Schuhmarkt

Lowa schließt neuen Partnerschaftsvertrag mit den Händlern

Vertriebsleiter Matthias Wanner legt den Vertriebspartnern ein wasserdichtes Vertragswerk vor, das Händler und Lowa schützen soll.

 „Wir legen unseren Vertriebspartnern damit ein nach aktueller Rechtslage wasserdichtes Vertragswerk vor, das die bestehenden Vertriebspartner und die Marke Lowa schützen und absichern soll“, sagt Matthias Wanner. 2012 war Lowa eine der ersten Schuh- und Sportmarken, die eine solche Vereinbarung implementiert habe, „zunächst gegen einigen Widerstand“, so Wanner.

Nach nunmehr fünf Jahren war es an der Zeit, den Vertrag an die aktuellen Bedingungen anzupassen. Grund sei ein extrem schneller Wechsel, der sich in der Vertriebslandschaft vollzieht. Das gelte für den stationären als auch den Online-Handel.

Zu den Verpflichtungen, die Lowa in diesem Vertrag eingeht, zählt, dass bis auf weiteres keine Neukunden im Sportkanal aufgenommen werden. Der neue Vertrag sei bewusst nicht in "verklausuliertem Juristendeutsch, sondern verständlich formuliert", betont Wanner. Er enthält u.a. folgende wichtige Änderungen zum Schutz beider Seiten: Outdoor-Schuhe bzw. Outdoor generell müssen ein Fokusthema des Händlers sein, wobei als Definition ein entsprechend definiertes Warenmodul beigefügt wird, das mindestens einmal pro Jahr vorgeordert werden muss.

Die ausschließliche Disposition von Top-Sellern oder Sonderposten ist künftig ausgeschlossen, um  Trittbrettfahrern einen Riegel vorzuschieben. Darüber hinaus behält sich Lowa aus Gründen der Gerechtigkeit die Anwendung einer entsprechenden Nachorderquote vor. Damit soll jenen Handelspartnern eine bessere Warenverfügbarkeit gesichert werden, die viel Aufwand in eine realistische Warenplanung investieren und dadurch erst später in der Saiaon auf Nachorderware zugreifen.

Großen Wert lege das Unternehmen auf Beratung und Warenkunde. Wanner: "Da die falsche Beratung im Zusammenhang mit Outdoor-Schuhen lebensgefährlich sein kann, ist die Teilnahme an einer Schulung nach jeweils mindestens 18 Monaten Pflicht." 

Lowa bietet ein breit gefächertes Schulungsprogramm an, das von Instore-Terminen bis zu einem Premium-Angebot am Hauptsitz in Jetzendorf reicht. Der Distanzhandel ist für gewisse Produktgruppen ein guter Vertriebsweg, allerdings erscheint es hier sinnvoll, sehr klare Anforderungen zu benennen. So kann eine Belieferung nur erfolgen, wenn parallel ein stationäres Geschäft besteht, das die Voraussetzungen des Partnerschaftsvertrages erfüllt.

Den Jetzendorfern sei dabei eine gerechte Gleichbehandlung von stationärem und Online-Handel besonders wichtig. So müssten im Internet-Store an fünf Werktagen der Woche Verkäufer per Telefon oder Chat erreichbar sein und Beratung sowie After-Sales-Service sicherstellen.

Gleichzeitig muss die Ware binnen drei Werktagen beim Kunden sein, um im Rahmen der Chancengleichheit mit dem stationären Handel das Anbieten „nicht lagernder Ware“ zu unterbinden.

Dies sind nur einige wenige Punkte aus dem 13-seitigen Vertrag zu dem auch drei Anhänge gehören. Die hier aufgeführten Inhalte sollen verdeutlichen, worum es Lowa bei diesem Vertrag geht, betont Wanner noch einmal. Lowa setze damit ein verbindliches Zeichen "für alle, die weiter an die Marke glauben und an einer klar definierten Partnerschaft Interesse haben."

Die Vereinbarung wurde vor dem Inkrafttreten mit den beiden großen Einkaufskooperationen Intersport/SABU und Sport 2000/ANWR besprochen. Sowohl Heilbronn als auch Mainhausen geben ihren Mitgliedern die klare Empfehlung, diesen Vertrag zu unterzeichnen.

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