Schuhmarkt

Blakebest – Schuhe mit eigener Philosophie

Qualitätsschuhe zu bezahlbaren Preisen – das ist das Motto, unter dem sich Schuhmachermeister aus ganz Deutschland zusammengeschlossen haben. „Blakebest“ ist somit nicht nur eine Machart, sondern auch ein Markenzeichen.

Aus hochwertigen Materialien und mit konstruktiven Neuerungen gefertigt, bekommt der Kunde zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis seine Wunsch-Schuhe auf die Füße gezaubert. „Wichtig ist uns, dass die Schuhe zwar hochwertig und handgefertigt sind, aber dennoch erschwinglich bleiben“, sagt Andreas Baumbach, Schuhmachermeister aus Wiesbaden und Initiator der Blakebest-Vereinigung. Sie hat vom Schliersee bis nach Hamburg rund 20 Mitglieder und im letzten Jahr gut 250 Paar Schuhe in der Blakebest-Machart verkauft. Die edlen Treter zeichnen sich durch eine besondere Verarbeitung aus: Der Blakebest-Schuh wird zweimal genäht. Zunächst werden Rahmen, Schaft und Brandsohle mit der ersten Naht zusammengefügt, danach Laufsohle und Rahmen mit der Doppelnaht.

Der Unterschied zur herkömmlichen rahmengenähten Machart beziehungsweise dem Goodyear-Verfahren ist, dass die erste Naht durchgenäht ist, so dass auf der Brandsohle die Durchnähnaht zu sehen ist. Sie wird mit einer austauschbaren Decksohle verdeckt. Der Hohlraum zwischen Brandsohle und Laufsohle wird mit einer Korkmasse ausgefüllt, dem sogenannten Korkausball. Auf diese Weise kann sich der Fuß sein eigenes Bett im Schuh formen. Leisten werden individuell gefertigt oder es werden über Mietleisten die speziellen Kundenwünsche berücksichtigt. Anders als beim durchgenähten Schuh ist die Blakenaht vor Nässe geschützt, da keine durchgehende Verbindung zur Laufsohle besteht. Der bekanntere Goodyear-Schuh unterscheidet sich übrigens wie auch andere Macharten durch eine andere Ausführung der ersten Naht und vorkonfektionierte Brandsohlen mit aufgeklebtem Nähwulst.

Natürlich bieten die Blakebest-Schuhmacher auch Reparatur und Pflege an. Der eigenwillige Name entstammt der Machart „Blake-Rapid“. Mit der um 1890 von John Blake erfundenen Durchnähmaschine, der „Blake“, wird die erste Naht ausgeführt und mit der „Rapid Machine“ die Doppelnaht. „Mit Blakebest ist es endlich gelungen, die Tradition im Maßschuhbau auf den neuesten Stand zu bringen“, erklärt Andreas Baumbach. „Durch unser Verfahren können wir endlich einen qualitativ hochwertigen Schuh zu moderaten Preisen fertigen.“

Zur Freude vieler Kunden, denn Maßschuhe finden immer mehr Liebhaber. Gründe gibt es viele: In erster Linie natürlich der einzigartige Tragekomfort, die gute Qualität und somit Langlebigkeit. Aber so mancher möchte auch ein Duplikat seines persönlichen Lieblingsschuhs bekommen oder er hat ausgefallene Wünsche hinsichtlich Farbe, Form sowie Material. Passformprobleme bei Konfektionsschuhen oder gesundheitliche Anforderungen sind weitere Argumente, die Kunden zu den Schuhmachern führen. „Aus welchem Grund auch immer; das aufwendige Herstellungsverfahren mit Handnaht musste bisher immer mitverkauft werden, obwohl es zur Erfüllung der Wünsche meist nur wenig beiträgt“, sagt der Blakebest-Gründer.

„Selbst bei handgenähten Maßschuhen über 1000 Euro hat sich ja schon früh unter anderem für die Schaftverarbeitung die Maschinennaht durchgesetzt, aber der Schuhmacher hatte bisher kein Verfahren zur Hand, Maschinennähte für den hochwertigen Aufbau eines Schuhes mit Ausball und Rahmen zu verwenden. Dabei bietet die Handnaht keine Vorteile hinsichtlich längerer Haltbarkeit.“ Für die Blakebest-Mitglieder aus ganz Deutschland schließt sich die Lücke zwischen Massenprodukt aus der Schuhfabrik und der hochpreisigen, individuellen Einzelanfertigung mit Handnaht. Materialien und Schäfte sind dieselben, die Preise ab 590 Euro orientieren sich schon eher an denen hochwertiger Konfektionsware. Für den traditionell rahmengenähten Schuh mit Handnaht werden in der Regel 600 Euro mehr verlangt.

Die Kunden jedenfalls freuen sich über individuelle Schuhe vom Schuhmachermeister zu moderateren Preisen. Das Blakebest-Verfahren wird seit rund 10 Jahren angewandt und hat sich in dieser Zeit bewährt. Im Jahre 2004 wurde die Marke Blakebest beim Patentamt angemeldet. Die Schuhmacher unterzeichnen einen Lizenzvertrag, der es ihnen gestattet, die Marke zu verwenden, und mit dem sie sich verpflichten, die Qualitätskriterien einzuhalten. Der Meisterbrief sowohl im Schuhmacher- als auch im Orthopädieschuhmacherhandwerk ist Voraussetzung; innerhalb von zwei Jahren muss darüber hinaus ein Schuh zur Leistungsschau eingereicht werden. „Handwerk ist gelebte Tradition“, sagt Baumbach abschließend. „Blakebest-Schuhmacher haben den handwerklich hergestellten Schuh unter Weiterentwicklung alter Techniken wieder einem größeren Kundenkreis zugänglich gemacht. Qualität kommt im Handwerk von Qualifizierung!“ 06/07 Ilka Marita Bünting

Verwandte Themen
Schuhe sind nicht neu bei Wilvorst, aber ein gutes Zusatzgeschäft, das in die Domäne des Schuhfachhandel eindringt. Bild: Wilvorst
Hochzeits-Outfit komplett von Wilvorst weiter
Deloitte Weihnachtsgeschäft Einzelhandel
Laut Deloitte darf sich der Einzelhandel auf Weihnachten freuen weiter
ECE Alstertal-Einkaufszentrum Hamburg
ECE-Initiative startet in Hamburger Einkaufszentrum weiter
Otto-Zentrale in Hamburg
Otto-Wachstumsstrategie geht auf weiter
Yumalove ist auf Deutschland Tour weiter
Riesenauswahl im neuen Flagship-Store von Görtz in Berlin.  Foto: ©Görtz/Christoph Gebler
Görtz feiert Neueröffnung im Upper West weiter