Schuhmarkt
HDS/L-Vorsitzender Ralph Rieker
HDS/L-Vorsitzender Ralph Rieker auf der GDS (Foto: Messe Düsseldorf/ctillmann)

HDS/L besser als erwartet

Der HDS/L hat auf der GDS in Düsseldorf die Umsatzzahlen der deutschen Schuhindustrie genannt. Die Konjunktur nimmt demnach wieder Fahrt auf.

HDS/L-Vorsitzender Ralph Rieker nannte auf der Düsseldorfer GDS aktuelle Zahlen aus der Schuhindustrie Deutschlands. Die Umsätze stiegen von Januar bis April 2016 um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 994 Mio. Euro. Dabei stelle sich die Lage der Industrie heterogen dar, so Rieker, denn der Zuwachs wird vom Boom um Sneaker und Sportschuhe bestimmt und nur von wenigen Herstellern getragen.

Besonders legte in diesen vier Monaten das Wachstum im Inland vor. Hier stand ein Plus von 8,5 Prozent auf 765 Mio. Euro zu Buche. Das sind drei Viertel der gesamten Umsätze. Auf das Geschäft im Ausland entfielen dementsprechend 229 Mio. Euro (+ 2,8%).

Für das Gesamtjahr 2015 steht die deutsche Schuhindustrie nach den vom statistischen Bundesamt revidierten Zahlen besser als erwartet da. Statt der ursprünglichen 1,6 Prozent schlossen die Hersteller mit 3,4 Prozent plus ab. Der Umsatz lag bei 2,62 Mrd. Euro, wovon hierzulande 2 Mrd. Euro (+ 3,7%) und außerhalb Deutschlands 600  Mio. Euro umgesetzt wurden.

Interessant ist auch die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in den ersten vier Monaten 2016. Hier fällt der Zuwachs von 7 Prozent auf 13.500 Personen auf. Auch 2015 war bereits ein Plus von 10,3 Prozent zu verzeichnen. HDS/L-Präsident Rieker sieht die Ursache vor allem bei der Verstärkung der Aktivitäten von Herstellern in Entwicklung und Design, vor allem im Sneaker-Umfeld.

Produktion rückläufig, Erzeugerpreise höher

Die Produktion von Schuhen ging 2015 zurück, nachdem 2014 ein hoher Zuwachs verzeichnet wurde. Rund 38,8 Mio. Paar Schuhe wurden produziert, was einem Minus von 4,2 Prozent entspricht. Im ersten Quartal 2016 setzte sich dieser Trend fort. Als Grund nennt der Verband sowohl fehlende Impulse aus dem schwächelnden Handel sowie bei verschiedenen Lieferanten das Erreichen der Kapazitätsobergrenze.

Während die Verbraucherpreise laut HDS/L in den ersten vier Monaten 2016 stagnierten, zogen die Erzeugerpreise um 1,8 Prozent an - schneller als im Durchschnitt 2015.

Die Exporte nahmen in diesem Zeitraum um 3,6 Prozent auf 97,8 Mio. Paar zu. Hingegen gingen die Importe um 5,1 Prozent auf 254,3 Mio. Euro zurück. Importe von Sneakern speziell sind allerdings um 28,3 Prozent gestiegen. Sportschuhe machen den Angaben zufolge mittlerweile 12 Prozent der gesamten Importe aus. Auch der Bereich der Arbeits- und Sicherheitsschuhe sei mit 15 Prozent stabil, doch davon profitiere der deutsche Schuhfachhandel nicht, stellt Rieker fest.

Für den HDS/L-Vorsitzenden ist jetzt eine entscheidende Aufgabe, "gemeinsam mit dem Handel die Angst vor der Digitalisierung zu nehmen". Sein Appell lautet, dass Industrie wie Handel sich in kleinen Schritten wandeln, um effizient die passenden Bausteine aus den vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Entwicklung einzusetzen.

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