Schuhmarkt

Bladelli teilt Abverkaufsrisiko mit Handel

Bladelli Deutschland hat für sein Damenschuh-Angebot ein Konzept des partnerschaftlichen Wareneinkaufs entwickelt. Das Unternehmen setzt mit einer Schuh-zurück-Garantie auf Risikoteilung. 06/07

Bladelli Deutschland hat für sein Damenschuh-Angebot ein Konzept des partnerschaftlichen Wareneinkaufs entwickelt. Das Unternehmen setzt mit einer Schuh-zurück-Garantie auf Risikoteilung.

Nicolé Zurheide, die Vertreterin von Bladelli Deutschland in Bielefeld, kennt die Probleme des Einzelhandels gut. Sie betreibt das Damenschuhgeschäft Croesus. „Ich erziele gute Umsätze, und dennoch kämpfe ich mit meinem Lager. Oft sind es einzelne Modelle, die den Schnitt kaputt machen“, sagt sie. Zur nächsten Herbst/Winter-Saison führt Bladelli Deutschland daher den so genannten partnerschaftlichen Wareneinkauf ein. Beim klassischen Wareneinkauf bindet der Handel durch die vollständige Bezahlung der Orderware bei Lieferung in großem Umfang liquide Mittel. Im schlimmsten Fall muss er Gewinn mindernde Zinszahlungen an die Bank leisten.

Der Händler trägt das volle Verkaufsrisiko. Läuft der Abverkauf schlecht, fehlen nicht nur die Umsätze. Der Lagerbestand, der sich häufig auch mit Ausverkäufen und Rabatt-Aktionen nicht mehr zufriedenstellend abbauen lässt, erhöht sich und erscheint mit allen steuerschädlichen Auswirkungen in der Bilanz. Viele Kollektionsvertreter versuchen, jede Saison möglichst mit einem Orderplus abzuschließen. Denn ihre Provision berechnet sich üblicherweise auf Basis der Ordersumme. „Langfristig sitzen Lieferanten und Einzelhändler in einem Boot“, sagt Nicolé Zurheide. „Zwar können sich Lieferanten zunächst über die hohen Orderabschlüsse freuen. Doch der Einzelhandel verliert das Vertrauen in das Produkt, und schon die nächste Orderrunde kann zäh für den Anbieter werden.“

Nicolé Zurheide möchte langfristige Geschäftsbeziehungen mit profitablen Ergebnissen für beide Seiten aufbauen. Ihr Ansatz heißt Risikoteilung. Wie beim Modell des klassischen Wareneinkaufs ordern ihre Kunden beispielsweise zehn Paare eines Modells. Bei Lieferung zahlen sie aber zunächst nur fünf Paare. Diese allerdings mit einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Netto-Einkaufspreis, damit es auch für die Vertreterin wirtschaftlich realisierbar ist. Damit verringert sich der Kapitaleinsatz für den Handel. Werden in der Saison nur fünf Paare verkauft, können die fünf restlichen, unbezahlten Paare einfach zurück gesendet werden. Jedes Paar, das über die fünf hinaus verkauft wird, stellt Bladelli mit einem Aufschlag von 40 Prozent auf den Netto-Einkaufspreis in Rechnung . „Der Handel verfügt über eine höhere Liquidität, kommt schneller in die Rohgewinnzone und das Lagerbestandrisiko minimiert sich“, sagt Nicolé Zurheide. 06/07

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