANWR-Mitglied Wolfgang Ludwig jedoch eher Chancen als Risiko, weil der vom attraktiven Einkaufstempel Karstadt angezogene Besucherstrom unmittelbar am Laden vorbei führt. Ein profilierter Schuhverkäufer werde hier mehr als anderswo wahrgenommen. „Und es funktioniert“, wie jüngst der ANWR-Regionalrepräsentant bestätigte.

Zum Gutteil dürfte das aber auch dem Konzept von Ludwig-Schuhe in Leipzig geschuldet sein. „All business is local“, weiß Inhaber Wolfgang Ludwig. „Wir verstehen Mode in erster Linie als Zeitgeist, den zu erfassen man seinen regionalen Markt kennen und verstehen muss. Was wollen denn unsere Kunden? Dies sehr genau zu analysieren wenden wir viel Zeit auf. Es geht um Nuancen, um Kleinigkeiten, die es ausmachen, um wahrhaftig dichter an den Kunden und somit erfolgreich zu sein.“ 23/06 Peter Ludwig

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