Schuhmarkt

Kommentar 12/05: Erfolg ist machbar

Der vierte Modehandelskongress, den der Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), unterstützt von den Outfitverbänden BDSE und BLE und in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Textilwirtschaft, veranstaltet hat, verdient Lob. Den Veranstaltern ist es gelungen, eine Reihe hochkarätiger Persönlichkeiten zu verpflichten, wobei diese Würdigung nicht nur der Größe der Unternehmen geschuldet ist, die sie repräsentierten.

Peter Skop ChefredakteurDer vierte Modehandelskongress, den der Bundesverband des Textileinzelhandels (BTE), unterstützt von den Outfitverbänden BDSE und BLE und in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Textilwirtschaft, veranstaltet hat, verdient Lob. Den Veranstaltern ist es gelungen, eine Reihe hochkarätiger Persönlichkeiten zu verpflichten, wobei diese Würdigung nicht nur der Größe der Unternehmen geschuldet ist, die sie repräsentierten. Klar strukturiert wurde über drei Erfolgsfaktoren gesprochen: Standorte, Formate und Sortimente. Gemeinsam ist allen drei Faktoren, dass sie einer stetigen Veränderung unterworfen sind. Wer Erfolg haben will, muss sich darauf einstellen und selbst planvoll diesen Wandel in die Wege leiten – gleich, ob ein internationales Topunternehmen wie die Hugo Boss AG oder das Herrenmodehaus Röttele in Schwäbisch Gmünd. Die eigenen Kernkompetenzen liefern die Grundlagen für notwendige Erweiterungen oder Verlagerungen, gegebenenfalls auch Beschränkungen. Die Richtung ergibt sich aus der sensiblen Beobachtung dessen, was in der direkten Umgebung oder in der Gesellschaft geschieht. Um beim Beispiel Röttele zu bleiben: Wettbewerber geben auf, aber das eigene Geschäft profitiert nicht davon. Warum, fragt sich Röttele und analysiert den Markt. Mit den Untersuchungsergebnissen schafft er die Grundlagen für eine Entscheidung, nämlich die Aufgabe des Stammhauses und beträchtliche Investitionen in einen neuen Standort. Oder nehmen wir Boss: Ausgehend von der Kernkompetenz – klassische Businesskleidung für Herren, „der Anzug“, – wird systematisch neues Terrain erobert. Selbst mit der anfänglich fehlgestarteten Damenkollektion scheint es nun zu laufen. Die Investition in Accessoires wie Schuhe oder Taschen ist nicht nur eine einfache Erweiterung des Geschäftsfeldes. Boss hat erkannt, dass diese Sortimente wichtig sind, um in Sachen Stil und Identität Kompetenz zu beweisen. Für Frauen seien Schuh und Tasche, was für Männer der Anzug ist. Und: Frauen werden die Männermode mehr und mehr beeinflussen, ist Boss-Boss Bruno Sälzer überzeugt. Vor Fehlern und Enttäuschungen ist aber niemand gefeit. Auch dies machten etliche Referenten in aller Offenheit deutlich. Douglas ist nicht überall mit seinem Traumstandort zum Zuge gekommen und versucht mit einem Online-Dessous-Geschäft einen dritten Anlauf für dieses Sortiment. Boss hat bei Einführung der Damenlinie jede Menge Fehler gemacht, wie Sälzer zugab. Die Letztplatzierung in der Standort-Bundesliga von Butlers ist zumeist Folge von Anfangsfehlern. Ein erfolgreicher Young-Fashion-Einzelhändler gab seine bisherige Selbstständigkeit genervt auf und flüchtete in ein Franchise- Konzept in einer Einkaufsgalerie, in der klare Regeln herrschen. Menschen eben, keine Roboter. Gleich, um welche Unternehmensgröße es sich handelt, Entscheidungen fordern Mut zum Risiko. Dass es sich bei den Referenten bisher ausgezahlt hat, sollte einer tief verunsicherten Modebranche ebenfalls Mut machen. Der Blick über den Tellerrand, den auch der SchuhMarkt immer wieder für Sie leistet, kann auch der Schuhbranche neue Einsichten und Erkenntnisse vermitteln. Ihr

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