Schuhmarkt

Wir lassen uns nicht unterbieten

Aus dem Führungsduo wird ein Trio. Rainer Kundörfer wird zukünftig zusammen mit Dr. Thomas Ridder und Dr. Gottfried Maresch den Kurs der Leder & Schuh AG bestimmen. 06/05

Aus dem Führungsduo wird ein Trio. Rainer Kundörfer wird zukünftig zusammen mit Dr. Thomas Ridder und Dr. Gottfried Maresch den Kurs der Leder & Schuh AG bestimmen. SchuhMarkt: Sie haben jetzt in Köln in teuerster Innenstadtlage ein Humanic-Schuhgeschäft auf 3000 qm eröffnet. Als Schuhhändler sind Sie erst seit sieben Jahren in Deutschland tätig, jetzt betreiben Sie das nach ihren Angaben größte innerstädtische Schuhgeschäft Deutschlands. Was hat Sie überzeugt, dass sich für Sie eine solche Investition im schwierigen deutschen Markt lohnt? Dr. Thomas Ridder: Der deutsche Markt gilt als der härteste Markt in Europa. Wir haben den Vorteil, dass wir den deutschen Markt schon sehr lange kennen. Wir haben ihn über ein Jahrhundert lang als Lieferant bedient, das kommt uns jetzt für unsere Handelsgeschäfte zugute. Wir kennen die Besonderheiten des Marktes, wir wissen, welche Schuhe gebraucht werden, in welcher Größenverteilung, und wir haben bei unseren Eigenmarken die richtigen Leisten und Passformen. Wir haben vor sieben Jahren bewusst im Rhein-Main-Gebiet mit unseren ersten Filialen begonnen, da es als das härteste Gebiet in Deutschland gilt. Hier zeigte sich, dass wir in Deutschland konkurrenzfähig sind. SchuhMarkt: Was macht Ihre Konkurrenzfähigkeit aus? Ridder: Wir setzen auf modische Schuhe zu sehr günstigen Preisen. Damit fühlen wir uns in Deutschland sehr wohl, denn die Deutschen sind sehr preisbewusst. Wenn man ihnen modische Schuhe in guter Ausstattung mit der richtigen Passform in einer hochwertigen Einkaufsumgebung zu einem günstigen Preis bietet, kann man eigentlich nur Erfolg haben. SchuhMarkt: Bei Shoe4you geben Sie eine Preisgarantie, das heißt, Sie erstatten Kaufpreisdifferenzen zurück, wenn es die gleichen Schuhe anderswo billiger gibt. Treten Sie bei den Humanic-Geschäften genauso preisaggressiv auf? Dr. Gottfried Maresch: Humanic ist unsere Vertriebsform für den mittel- bis hochpreisigen Markt. Dass wir preisgünstig sind, loben wir hier nicht aus, sondern setzen darauf, dass der Kunde es von sich aus erkennt. Doch eines ist klar: Wir lassen uns nicht unterbieten. Wenn irgendwo im Markt ein vergleichbarer Schuh billiger angeboten wird, dann weiß jeder Mitarbeiter, was er zu tun hat. Das ist gelebte Unternehmensphilosophie. Wir finden, es gibt nichts Unangenehmeres für einen Kunden, als einen Schuh gekauft zu haben und ihn irgendwo anders billiger zu sehen. SchuhMarkt: Was macht Sie so preisgünstig? Asienproduktion? Ridder: Ganz im Gegenteil. Wir machen relativ wenig über Asien. Wir setzen auf ein topmodisches Angebot, da ist Asienproduktion zu langsam. Die Schuhe einfliegen zu lassen, würde sich nicht rechen. Deshalb arbeiten wir hauptsächlich mit europäischen Produzenten zusammen. Unsere Eigenmarken werden meist in denselben Fabriken gefertigt wie die Topmarken. Der Kunde kann sich dann entscheiden: will er die Marke oder will er die Mode zu einem günstigeren Preis. In unseren Humanic-Geschäften findet er beides. SchuhMarkt: Wieviel Umsatz machen Sie in Deutschland? Ridder: In der Summe macht das Ausland bei uns 36 Prozent des Umsatzes aus. Doch mit unseren rund 50 Standorten gehören wir zu den größten zehn Schuhhändlern in Deutschland. 06/05 Dagmar Rees

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