Schuhmarkt

Delta meldet Insolvenz an

Hoffnung, Pirmasenser Schuhunternehmen erhalten zu können. 13.03.06 Fred G. Schütz

„Wir sind zuversichtlich, dass das Unternehmen weitergeführt werden kann”, urteilt Rechtsanwalt Klaus Leinenweber über die Delta Schuhfabriken Vertriebsgesellschaft mbH, Pirmasens, die am 9. März 2006 beim Amtsgericht Pirmasens wegen Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat. Leinenweber steht dem Dahner Steuerberater Thomas Maier als rechtlicher Berater zur Seite, der vom Gericht als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden ist. „Wir sind bestrebt, möglichst alle 33 Arbeitsplätze in Pirmasens zu erhalten”, sagt Maier dem SchuhMarkt. Maier legt Wert auf die Feststellung, dass das Unternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit und nicht, wie andernorts gemeldet, wegen Überschuldung Eigenantrag beim Amtsgericht gestellt habe. Die Zuversicht, das Unternehmen retten zu können, gründet sich vor allem auf „die hervorragenden Mitarbeiter, die Position im Markt und den guten Ruf der Delta”, sagte Rechtsanwalt Leinenweber. Insolvenzverwalter Maier gründet Hoffnungen auch auf die Tatsache, dass die Delta die Löhne noch für den Januar bezahlt hat. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei auf Initiative des Unternehmens selbst erfolgt. „Wir haben der Delta übers Wochenende Hausaufgaben mitgegeben. Wir werden dann Anfang der nächsten Woche in der Lage sein, eine substantielle Aussage zu treffen, ob Aussichten bestehen, das Unternehmen fortzuführen“, sagte Maier. Das Unternehmen Delta Schuhfabriken Vertriebsgesellschaft mbH wurde 1972 gegründet. 1977 übernahmen Walter Meyer und Horst Willibald Wiedmayer das Unternehmen und bauten es zu einer weltweit tätigen Vertriebsgesellschaft aus. Die in Pirmasens entwickelten Schuhmodelle werden unter der Regie eigener Schuhtechniker in über 16 Ländern produziert. Das Kollektionssortiment umfasst Bequemschuhe, modische Damen-, Herren- und Kinderschuhe. Die zur Firmengruppe gehörende „HeguSport” ist für die junge „LOX” Sport- und Freizeit- Schuhkollektion verantwortlich. Die „HeguSport” ist, wie Geschäftsführer Thomas Meyer gegenüber dem SchuhMarkt betonte, von der Insolvenz nicht betroffen. Die Delta bedient den Schuhhandel vom Einzelhändler bis hin zum Großfilialisten. Die empfohlenen Verkaufspreise liegen in den Grenzpreisen bei 19,90 Euro und 49,90 Euro. Die Delta erstellt zwei Kollektionen und zwei Zwischenkollektionen im Jahr und vertreibt bei einem Jahresumsatz von zuletzt circa 22 Millionen Euro rund 2,5 Millionen Paar Schuhe. Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre erwirtschaftete die Delta Umsätze in der Größenordnung von 50 Millionen Euro. 1997 war die Niko-Schuhe, Otto Nikolaus GmbH, Pirmasens, zugekauft worden, deren „Altlasten” Delta-Geschäftsführer Thomas Meyer für die Schieflage der Delta mit verantwortlich macht. Am Standort Pirmasens unterhält das Unternehmen nach wie vor eine eigene kleine Modellfertigung mit fünf Mitarbeitern. Der Vertrieb wird über freie Handelsvertreter abgewickelt. Für die Entwicklung beauftragt das Unternehmen freischaffende Modelleure. 13.03.06 Fred G. Schütz

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