Schuhmarkt

Hightech-Kinderschuh

Kinderschuhe hatten bei Ecco bisher einen Umsatzanteil von rund fünf Prozent. In diesem Jahr soll der Anteil auf zehn, 2008 auf zwanzig Prozent steigen. Deutschland spielt in der Expansions-Strategie des dänischen Schuhherstellers eine entscheidende Rolle. Frank Schmitz, verantwortlich für Ecco Kids, beschreibt die strategische Ausrichtung. 05/05

Kinderschuhe hatten bei Ecco bisher einen Umsatzanteil von rund fünf Prozent. In diesem Jahr soll der Anteil auf zehn, 2008 auf zwanzig Prozent steigen. Deutschland spielt in der Expansions-Strategie des dänischen Schuhherstellers eine entscheidende Rolle. Frank Schmitz, verantwortlich für Ecco Kids, beschreibt die strategische Ausrichtung. SchuhMarkt: Ecco will seinen Umsatz mit Kinderschuhen im laufenden Jahr verdoppeln. Kernmarkt soll der deutschsprachige Raum sein. Wie wollen Sie das erreichen? Frank Schmitz: Die Produktpalette war bisher weltweit orientiert. Das hatte zur Folge, dass einige Besonderheiten des deutschen Marktes nicht berücksichtigt wurden. Das haben wir jetzt geändert. SchuhMarkt: Welche Besonderheiten hat deutsche Markt? Schmitz: Die deutschen Kunden legen Wert auf eine hohe Ferse bei Lauflernschuhen. Auch die Größengänge müssen stimmen. Und schließlich sind die deutschen Kunden wesentlich preissensibler als die Kunden in anderen Ländern. Wir haben die Kollektion entsprechend angepasst. So bieten wir jetzt beispielsweise Lauflernschuhe zwischen 39,95 bis 59, 95 Euro an, Kinderhalbschuhe von 49,95 bis 69,95. Unser Focus für Herbst/Winter liegt auf dem Gore-Tex-Bereich. Die Preislagen liegen hier zwischen 54,95 und 89,95 Euro. SchuhMarkt: Erfahrungen aus dem Handel zeigen, dass es sehr schwierig ist, an ältere Kinder Kinderschuhe zu verkaufen. Schon ab dem Grundschulalter sind es die Kinder, die entscheiden, welcher Schuh gekauft wird. In dieser Altersgruppe ist die Konkurrenz der Sport- und Lifestylemarken schon groß. Wie wollen Sie hier mithalten? Schmitz: Wenn eine Marke bei den Kindern als Kleinkindermarke etabliert ist, wird es für sie in den größeren Größen sehr schwierig. Ecco hat den Vorteil, dass es eine Erwachsenenmarke ist. Wir müssen deshalb bei den Kindern nicht gegen ein Kleinkinder-Image arbeiten, sondern können auf ein „Erwachsenen- Image“ zurückgreifen. Hier können wir insbesondere auf Synergien aus dem Damen- und Herrenbereich zurückgreifen. Wir bieten Designs, die Kinder überzeugen. Die Eltern können mit gutem Gewissen den Schuh kaufen, denn hinter dem kindgerechten Design steht ein technologisch hoch entwickeltes Produkt. SchuhMarkt: Welche Vertriebswege schlagen Sie ein? Schmitz: Wir setzen auf den gezielten Vertrieb über en Fachhandel und Marketing am Point of sale. Wir wollen dabei mit den Besten der Branche arbeiten. Wir möchten die bestehenden Partnerschaften ausbauen. Ecco Kids soll Bestandteil der entsprechenden Shop-in-Shops werden. Vor Ort gibt es Aktionen für Kinder, die von Ecco organisiert werden. Außerdem werden wir Werbung in Elternzeitschriften machen. SchuhMarkt: Kinder sind über Filme und Filmfiguren leicht beeinflussbar. Augenblicklich machen Sie keine TV-Werbung. Spielen für Sie Lizenzen eine Rolle – für einen Spiderman-Schuh beispielsweise? Schmitz: Nein, aus verschiedenen Gründen. Da sind zum einen die Kosten. Lizenzgebühren fangen bei sechs Prozent des Umsatzes an, das muss erst erwirtschaftet werden. Außerdem ist schwer einzuschätzen, ob eine Figur wirklich so erfolgreich wird, wie es die Lizenzgeber versprechen und dann noch genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Großteil der Kinderschuhe wird in nur 16 Wochen pro Jahr verkauft. Wer bei Kinderschuhen bisher auf Lizenzen setzte, hatte meist wenig Freude daran. SchuhMarkt: Wird es Ecco-Kinderschuhe künftig in mehreren Weiten geben? Schmitz: Wir richten uns nach dem WMS-System aus und werden in mittlerer Weite anbieten. 05/05 Dagmar Rees

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