Schuhmarkt
Ulrike Siemers vom Umweltinstitut Bremen erläutert die Probenergebnisse. Screenshot: www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/markt
Ulrike Siemers vom Bremer Umweltinstitut erläutert die Probenergebnisse. Screenshot: www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/markt

CADS reagiert auf WDR-Schuhtest

Der WDR hat in seiner Magazin-Sendung „Markt“ vom 24. Mai Schuhe unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fiel aber offensichtlich zu positiv aus. Die im DSI angesiedelte Arbeitsgruppe CADS hat darauf reagiert.

Der WDR berichtete in seinem Verbrauchermagazin „Markt“ am 24.Mai darüber, dass Lederschuhe bei schönem Wetter gerne mal ohne Socken getragen würden, was jedoch zu einem Problem werden könne. Denn das Schuh-Leder könne möglicherweise gesundheitsschädliches Chrom VI oder Azofarben enthalten. Die Redaktion kaufte je fünf Paar Damen- und fünf Paar Herrenschuhe verschiedener Hersteller ein und schickte diese in das Labor des Bremer Umweltinstituts.

Die positiven Nachrichten zuerst: ChromVI konnte in den Schuhen nicht nachgewiesen werden und auch die Farbstoffe entsprachen den gesetzlichen Anforderungen. „Doch genügt das?“, fragte die Redaktion und verwies auf die strengen Richtlinien des IVN – Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft eV. Nach dieser Messlatte lagen dann die Produkte sehr wohl über deren Grenzwert von 50 Milligramm pro Kilogramm an aromatischen Aminen.

Die im DSI organisierte Arbeitsgruppe CADS reagierte umgehend und begrüßte die Tatsache, dass sich ein Verbrauchermagazin mit der Schadstoffthematik von Schuhen beschäftigt. Die zu Grunde gelegte Bewertung ist jedoch laut Aussage von CADS sachlich nicht nachvollziehbar. CADS begründet wie folgt:

„Anilin und p-Phenylendiamin sind chemische Bausteine zur Herstellung einer Vielzahl an Farbstoffen. Diese Farbstoffe können zum Beispiel zum Färben von Leder und Textilien verwendet werden. In den Farbstoffen kommen Anilin und p-Phenylendiamin in gebundener Form vor, das heißt sie liegen nicht frei vor, sondern sind im Farbstoff fest verankert. Im Allgemeinen geht von Anilin und p-Phenylendiamin in gebundener Form keine Gefahr für die Gesundheit aus.

Die Wahl der Nachweismethode ist ein entscheidender Faktor zur Beurteilung der Ergebnisse. Nach Informationen des WDR wurde der Nachweis mit den derzeit gültigen Methoden zur Bestimmung von Azo-Farbstoffen durchgeführt (DIN EN ISO 17234). Bei den so ermittelten Werten handelt es sich nicht ausschließlich um frei vorliegendes Anilin bzw. p-Phenylendiamin, da bei diesen Methoden eine reduktive Spaltung der Azofarbstoffe durchgeführt wird, das heißt die Farbstoffe werden für den Nachweis mit einem aggressiven Reagenz zerstört und dadurch in Ihre Bausteine zerlegt. Die so ermittelten Gehalte stellen immer die Summe an eventuell frei vorliegendem und fest gebundenem Anilin beziehungsweise p-Phenylendiamin dar.

Um aber ausschließlich den Gehalt an freiem Anilin und p-Phenylendiamin zu ermitteln, müsste die Normmethode DIN EN ISO 17234 zunächst ohne vorherige reduktive Spaltung durchgeführt werden. Wird hierbei freies Anilin und p-Phenylendiamin gefunden, sollten weitere Tests zur Ermittlung der unter physiologischen Bedingungen frei migrierbaren Anteile an Anilin und p-Phenylendiamin erfolgen.“

Manfred Junkert – Geschäftsführer von CADS – Cooperation at DSI – bedauert, dass die Redaktion des WDR sich nicht zuvor mit der Organisation CADS in Verbindung gesetzt hat, um ein neutrales Ergebnis zu erzielen.

Die unter dem Dach des DSI angesiedelte Kooperation CADS (Cooperation for avoiding dangerous substances) setzt sich initiativ für die Vermeidung von riskanten Substanzen ein. Ziel dieser Vereinigung, zu der aktuell mehr als 70 namhafte Hersteller und Zulieferer der Schuhindustrie sowie bedeutende Handelsunternehmen der Textil- und Schuhbranche gehören, ist unter anderem die Schaffung und Verbreitung von Kenntnissen zur Herstellung und Vermarktung schadstofffreier Schuhe und Schuhmaterialien.

Die Sendung kann in der Mediathek des WDR nachgesehen werden.

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