Schuhmarkt

Stiefel und mehr

Das Krefelder Unternehmen Kempkens ist Spezialist für Reiterstiefel vom Feinsten und beliefert damit die großen Namen im Reitsport. Aufgrund der Nachfrage erweiterte Kermpkens seine Kollektion um edle, maßgefertigte Schuhe. 20/06 Sabine Maurer

Prominenz des internationalen Reitsports umgibt den Besucher des Geschäfts der Firma Kempkens in Krefeld: Bilder von Topreitern wie Ludger Beerbaum oder Reiner Klimke hängen dort an den Wänden, häufig sind sie mit persönlichen Widmungen versehen. Kempkens gehört zu den handverlesenen Schuhmachern, die maßgeschneiderte und handgefertigte Reitstiefel herstellen mit denen viele der hochprämierten Reiter auf internationalen Turnierplätzen unterwegs sind.

Nun bietet Kempkens neben diesen Stiefeln auch auch Nobel-Schuhe für Nichtreiter an. „Das hat sich einfach so entwickelt“, erklärt der Geschäftsinhaber Peter Kempkens das erweiterte Angebot an Halbschuhen für Herren, Citystiefeln für Damen, Jagdstiefeln sowie Golfschuhen. Kunden aus der Reitsportszene hätten nachgefragt, ob sie nicht auch einen Schuh für andere Anlässe bei ihnen ordern könnten. So wurde zum Beispiel der erste Halbschuh für Herren deshalb kreiert, weil der Ehemann einer Dressur reitenden Frau sich auch gerne einen Schuh bei Kempkens bestellen wollte. Die Schuhe und Stiefel sind meist in klassischer Form gehalten, bei den Farben dominieren Brauntöne. Im Schnitt beträgt die Lieferzeit für die handgefertigten Schuhe, die genau nach den Wünschen der Kunden designt werden, neun bis zwölf Wochen.

Maß genommen wird meist direkt von den Fachleuten im Geschäft in Krefeld, bestellt werden können die Schuhe auch per Internet (www.reitstiefel-kempkens.de). Hierzu müssen die Kunden ihre Füße jedoch selbst vermessen. Die reine Arbeitszeit an den Schuhen liegt je nach Modell zwischen sechs und vierzehn Stunden. Es kann allerdings nicht am Stück gearbeitet werden. So wird das Leder zum Beispiel zwei Mal durchnässt und muss vor dem nächsten Arbeitsschritt erst wieder trocknen. „Wir benutzen Nähmaschinen, arbeiten jedoch auch viel per Hand”, erzählt Kempkens beim Rundgang durch die kleine Werkstatt mit den alten Nähmaschinen, den vielen Leisten auf den Regalen und dem Handwerkszeug auf dem großen Holztisch.

Hier arbeiten acht der insgesamt elf Angestellten des Unternehmens. Im Schnitt werden bei Kempkens zwei bis drei Schuhe pro Tag gefertigt. Sie sind rahmengenäht und bestehen fast alle aus weichem französischem Kalbsleder. Der Luxus und der Aufwand bei der Herstellung hat seinen Preis: Die günstigsten Schuhe gibt es ab 400 Euro zu haben. „Die Geschäfte laufen gut”, sagt Kempkens. Gegründet wurde das Familienunternehmen im Jahr 1881 von dem Ur-Großvater des heutigen Geschäftsinhabers, der ebenfalls Peter Kempkens hieß. Er wohnte damals bereits in der Lutherischen-Kirch-Straße in Krefeld, wo das Geschäft auch heute noch seinen Sitz hat.

Ganz in der Nähe war damals die Husarenkaserne untergebracht, und Peter Kempkens brachte es dort schnell zum Hauslieferanten. Sein Sohn, der ebenfalls Peter hieß, übernahm das Geschäft. Als die Kaserne geschlossen wurde und kein Bedarf mehr an Reitstiefeln bestand, stellte er sein Sortiment um und bot hauptsächlich orthopädische Schuhe an. Dies änderte sich jedoch wieder, als sein Sohn Goswin und dessen Frau Angelika das Ruder übernahmen. Sie spezialisierten das Geschäft wieder auf Reitstiefel und kamen auf die Idee, ihre Produkte auch auf internationalen Turnieren zu präsentieren. Seitdem sind Kempkens alle Jahre wieder auf fast allen wichtigen Reitsportveranstaltungen mit von der Partie. „im Schnitt sind das 20 bis 30 Turniere pro Jahr”, erzählt Peter Kempkens, der als vierte Generation im Jahr 2005 das Geschäft von seinen Eltern übernommen hat.

Von jedem Turnier kommen die Kempkens voll beladen mit kaputten Reitstiefeln, die ihnen von Kunden zur Reparatur übergeben wurden, wieder zurück ins heimatliche Krefeld. Sie würden sehr großen Wert auf den Service legen, betont der 28 Jahre alte Kempkens. Reparaturen und Änderungen würden meist innerhalb weniger Tage erledigt, und zwar auch bei Fremdfabrikaten. Und in Notfällen werde auch schon Mal über Nacht repariert. 20/06 Sabine Maurer

Verwandte Themen
Havaianas' erster Store im deutschsprachigen Raum in Berlin
Ivo van Ierland leitet Havaianas-Geschäft weiter
Birkenstock London
Birkenstock ab sofort auch in London weiter
Sabu Laufgut Lerch Zusa
Erstes Laufgut-Geschäft in der Schweiz kommt weiter
Claus Gese ist jetzt bei Hamm in Osnabrück
Hamm startet mit eigener Marke weiter
OutDoor Running Center
25. OutDoor setzt erneut Running-Schwerpunkt weiter
Thomas Stenzel Messe Düsseldorf CPM Moscow
Messevorschau 2018: 30. CPM Moscow weiter