Schuhmarkt

Mit Ostküstencharme

Tommy Hilfiger Shoes haben sich in der Range der angesagten Casualmarken gut platziert. Die Lifestylemarke mit dem typisch amerikanischen Ostküstencharme wird jetzt konzeptionell angepasst. Wir sprachen mit Dirk Pues über Mode, Märkte und Bestseller. 22/07 Ilona Sauerbier

Tommy Hilfiger Shoes haben sich in der Range der angesagten Casualmarken gut platziert. Die Lifestylemarke mit dem typisch amerikanischen Ostküstencharme wird jetzt konzeptionell angepasst. Wir sprachen mit Dirk Pues über Mode, Märkte und Bestseller.

Herr Pues, wie fühlen Sie sich nach der Übernahme?

Es geht uns gut. Die Übernahme war eigentlich für beide Seiten sinnvoll, weil wir einen Lizenvertrag mit Tommy Hilifger Europe in Amsterdam hatten, der 2012 zu Ende gegangen wäre. Nach Beendigung des Vertrages hätten wir uns ohnehin neu ausrichten und erneuern müssen. So wurden die Aktivitäten jetzt bereits vorgezogen.

Wie empfinden Sie das?

Es war eine Übernahme unter positiven Vorzeichen. Wir haben die Schuhe von Tommy Hilfiger im europäischen Markt etabliert und nun werden wir unsere Expansion durch die zentrale Markenführung konsequent fortsetzen und über 2012 hinaus planen können.

Wird sich personell etwas ändern?

Im Team hat sich wieder alles beruhigt. Es wird keine personellen Konsequenzen geben, aber Abteilungsabläufe werden nun angeglichen. Wir verändern Inhalte, aber keine personellen Strukturen. Ich bleibe alleinverantwortlich für Schuhe und werde mich zukünftig noch stärker in Richtung Amsterdam ausrichten. Eine Veränderung in der Vertriebsstrategie gibt es nicht.

Was wird anders werden?

Wir werden eine klare Abgrenzung von Sportswear und Denim innerhalb der Kollektion vornehmen. Sportswear steht weiterhin für Sport und Casual, bleibt aber trotzdem modisch, während Denim eindeutig jünger ausgerichtet wird. Dabei wird es ein eigens auf Denim abgestimmtes Branding und Packaging sowie POS-Material geben. Bisher ist Sportswear mit 80 Prozent Anteil noch die stärkste Schiene, auf Denim entfallen 20 Prozent. Wir wollen den jungen Denim-Bereich aber deutlich steigern und ausbauen. Generell werden die Inhalte gestärkt, die Kollektionen bleiben aber wie gehabt.

Wie steht es mit Business-Schuhen?

Wenn Sportswear und Denim stehen, werden wir den Bereich „Dress“ ausbauen. Darunter sind die typischen Business-Klassiker angesiedelt.

Was sind die erfolgreichsten Bereiche?

Im Moment liegt die Umsatzgewichtung im Erwachsenenbereich bei 70 Prozent Damenund 30 Prozent Herrenschuhen. Mit diesen 30 Prozent Marktanteil sind wir bei Herren allerdings überproportional stark im Markt. Auch Kinderschuhe entwickeln sich gut. Wir planen von derzeit neun Prozent Anteil am Gesamtumsatz auf zehn bis 15 Prozent zu kommen.

Womit lässt sich das Kindergeschäft pushen?

Wir übernehmen für Kinder Ideen aus dem Damen- und Herrenbereich. Wir machen die Styles kindgerecht und arbeiten mit saisonalen Tommy-Hilfiger-Details wie Prints und Badges an den Modellen. Zudem wollen wir Kinder ab zehn Jahren stärker erfassen. Das ist ein Bereich, der unbedingt stärker besetzt werden muss. Die Teenies wollen nicht mehr in den Kinderabteilungen zwischen Clowns und Rutsche einkaufen.

Wie wichtig sind für Sie Retailaktivitäten?

Shop oder Fachhändler? Das ist immer die Frage. Ich denke, die Wahrheit liegt in der Mitte. Ein guter Fachhändler ist immer besser, und für uns sind gute Fachhändler die wichtigsten Partner. Wenn allerdings High Heels neben Hausschuhen stehen, entspricht das nicht mehr unserer Vorstellung. Der Fachhadel muss sich um ein klares Profil bemühen, indem er sich über Marke, Produkt und Preis gegenüber den Großflächenanbietern abgrenzt.Tommy-Hilfiger-Stores bieten für uns eine ideale Plattform, dem Konsumenten die gesamte Markenwelt näher zu bringen.

Wirkt sich die neue Konzeption auf die Kollektionen aus?

Wir machen zwei Kollektionen im Jahr und ergänzen mit Pronta Moda.Wir zwingen unsere Kunden aber nicht zu sechs Kollektionen im Jahr. Der Kollektionsumfang wird künftig bleiben. Die Aufteillung wird allerdings, wie beschrieben, anders.

Könnten Sie sich Glamour Shoes von Hilfiger vorstellen?

Sportswear und Casual sind unsere Stärke. Dabei wird es grundsätzlich bleiben.Wenn sich ein neuer modischer Trend entwickelt sind wir natürlich dabei, aber wir stehen für einen gewissen Stil, den wir nicht verlassen wollen.

Was sind die wichtigsten Themen für Sommer 2008?

Ballerinas und Leinenschuhe sind ganz wichtig bei den Damen. Wir machen natürlich auch Lackschuhe. Ebenso Espadrilles, obwohl sie im Markt rückläufig sind: Bei uns laufen sie. Grundsätzlich wird alles femininer. Bei Herren setzen wir auf viele gewaschene Denims, allerdings nicht mehr so used. Schlankere Leisten sind wichtig. Auch weiche Mokassins sind unser großes Erfolgsthema.

 

Tommy Hilfiger in Kürze

Ende Juli wurde die Tommy Hilfiger Footwear GmbH, Osnabrück, von Tommy Hilfiger Europe mit Sitz in Amsterdam übernommen. Seit 2002 sind Tommy Hilfiger Schuhe als Lizenzpartner der Hamm Shoe & Accessories Company, Osnabrück, auf dem deutschen Markt. Binnen fünf Jahren hat sich der TH-Umsatz auf über 65 Mio. Euro in Europa entwickelt. Dirk Pues, von Anfang an Mitglied des Tommy-Hilfiger-Geschäftsleitung bleibt nach der Übernahme als Geschäftsführer tätig und berichtet an Daniel Grieder,COO von Tommy Hilfiger Europe BV. 22/07 Ilona Sauerbier

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