Schuhmarkt

Nur noch Lizenzmarken

Die Astormüller AG hat ihre Beteiligungen neu geordnet, nachdem die eigene Marke AM an die Deichmann-Gruppe verkauft wurde. Jetzt kümmert sich MST um die Lizenzmarken Bugatti und Head. 04/08 Peter Skop

Die Astormüller AG hat ihre Beteiligungen neu geordnet, nachdem die eigene Marke AM an die Deichmann-Gruppe verkauft wurde. Jetzt kümmert sich MST um die Lizenzmarken Bugatti und Head.

Die Aufgabe als Servicefirma für die beiden Lizenzen Bugatti und Head, die früher die AM Shoe Company inne hatte, übernimmt künftig die MST shoe trade & service GmbH, Pirmasens. Die Neuordnung wurde notwendig, nachdem Astormüller die im Markt eingeführte Herrenschuhmarke AM an Deichmann abgegeben hatte (SchuhMarkt berichtete). Allesamt handelt es sich um Tochterfirmen der Astormüller AG im Schweizer Ort Hünenberg. Dort haben auch die Bugatti Shoes GmbH und TM Sports GmbH für Head ihren Sitz. Diese sind für die beiden Lizenzmarken Bugatti und Head zuständig, die die Astormüller-Gruppe künftig als einzige Marken betreut.

Die Entwicklung der beiden Marken beschreibt Holger E. Lang, Head of Sales der Astormüller-Gruppe, als ausgesprochen befriedigend. Insgesamt hat Astormüller in den letzten Jahren ein rasantes Umsatzwachstum von rund 30 Prozent hingelegt. „Im letzen Jahr sind es fast 40 Prozent geworden“, so Lang. Und für das Jahr 2008 rechnet das Unternehmen sogar mit fünfzigprozentigem Wachstum. „Der Abgang von AM ist voll kompensiert“, freut sich Lang.

Höhere Durchschnittspreise

Zur Trennung von AM und der Konzentration auf die Lizenzmarken erklärte Lang, man habe sich gefragt, wo man am besten expandieren könne. Die hohe Bekanntheit von Head aus dem Ski-Sport und von Bugatti über die Automarke und die Bekleidung des Lizenzgebers Brinkmann seien dabei echte Trümpfe gewesen. Auch die Expansion ins Ausland gestaltet sich mit den Markennamen leichter. Zudem ließen sich über beide Marken höhere Durchschnittspreise erzielen, zumal die Marke AM zuletzt sehr preisaggressiv gewesen sei.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Dennoch spiele der Preis auch für Bugatti und Head eine wichtige Rolle. Man bewege sich in den Hauptpreislagen bewusst deutlich unter 100 Euro. In der Spitze – Stiefel mit Funktion von Bugatti usw. – könnten aber auch bis zu 120 Euro erzielt werden. Bei Head Damen bewegen sich die Endverbraucherpreise zwischen 49 und 99 Euro, bei Herren zwischen 59 und 89 Euro. Bugatti Business wie auch Bugatti Denim (die Casual-Range) sind zu Preisen zwischen 59 und 120 Euro zu haben – die Hauptpreislagen gehen jedoch nur bis 79 Euro, im Winter bis 99 bei Bugatti Business.

Den schnellen Kollektionsrhythmus von AM, als alle vier bis sechs Wochen neue Modelle in den Handel kamen, hat man mit den Lizenzmarken nicht aufrecht erhalten. Vielmehr gibt es die klassischen Kollektionen plus dem Angebot von Neuigkeiten während der Saison sowie einen Nachlieferservice für die Topseller. Gefertigt wird heute ausschließlich in Asien. Dennoch zeigt sich Lang überzeugt, hochwertiges Schuhwerk zu einem guten Preis anzubieten. „Wir brauchen zum Beispiel keine repräsentative Firmenzentrale oder protzige Firmenwagen, wir stecken alles in das Produkt“, versucht Lang die Schere zwischen hoher Qualität und niedrigem Preis zu erklären.

Zum Erfolg tragen seines Erachtens auch eine durchschnittliche Abverkaufsquote von 80 Prozent und eine hohe Lagerdrehzahl bei. Die Gruppe beschäftigt rund 100 Leute. Eigenständiges Arbeiten und schnelle Entscheidungen zeichnen die Unternehmenskultur aus, so Lang. Zudem ist man vor Ort und hat, mit insgesamt zwölf Mitarbeitern, eigene Büros in Indien, Taiwan und China eingerichtet.

Die beiden Marken werden komplett separat betreut: eigene Produktmanagments, eigene Produktion und eigener Vertrieb. In den letzten Jahren wurde viel in die Mitarbeiter investiert. Bis 2009 soll die Zahl der Außendienstler in Deutschland für jeden Bereich auf sechs verdoppelt werden. Auch sollen dann vier Merchandiser (derzeit drei) tätig sein. 04/08 Peter Skop

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