Schuhmarkt

Mehr Luxus im Visier

Seit April ist das Traditionsunternehmen Bally wieder in neuen Händen. Johann Adam Benckiser, Firmenchef der kürzlich gegründeten Labelux Gruppe, ist auf Luxusunternehmen spezialisiert und will Bally entsprechend voranbringen. 13/08 Andrea Martin

Seit April ist das Traditionsunternehmen Bally wieder in neuen Händen. Johann Adam Benckiser, Firmenchef der kürzlich gegründeten Labelux Gruppe, ist auf Luxusunternehmen spezialisiert und will Bally entsprechend voranbringen.

Das Schweizer Schuhunternehmen Bally hat in seiner 157-jährigen Geschichte schon einige Krisen und wechselhafte Zeiten erlebt und vor allem überlebt. Die letzte Krise war 2004 überwunden, als das Unternehmen unter CEO Marco Franchini wieder schwarze Zahlen schrieb, und diesen Erfolg krönte die Eröffnung des ersten Bally-Flagship-Stores 2006 in New York. Mehr als 600 Gäste flanierten seinerzeit durch den New Yorker Store, um die limitierte Auflage der Schuhedition zu bewundern. Die Schuhkollektion, angefertigt nach ersten Original-Ballymodellen, war in kürzester Zeit ausverkauft.

Ein Schweizer in Paris

Wie viele Geschichten beginnt auch die Bally-Story in Paris. Der Schweizer Bänder-Fabrikant Carl Franz Bally sollte seiner Frau von seiner Reise nach Paris ein Paar Schuhe als Geschenk mitbringen. Doch er hatte die Schuhgröße vergessen und kam statt mit einem Paar gleich mit mehreren im heimatlichen Dorf Schönenwend an. Beide waren von den luxuriösen Modellen so angetan, dass kurz darauf im Jahr 1851 der Startschuss für die erste Schuhproduktion fiel.

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13/08 Andrea Martin

4 Beide waren von den luxuriösen Modellen so angetan, dass kurz darauf im Jahr 1851 der Startschuss für die erste Schuhproduktion fiel. Bereits 13 Jahre nach der Gründung von Bally erwirtschaftet das Unternehmen eine Million Schweizer Franken. Die Expansion des Schuhunternehmens wurde erst 1930 durch die Weltwirtschaftskrise gestoppt. Doch die Nachfahren des Gründers bauten das Unternehmen in den 50er- bis 70er- Jahren weltweit aus und erweiterten das Sortiment um Bekleidung, Taschen und Accessoires. Auch die heutigen Inhaber wissen das umfangreiche Schweizer Erbe zu schätzen. Dr. Berndt Hauptkorn, CEO der Labelux Gruppe, sagt: „Bally ist eine großartige Marke mit einem enormen Hintergrund, die von Marco Franchini und seinem Team in den letzten Jahren hervorragend aufgebaut wurde.“ Der Italiener Marco Franchini, langjähriger Mitarbeiter bei Gucci und Genny Spa, hatte, als er 2002 an die Spitze des Unternehmens berufen wurde und Bally in großen finanziellen Schwierigkeiten steckte, viel Aufbauarbeit zu leisten. Marco Franchini erkannte, dass der Wiedererkennungswert der Marke hoch war, und die alten Stärken der Marke, gepaart mit Innovation im Kollektionsauf- D CEO Marco Franchini: Eine großartige Marke mit einem enormen Hintergrund Neu eröffnet: Bally in Frankfurts Goethestraße Schuhmarkt 13-2008 1 bau, zum Erfolg führen könnten. Neben starken Restrukturierungsmaßnahmen bescherte der Ausbau des weltweiten Einzelhandelsnetzes den Schweizern dann im Geschäftsjahr 2004 eine schwarze Null. Marco Franchini betont immer wieder wie wichtig das Erbe der Marke auch für weitere Strategien ist: „Das Bally–Erbe ist ein Teil der Markenidentität. Es ist für Bally von größter Bedeutung, an die großartige Vergangenheit anzuknüpfen und eine ideale Brücke zur Gegenwart zu schlagen.“ Die Wende mit Brian Atwood Mit der erfolgreichen Positionierung der Marke Bally holte man 2007 den bekannten Schuhdesigner Brian Atwood an Bord. Inzwischen eröffnet Bally weltweit neue Stores. Aktuell sind es xx. Zur jüngsten Eröffnung zählen neben Berlin, bremen, düsseldorf und München die Flagship Stores in Frankfurt und Stuttgart. Perth, Peking, Belgrad und Warschau sollen 2008 folgen. Bally stellt sich der globalen Herausforderung, auch hinsichtlich der Kollektionsausrichtung: „Wir geben unser Bestes, weltweit einheitliche Produkte anzubieten. Wir passen die Marke also nicht an spezifische Märkte an“, erklärt Franchini. Das gilt sowohl für Schuhe als auch für Taschen. Momentan machen Schuhe 55% des Gesamtumsatzes aus, 33% gehen an die Taschenkollektion. In der aktuellen Herbstsaison legt Brian Atwood großes Augenmerk auf die Details. Eine Mischung aus Texturen und handwerklicher Verarbeitung sollen „starke Sinnlichkeit“, Funktion und Eleganz vereinen. Dafür stehen bei Schuhen Ledersohlen mit eingearbeiteten Gummielementen. Stiefel sind Grundstein der Kollektion. Weiches Leder oder Velours mit bestickten Details werden für kniehohe Stiefel verwendet, oft mit verdeckt eingearbeiteter Plateausohle. Bei der Bekleidung sind Drucke, Rüschen auf Chiffon, Brokat, Seidenjersey, Kasch- Stiefel sind das Kernstück für Winter 08. Ballys Boots for Walking Taschen machen 33% des Gesamtumsatzes. Lässig und edel: Weekender für 950 Euro mir, bestickter Filz und Leder angesagt. Alles ist sehr feminin ausgerichet. Auch bei den Herren heißt es: edle Funktion mit lässiger Eleganz. Im Luxusmarkt hat sich Bally in den letzten Jahren etabliert. Was wird sich nun mit dem neuen Eigentümer der Labelux–Gruppe ändern? Am Management der Bally International AG momentan nichts, verlautet es von den Österreichern. Dr. Berndt Hauptkorn, CEO der Labelux Gruppe: „Wir wollen den Ausbau der Marke langfristig auf dem internationalen Parkett vorantreiben. Andrea Martin

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