Schuhmarkt

Der Schuh dazu

Mit trendigen Taschen in bester Qualität und zu freundlichen Preisen hat sich Abro zu einer angesagten Marke im Mode- und Fachhandel entwickelt. Jetzt möchten die Brüder Bruder mit den dazu passenden Schuhen neue Kunden gewinnen. 23/06 Ilona Sauerbier

Mit trendigen Taschen in bester Qualität und zu freundlichen Preisen hat sich Abro zu einer angesagten Marke im Mode- und Fachhandel entwickelt. Jetzt möchten die Brüder Bruder mit den dazu passenden Schuhen neue Kunden gewinnen.

Rot lackierte Wände, Louis XIV Stühle, manirierte Golddekors in Kombination mit coolem High Tech Design. Wer auf der letzten März-GDS in Düsseldorf am Abro Stand vorbeikam, musste zwangsläufig stoppen. Nicht nur, dass diese Messedeko völlig aus dem Rahmen fiel, das Ambiente war kurze Zeit vorher noch die Backstage-Kulisse von Robbie Williams’ Deutschland Tournee. Der Abro-Firmendekorateur hatte den Kontakt hergestellt, und die Brüder Bruder fanden die Idee spontan gut.

„Wir sind für Neues grundsätzlich offen“, sagt Stefan Bruder, der kreative Kopf bei Abro und zugleich zuständig für Vertrieb und Marketing. Gemeinsam mit seinem Bruder Achim, der den Bereich Finanzen und Marketing verantwortet, führt er die Firma. Abro gehört inzwischen zu den Trendmachern in der Lederwarenbranche. Ein Unternehmen, das frische Akzente setzt und damit mehr und mehr Modehändler anspricht. Das war nicht immer so: Bis vor knapp sechs Jahren stand die 1930 gegründete Firma Abro – Adam Alois Bruder GmbH in Rodgau/Jügesheim - für preiswerte, kommerzielle Taschen und Designerkopien.

Mit dem Generationswechsel zu Achim und Stefan Bruder hat sich die Philosophie sukzessive verändert, und die Marke hat durch kreativen Input deutlich mehr Profil bekommen. Dabei ist sie jünger und hochwertiger geworden. Seit den 80er Jahren wurde die Produktion nach und nach ins Ausland verlagert, so dass freundliche Preislagen auch bei hochwertig zugerichteten Kalbledern, Ziegennappas und Lammnappas möglich sind. Dazu kamen trendige Styles, wertvollere Dekors, schönere Details. Der Handel hat diese Veränderung registriert, und heute gehören neben dem Lederwarenfachhandel auch führende Handelsdressen wie Bailly Diehl, Frankfurt, Engelhorn, Mannheim oder Beck, München, zur Kundschaft.

Den Eltern Jakob und Edeltraud Bruder, die das Unternehmen in der zweiten Generation weiter geführt haben, gefällts, denn sie helfen nach der Übergabe der Geschäftsführung an ihre Söhne immer noch im Unternehmen aus. Mit der Verjüngung von Abro hat sich auch die Kundenstruktur verändert. „Für uns ist der ein richtiger Kunde, der ein gutes Verständnis für modische Taschen hat“, sagt Achim Bruder. Das können Lederwarengeschäfte, Modeläden aber auch Schuhhändler sein. Hauptsache, sie verstehen es, Taschen zu inszenieren und sie ins richtige Umfeld zu bringen.

Dabei geht man inzwischen sehr selektiv vor. Wir beliefern unterschiedliche Partner in einer Stadt und suchen uns die aus, die am besten zu uns passen. Natürlich blieben dabei lange Geschäftskontakte gewahrt, „auch wenn sich ein langjähriger Kunde optisch manchmal nicht so darstellt, wie man das gerne hätte .“ Abro beliefert in Deutschland derzeit 500 kaufende Kunden. Im europäischen Ausland sind es weitere 500. Sie werden über eigene Vertriebsagenturen gesteuert. Der Exportanteil liegt bei 55 Prozent. Während man hierzulande noch stark auf den Fachhandel ausgerichtet ist, werden in europäischen Ländern vorrangig Modehäuser und Boutiquen beliefert.

Taschen als Türöffner

Die Kollektion besteht derzeit aus 120 Taschen, in Preislagen von 129 bis 220 Euro. „Eine aufwändige Tasche aus hochwertig verarbeitetem Rindleder kann aber schon mal über 300 Euro kosten“, sagt Nadine Bergel-Dunkel, die sich um die Kommunikation kümmert. Die Durchschnittspreislage wird um 199 Euro angegeben. Es gibt zwei Hauptkollektionen und zwei Nebenkollektionen im Jahr. Hinzu kommen Accessoires wie derzeit 60 Gürtel, die die modischen Taschen ergänzen und darauf abgestimmt sind. Alle Serien werden im hessischen Jügesheim von Designern entwickelt und in Italien, Osteuropa und China produziert.

„Nachdem uns immer Kunden gefragt haben, ob wir nicht auch passende Schuhe zu den Taschen machen könnten“, sagt Achim Bruder, sei die Entscheidung gefallen Schuhe in das Programm zu integrieren. Seit drei Saisons gibt es nun eine modische Schuhkollektion, die mit passenden Gürteln und Accessoires abgerundet wird. Aus den anfänglich 12 Modellen ist inzwischen eine stattliche Kollektion von 25 Schuhen geworden. Die Verkaufspreislagen für diese Schuhe liegen zwischen 129 und 149 Euro, Stiefel kosten 199 bis 299 Euro. Vom Kollektionsumfang ist das bislang „noch überschaubar“, so Stefan Bruder, aber Ziel sei es, in kleinen Schritten zu wachsen und die Kollektion stetig auszubauen.

Und wie reagiert der Schuhhandel ? „Zunächst hat man uns gar nicht wahr genommen“, erinnern sich die beiden Bruder Brüder. In der zweiten Saison wurde man schon aufmerksamer auf Schuhe von Abro, „und jetzt führen wir interessante Gespräche und haben viele kleinere, kaufende Kunden gewinnen können.“ Dennoch verliefe der Einstieg zu einem interessanten Händler immer noch über die Tasche, sagt Achim Bruder. Aber damit könne man gut leben.

 

„Wir sind sehr realistisch was die Anspruchshaltung des Schuhhandels betrifft, und dass wir zunächst auf Skepsis treffen, daher haben wir von Beginn an auf Passform und beste Qualität gesetzt“. Produktionsstandorte sind daher ausgesuchte Hersteller in Osteuropa. „Oberstes Ziel bei künftigen Schuhaktivitäten ist es Kontinuität zu zeigen. Darin sind sich beide einig. Heute mal ein paar Schuhe in die Kollektion aufnehmen , um sie morgen dann wieder einzustellen, bringe gar nichts. Das kostet nur Image. 23/06 Ilona Sauerbier

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