Schuhmarkt

Vorzeigeunternehmer der Schuhindustrie

Carl-August Seibel feierte ein Dreifach-Jubiläum. Er kündigte Investitionen in den "Romika"-Stammsitz Trier und exklusive Kleinserien aus der "Gläsernen Schuhfabrik" an.

Wenn einer wie der Hauensteiner Schuhfabrikant Carl-August Seibel gleich drei Jubiläen feiert, kommt auch mal der rheinlandpfälzische Ministerpräsident Kurt Beck höchstpersönlich angereist, um dem Jubilar zu gratulieren und die Verbundenheit mit Region und Unternehmertum zu dokumentieren.

Schließlich beschränkt sich der Wirkungskreis von Seibel nicht nur auf den angestammten Standort Hauenstein mit der Josef Seibel Schuhfabrik (120 Jahre) und „Der Kleine Muck“ (50 Jahre), sondern auch auf „Romika“ (70 Jahre), die Seibel jüngst übernommen hat und an deren Stammsitz in Trier er kräftig weiter investieren will.

 

Carl-August Seibel feierte mit 350 Festgästen, darunter vielen Pensionären seiner Unternehmen, in der alten Seibelschen Fabrik von 1899 im pfälzischen Hauenstein. Seibel hat offensichtlich einen Lauf. Letztes Jahr die Übernahme von „Romika“, dieses Frühjahr die lange erkämpfte Eröffnung des eigenen Outlets „ShoeCity“ am Tor der Hauensteiner Schuhmeile, die mit ihrer Sonntagsöffnungszeit im Sommer zwar auch einige Gemüter erhitzt hat, aber dem ehemals bitterarmen Waldbauern- und späterem Schuhdorf Hauenstein einen zweiten merkantilen Frühling bescherte.

Carl-August Seibel sonnt sich in der Anerkennung, schließlich hat er mit seiner „Gläsernen Schuhfabrik“, zunächst eher Marketingmittel und Aushängeschild, ein kräftiges Statement am Ort abgegeben. Künftig sollen hier nicht nur Muster und Modelle, sondern exklusive Kleinserien, 100 Prozent „Made in Germany“, entstehen. In Trier wird Seibel eine ehemalige Kaserne für „Romika“ umnutzen und wie in Hauenstein Produktion zum Anschauen präsentieren, kombiniert mit Gastronomie und Outlet. Seibel sagte mit Blick auf den vorausgegangen Niedergang von „Romika“: „Man muss sich in unsrer Branche mit dem Produkt beschäftigen. Allein auf die Zahlen zu schauen, genügt nicht.“ Die Unternehmungen Seibels produzieren täglich 24 000 Paar Schuhe an mehreren Standorten in (Ost-)Europa und Asien.

In Hauenstein selbst sind noch 250 Mitarbeiter beschäftigt, davon 100 in der Produktentwicklung, in Trier sind es noch 90 Mitarbeiter. Seibel besitzt auch die Rechte an der Marke „Westland“, die derzeit nicht genutzt werden, aber möglicherweise für eine preiswerte Produktlinie eingesetzt werden könnten. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) attestierte Seibel, ihn mit seinen Projekten „ermuntert und erfreut“ zu haben. „Die rasante Entwicklung der ältesten Hauensteiner Schuhfabrik ermutigt und stimmt für die Region zuversichtlich“.

Hinter den Erfolgen der Seibel-Gruppe stünde der Unternehmer Seibel mit seiner Kreativität, seinem Durchsetzungsvermögen und seiner Persönlichkeit. Beck mahnte an, dass im europäischen Streit um die Namensrechte an den „Sparkassen“ der mittelständischen Wirtschaft die Finanzquellen verloren gehen könnten. Es gebe ganze Branchen, die von Geschäftsbanken nicht mehr wahrgenommen würden. „Sparkassen müssen noch Sparkassen sein und für Privatleute und mittelständische Unternehmen wichtige Finanzierungsquelle bleiben”, sagte Beck.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages und Landrat des Kreises Südwestpfalz, Hans Jörg Duppré, würdigte Seibels Dreifachjubiläum als „echte Familienfeier“. Der Aufschwung, den die Gemeinde Hauenstein genommen habe, „ist ein wesentlicher Erfolg ihrer Firmen”, sagte Duppré an Seibel gerichtet. „Mut und Ehrgeiz“ seien ausschlagebend gewesen, „aus dieser Situation etwas zu machen. Da sind viele andere, die neidvoll darauf schauen, was sich hier getan hat“. Duppré mahnte erneut, den ländlichen Raum wirtschaftlich nicht abzukoppeln. Dort sei die mittelständische Wirtschaft zu Hause, die vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung nicht aus dem Blick verloren gehen dürfe.

Der Geschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie, Philipp Urban, würdigte Seibel als „Vorzeigeunternehmer der deutschen Schuhindustrie“. Seibel sei offen für neue Entwicklungen und habe „immer wieder neue Antworten gefunden“. Der Geschäftsführer des Verbandes der Schuhindustrie in Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Neumann, nannte Seibels Unternehmen ein „Flaggschiff in Deutschland“. Bei jedem Besuch bei Seibel in Hauenstein können man „Optimismus tanken“. 16/06 Fred G. Schütz

Verwandte Themen
Deloitte Weihnachtsgeschäft Einzelhandel
Laut Deloitte darf sich der Einzelhandel auf Weihnachten freuen weiter
ECE Alstertal-Einkaufszentrum Hamburg
ECE-Initiative startet in Hamburger Einkaufszentrum weiter
Otto-Zentrale in Hamburg
Otto-Wachstumsstrategie geht auf weiter
Yumalove ist auf Deutschland Tour weiter
Riesenauswahl im neuen Flagship-Store von Görtz in Berlin.  Foto: ©Görtz/Christoph Gebler
Görtz feiert Neueröffnung im Upper West weiter
Die kleinen Roboter heben die Transportbehälter hoch und transportieren sie an die gewünschten Stellen. Screenshot: www.amazon-logistikblog.de
Roboter im Amazon Logistikzentrum weiter