Schuhmarkt

Von Cowboys und Glamourgirls

Klassiker wie der Cowboystiefel, der Basketballstiefel oder das Towermodell aus der Techno-Szene haben Buffalo über Jahre zur jugendlichen Kultmarke erhoben. Derzeit punktet das Unternehmen mit unwiderstehlich femininer Ware, rassigen High Heels und schneller Nachorder. 02/08 Swantje Francke

 

Klassiker wie der Cowboystiefel, der Basketballstiefel oder das Towermodell aus der Techno-Szene haben Buffalo über Jahre zur jugendlichen Kultmarke erhoben. Derzeit punktet das Unternehmen mit unwiderstehlich femininer Ware, rassigen High Heels und schneller Nachorder.

Wer erinnert sich nicht an die Techno-Schuhe mit den gigantischen Plateausohlen, die Mitte der 90er Jahre durch die Straßen staksten. Damals gehörten diese Kreationen zum Bühnenoutfit der Spice Girls und traten eine unglaubliche Modewelle los. Erfinder dieser Wahnsinnschuhe: Buffalo. Dabei fing bei dem Schuhhersteller aus Hofheim im Taunus alles schon Mitte der 70er Jahre an.

„Unser Start waren rahmengenähte Cowboystiefel, die wir seinerzeit importierten“, sagt Firmengründer Michael Conradi, und die heute noch in der Kollektion der Buffalo Boots GmbH zu finden sind. Aus den 70ern stammt auch der Markenname Buffalo mitsamt seines verschnörkelten und unverwechselbaren Schriftzugs.

Derbe Boots waren das Kerngeschäft von Buffalo. Nach und nach kam filigraneres Schuhwerk mit teils schwindelerregenden Absätzen dazu. Bei Buffalo in Hochheim folgt man heute der Devise „Ladies first“. Die Kollektion besteht zu 85 Prozent aus Damenschuhen, das Herrengeschäft macht 15 Prozent des Umsatzes aus. „Uns macht mehr Spaß, Damenschuhe zu machen, weil Damenmode einfach vielfältiger ist“, begründet Firmenchef Conradi den modischen Schwerpunkt der Kollektion. Zum Sommer 2008 bietet Buffalo neben vielen High Heels daher auch eine Vielfalt an Ballerinas und Pumps sowie Peeptoes und Sandalen. Bei der Sommerorder haben die Farben Weiß und Schwarz bislang die Nase vorn.

Freundliche Preise

 

In der Kollektion für Herbst/Winter 08/09 dominieren Plateaumodelle die allgemeinen Looks. Das sind vorrangig Stiefeletten und Pumps in Schwarz,Violett, Grau, Nude-Braun und Cognac mit Antik-Finish. Neben vielen Serien topaktueller, aber auch alltagstauglicher Schuhmode hat sich das hessische Unternehmen neuerdings eine glamouröse Nische erobert: der festliche Schuh. Die sexy Highheels muten an, als kämen sie aus den Ateliers der großen Couturiers, allerdings zu unschlagbaren VK-Preisen, zumeist um die 100 Euro. Die Preisgestaltung zielt generell auf ein junges Klientel ab und bewegt sich im Kern zwischen 39 und 99 Euro. Stiefel kosten bis zu 159 Euro. „Jüngere Leute kann man nicht mit höheren Preisen belasten“, sagt Conradi. „Ich möchte ja nicht wegen unbezahlbarer Modelle auf schönen Schuhen sitzen bleiben“, so der Firmenchef weiter.

Diese Preispolitik gefällt auch dem Schuhfachhandel. Buffalo ist bei den Großen in Deutschland präsent, darunter Görtz, Werdich, Klauser,Tretter,Zumnorde, Juppen, Mengin, Bartu und Dielmann. Mit Sutor testet das Unternehmen momentan ein Shop-Konzept. Daneben betreibt Buffalo bundesweit 12 eigene Läden in 1a- und 1b-Lagen. In Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf, Mainz, Wiesbaden oder Köln sowie in Zürich, früher einmal auch in London, zeigen die Hochheimer, was am Fuß angesagt ist. Heute ist die Marke derart etabliert, dass der Verbraucher seine Schuhe längst nicht mehr allein im stationären Schuhfachhandel sucht, sondern die Objekte seiner Begierde direkt online bestellt. „Unser Webshop läuft besser als eine gute Filiale“, kommentiert Conradi seine Online-Erfolge.

Ideenschmiede ist Hocheim

Die Designs für Schuhe und Taschen entstehen am Firmensitz in Hochheim und in der Fashionmetropole London, wo das Unternehmen ein Büro unterhält. Conradi selbst sichtet die Entwürfe und entscheidet, welches Modell wo in Produktion geht – in Brasilien, China,Vietman oder in Spanien. Eigene Fabriken unterhält Buffalo nicht. Seine primäre Aufgabe sieht Michael Conradi als Händler, am zweitliebsten beschäftigt er sich aber mit dem Design seiner Produkte. Das Gespür für aktuelle Trends stößt bei Buffalo auf breite Resonanz im Handel. Auf den Messen GDS oder der Bread & Butter suchen auch die Einkäufer von der MK-Gruppe, der Merkur Gruppe, ANWR, Rexor und GEB nach Buffalo. Die Lieferung erfolgt ab dem 4000-qm großen Lager am Firmensitz. Von hier aus geht die Ware nach ganz Europa. Zwei Hauptkollektionen stehen immer im Lager bereit.

Ein weiteres Argument für den Erfolg von Buffalo ist der prompte Lieferservice. Michael Conradi: „Wir haben alle Bestseller immer auf Lager. Wenn sich ein Look stark entwikkelt, ist bei uns die Ware auch mitten in der Saison noch zu haben.“ Um am hart umkämpften, jungen Markt für Schuhmode erfolgreich bestehen zu können, hat der Geschäftsmann ein Erfolgsrezept: „Wir haben all die Jahre immer ein Facelifting betrieben, um der Konkurrenz aus dem Wege zu gehen.“ Vor allem die schnellen Trends auf der Straße veranlassten Buffalo in der Vergangenheit immer wieder zum Handeln. „Wir hatten zum Beispiel sehr viel Erfolg mit Sportschuhen, bis die Nostalgiewelle mit Retromodellen von Adidas und Puma anrollte.“

Taschen ergänzen die Kollektion

Neben Schuhen gibt es seit einigen Jahren auch Taschen in die Produktpalette. Buffalo-Textilien laufen in Lizenz und werden ausschließlich über den Versandhandel vertrieben. Und schon steht die nächste Lizenz-Idee in den Startlöchern: In Kürze erwarten den Verbraucher Uhren und Schmuck Marke Buffalo. Anders als in der Branche derzeit üblich, ist bei den Hochheimern kein Trading-up geplant. „Unsere Kundenzahl wächst momentan enorm. Davon profitieren wir automatisch.“ Das bestehende Niveau zu halten ist eine anspruchsvolle Aufgabe, meint Conradi. „Wenn mehr dabei herum kommt, nehmen wir das natürlich gerne mit.“ 02/08 Swantje Francke

 

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