Schuhmarkt

Keine Berührungsängste

Das Internet wird auch für den stationären Handel immer wichtiger und bietet viele Chancen. Rund 80 Prozent der kleinen und mittleren Händler verfügen über eine Website. 01/07 Ulrike Lach

Das Internet wird auch für den stationären Handel immer wichtiger und bietet viele Chancen. Rund 80 Prozent der kleinen und mittleren Händler verfügen über eine Website.

Die meisten kleinen und mittleren Handelsunternehmen haben die Herausforderung Internet angenommen“ – dies ist das Ergebnis einer Befragung des Kölner E-Commerce-Center Handel von 2390 mittelständischen Unternehmen verschiedener Branchen. Die Befragung knüpft an Vorläuferstudien an und macht deutlich, welch dynamische Entwicklung das e-Business in den vergangenen fünf Jahren genommen hat. Während 1999 noch ein Drittel der Unternehmen offline waren, verfügen inzwischen 80 Prozent der Unternehmen über eine eigene Website.

Über die Kommunikationsfunktion hinaus wird das Internet immer häufiger zur Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette von der Beschaffung bis zum Absatz genutzt. Inzwischen werden 18 Prozent der Handelswaren und über 20 Prozent der indirekten Waren über das Internet beschafft. Und auch beim Online-Vertrieb tut sich einiges. Durchschnittlich erzielten die befragten Multi-Channel-Unternehmen 2006 knapp acht Prozent ihres Umsatzes über diese Vetriebsschiene. Zwei Drittel dieser Umsätze wurden über einen eigenen Online-Shop realisiert.

Daneben nutzen mittelständische Unternehmen für ihren Online-Vertrieb Internet-Plattformen beispielsweise von Einkaufsverbänden sowie e-Bay. Der Online-Marktplatz hat sich von einer Auktionsplattform für Gebrauchtwaren längst zum bedeutenden Absatzkanal für Händler entwickelt. Inzwischen werden ein Drittel aller Angebote nicht mehr über Auktionen durch Privatpersonen, sondern per Festpreis von gewerblichen Anbietern verkauft. Darunter auch viele Produkte, die sich auf den ersten Blick nicht für den Fernabsatz eignen. So waren, laut ECC, im Juni 2006 täglich 200 000 Damen- und 80 000 Herrenschuhe im Angebot. Mit der Implementierung von e-Bay-Business will e-Bay den Service für Gewerbetreibende noch verbessern. Prinzipiell besteht für Händler die Möglichkeit, fallweise einzelne Produkte zu Festpreisen bei e-Bay ins Netz zu stellen oder einen eigenen e-bay-Shop einzurichten. Letzteres wird von vielen als kostengünstige Alternative zum eigenen Online-Shop genutzt. Oder auch als Ergänzung, die sich insbesondere für den Absatz von Sonderposten und Restpaaren eignet.

Wer sich für die Einrichtung eines eigenen Online-Shops entscheidet, sollte den Aufwand, der mit dem Handling und auch mit einem professionellen Online-Marketing verbunden ist, nicht unterschätzen. Andererseits wird eine überzeugende Webpräsenz auch für den stationären Handel immer wichtiger. Die ausschließliche Betrachtung der Online-Umsätze greift dabei allerdings zu kurz. Heutzutage und noch mehr in Zukunft kommt dem Internet bei der Kaufanbahnung eine immer größere Rolle zu. Das ECC geht aufgrund seiner Befragungen davon aus, dass sich aktuell knapp 15 Prozent der Schuhkäufer im stationären Geschäft vorab im Internet informieren. Und knapp vier Prozent auf der Website des Händlers, bei dem sie schließlich den Kauf tätigen. Eine unprofessionelle Homepage kann hier schnell Imageschäden verursachen. Auch für mittelständische Handelsunternehmen wird es deshalb in Zukunft darauf ankommen, das Internet mit den traditionellen Kommunikations- und Vertriebswegen zu verknüpfen. Multi-Channeling gilt als zentraler Erfolgsfaktor der Zukunft.

Info: Der 150-seitige Berichtsband „Internet im Handel 2006 – Status quo und Entwicklungen“ ist für 25 € inkl. MwSt. zzgl.Versand im Online-Shop des ECC Handel erhältlich: www.ecc-handel.de/shop.php 01/07 Ulrike Lach

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