Schuhmarkt

Schuhe werden ausbalancierter

Mehr Sneaker, ein verbesserter Preisaufbau, relaxte Casualwear. Karl-Heinz Lauterbach möchte Marc O’Polo Shoes neuer ausrichten, so dass die Zielsetzung „begehrte Premium Casualmarke“ stimmig wird. 12/08 Ilona Sauerbier

Mehr Sneaker, ein verbesserter Preisaufbau, relaxte Casualwear. Karl-Heinz Lauterbach möchte Marc O’Polo Shoes neuer ausrichten, so dass die Zielsetzung „begehrte Premium Casualmarke“ stimmig wird.

Die ersten 100 Tage sind für Karl-Heinz Lauterbach, seit Juni letzten Jahres Geschäftsführer der Marc O’Polo Shoes GmbH in Stephanskirchen, längst vorbei. Die neue Handschrift wird ab der Lieferung für Winter 08/09 bereits erfolgreich belohnt: „Wir verzeichnen ein Vororderplus von 25%.“ Wohin Lauterbach mit seinem ebenfalls neuen Produktmanager Thomas Bergbauer will, ist klar: „Die Struktur der Kollektion soll ausgewogener werden, ein besserer Preisaufbau, mehr sportive Elemente.“

Alles in allem soll die Kollektion ausbalancierter sein. „Wir hatten zum Beispiel viel zu viele Stiefel. Im Gegenzug haben Sneaker gefehlt.“ Jetzt setze man wieder stärker auf Halbschuhe und Übergangsware.

Generell heißt es für die Shoe Division, sich klarer an der Marke Marc O’ Polo zu orientieren, „so dass Futter, die man beispielsweise bei der Konfektion antrifft, auch schon mal bei Schuhen blitzen.“ Auch der Preisaufbau wird künftig angepasster und klarer strukturiert sein. „Wir haben die Hauptpreislage mit jetzt 199 Euro etwas abgesenkt. Vorher lag sie über 200 Euro. Top-Preislagen bei Stiefeln erreichen nun maximal 269 Euro.“

 

Klassik mit Gummmisohle

Mit der neuen Schuhkonzeption einher geht der werbliche Gesamtauftritt der Marke, der jetzt in ein stimmiges Lifestyle-Konzept gegossen wird. Wie Begehrlichkeit zum Umsatzgaranten wird und wie Markenführung definiert wird, weiß Lauterbach aus füheren Puma-Zeiten. „Fünf Jahre Vertriebsleitung bei Puma prägen doch ein bisschen“, witzelt er. Markenführung sei generell das Problem bei Marc O’Polo Shoes gewesen erklärt Lauterbach. Zwar setzte der frühere Lizenznehmer vor Jahren bereits gut 65 Millionen DM mit Marc-O’Polo-Schuhen um, aber das Problem war letztlich die klare Aussage der Marke: Die Royaltys waren gut, die Markenführung lief aus dem Ruder.

Schuhe wachsen am stärksten

Schuhe sind innerhalb der Marc O’Polo Group der am stärksten wachsende Bereich der derzeit 10 Lizenzen. In den nächsten Jahren möchte Lauterbach die Schuhumsätze international verdoppeln.

Die neue Kollektion wird „einen Hauch casualiger.“ Klassische Männerschuhe mit Ledersohle wird es beispielsweise nicht mehr geben. „Wenn Klassiker, dann haben sie eine spezielle Sohle aus Gummi.“ Schließlich sei der typische Marc-O’Polo-Mann kein Anzugträger im herkömmlichen Sinn. Er trägt alles relaxter. In der Damenkollektion wird es mehr Casualsneaker geben, aber Galanterie bleibe als wichtiger Bereich unverändert dabei.

Bislang verteilt sich der aktuelle Umsatz der Marc O’Polo Shoes GmbH zu 80% auf Damenschuhe und zu 20% auf Herrenschuhe. „Kinderschuhe könnten in zwei bis drei Jahren mal dazu kommen“, sagt Lauterbach, aber jetzt gelte es erstmal andere Hausaufgaben zu machen.

45% der Schuhumsätze wurden bislang mit dem Schuhhandel (400 Verkaufsstellen) realisiert, 60% sollen es künftig werden. 15% der Schuhumsätze laufen über den Textilhandel, 40% verteilen sich auf 35 MOPStores und auf die 50 Franchisegeschäfte. „Wir sind sehr erfolgreich auf den Flächen“, sagt Lauterbach, und das eigens für den Schuhhandel entwickelte Shopkonzept werde gut aufgenommen. Der erfolgreichste Shop sei allerdings Onlineshopping. Der Umsatzanteil Onlineshopping, bislang 3% des Schuhumsatzes, wachse stetig.

Laut Spiegel-Outfit-Studie verfügt die Marke Marc O’Polo über einen Bekanntheitsgrad von 77%. Die Schuhmarke sieht sich selbst im Bezug auf Männerbrands im Umfeld von Tommy Hilfiger, Boss Orange, Cinque, Timberland, Strellson, Gant, LLoyd oder Geox. Bei Damen setzt sich das Umfeld aus Labels wie DKNY, Strenesse Blu, Miss Sixty, Fornarina, Tommy Hilfiger oder René Lezard zusammen. Karl-Heinz Lauterbach hat noch eine Zielsetzung für die kommenden Jahre. Das ist neben der Ausgestaltung von Marc O’Polo shoes als Premium Casualmarke, „die Internationalisierung stärker voranzutreiben.“

Marc O‘Polo wurde 1967 von den beiden Schweden Rolf Lind und Göte Huss und dem Amerikaner Jerry O’Sheets gegründet. 1968 baut Werner Böck die Marc O’Polo Textilvertriebs GmbH mit Sitz in Stephanskirchen auf und übernimmt 1987 40% der schwedischen Muttergesellschaft. 2004 beteiligen sich Vertriebsvorstand Alexander Gedat und Andreas Baumgärtner, Vorstand Design und Produktion, mit 5% an der Marc O’Polo AG. Von den ab 1990 vergebenen Lizenzen wird die Schuhlizenz 2004 zurückgeholt. Damit einher geht die Gründung der Marc O’Polo Shoes GmbH als 100%-ige Tochter der Marc O’Polo AG. Das Unternehmen macht derzeit einen Umsatz von 274 Mill. Euro. Es gibt zehn Lizenzvergaben. 37% des Schuhumsatzes werden international getätigt. 12/08 Ilona Sauerbier

Verwandte Themen
Um die Zukunft des Handels ging es beim Deutschen Handelskongress in Berlin. Foto: HDE
Neues Jahr, neue Chancen weiter
Mirapodo schnitt in der EHI-Analyse am besten ab. Screenshot: Mirapodo.de
Online-Schuhgeschäfte haben Nachholbedarf weiter
Foto: visitbrussels.be
EuGH billigt Verkaufsverbote für Luxuswaren weiter
Kai Moewes, Vertriebsleiter für Ricosta. Foto: Ricosta
Ricosta für elektronisches Rechnungsportal gerüstet weiter
Foto: Ambiente
Messe Ambiente in Frankfurt bietet jungen Lifestyle weiter
Screenshot: Gabor.de
Gabor bietet Händlern Online-Marktplatz weiter