Schuhmarkt

Bestellung auf Knopfdruck

Die Ergebnisse der Testphase im NOS-Projekt der EBG-Data GmbH und der Melvo GmbH sind positiv. Zu jeder Zeit die richtigen Mengen parat haben, lautet die Zielsetzung. Das verhindert Umsatzausfälle. 24/06 Ulrike Lach

Für Bestellungen von Furnituren- und Komfortartikeln braucht Thomas Hermsdorf nur noch auf den Knopf zu drücken. Und zwar nach ausdrücklicher Aufforderung seines Warenwirtschaftssystems. Er überprüft dann die Bestellvorschläge und schickt per E-Mail die Bestellung los. Das Schuh- und Sporthaus Hermsdorf in Hermannsburg ist ein Testgeschäft im Rahmen des Projektes, das die EDV-Spezialisten der EBG-Data GmbH aus Düsseldorf mit dem Furnituren-Hersteller Melvo aus Ludwigsburg gestartet haben.

Alle Handelsgeschäfte, die mit dem Warenwirtschaftssystem Sepp Vision arbeiten, können zukünftig ihre Bestandspflege und ihr Bestellwesen bei den Melvo-Artikeln automatisieren. Damit eröffnet sich dem mittelständischen Fachhandel das, was bei großen Filialisten und Handelshäusern längst selbstverständlich ist: professionelles NOS-Management (Never out of stock). Für Thomas Hermsdorf liegen die Vorteile auf der Hand: „Wir haben jetzt zu jeder Zeit, die richtigen Mengen im Geschäft. Das bedeutet: Keine Umsatzausfälle wegen falscher Warendisposition und geringere Kapitalbindung durch weniger Lagerbestände.“

Gerade bei Standard-Artikeln bestehe die Gefahr, dass die Bestandskontrolle vernachlässigt wird. Dies bestätigt auch Simon Tölle vom gleichnamigen Schuhgeschäft aus Rietberg, der ebenfalls an dem Testprojekt teilnimmt. Für ihn ist die Optimierung des Informations- und Kommunikationsflusses längst überfällig. „Es wird höchste Zeit, dass wir in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Handel und Lieferanten umdenken.“ So sieht es auch Jürgen Messmer, der bei Melvo für die Betreuung des Projektes zuständig ist. „Die Abläufe zu optimieren und zu vereinfachen sollte im Interesse aller sein.“

Doch ganz so einfach ist es leider nicht. Zurzeit funktioniert der Datenaustausch nur mit den Anwendern des Warenwirtschaftssystems Sepp Vision. „Dies liegt daran, dass wir uns mit der EBG-Data auf ein Datenformat geeinigt haben, mit dem unsere beiden EDV-Systeme zurechtkommen,so dass es keine Schnittstellenprobleme gibt.“ Die teilnehmenden Schuhhändler können aus dem Melvo-Artikelkatalog die benötigten Artikelstammsätze ohne Medienbruch in ihr Warenwirtschaftssystem übernehmen und an ihren individuellen Bedarf anpassen. Beim Wareneingang werden die Daten aus dem elektronischen Lieferschein automatisch ins System übernommen und der Bestand entsprechend korrigiert.

Andersherum funktioniert es beim Abverkauf: Über den EAN-Code wird der Warenausgang erfasst, so dass die Bestände immer aktuell gepflegt sind und Nachbestellungen automatisch veranlasst werden können.Weiterer Vorteil für die Händler: Die Ware ist über den EAN-Code von Melvo bereits vorausgezeichnet. Die seit August laufende Testphase stimmt alle Beteiligten zuversichtlich, dass bald weitere Händler vom elektronischen Datenaustausch profitieren können. Bis auf kleine „Kinderkrankheiten“ läuft die EDV-gestützte Kommunikation zwischen dem Handel und Melvo reibungslos.

Das Ziel von Jürgen Messmer ist, dass auch andere Warenwirtschaftssysteme angebunden werden können. „Doch dazu sind jeweils bilaterale Gespräche und Testdurchläufe mit den verschiedenen ITFirmen nötig, um die angesprochene Schnittstellenproblematik zu lösen. Das ist ein langwieriger Prozess, solange es keine allgemeine Branchenlösung gibt.“ 24/06 Ulrike Lach

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