Schuhmarkt
Annarita Pilotti während der Micam, die vom 12. bis 15. Februar in Mailand stattfand.
Annarita Pilotti während der Micam, die vom 12. bis 15. Februar in Mailand stattfand.

Inlandsmarkt besorgt Italiens Schuhindustrie

Italiens Schuhindustrie ist zwar nach wie vor im Ausland im Umsatzplus, doch der heimische Markt schwächelt.

Einen Produktionsrückgang von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr musste die italienische Schuhindustrie 2016 hinnehmen. Dies hängt in erster Linie mit der schwachen Inlandsnachfrage zusammen, die in Italien um 2,4 Prozent im Wert nachgelassen hat. Dies hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigung in diesem Sektor, stellt die Präsidentin des Schuhherstellerverbands Assocalzaturifici, Annarita Pilotti, fest. Die Zahl der Beschäftigten in der Schuhindustrie sank leicht um 0,4 Prozent auf nunmehr etwas mehr als 76.700.  

Die Schuhindustrie wurde lediglich durch die Auslandsnachfrage gestützt. Der Export erlebte ein Plus von 2,6 Prozent im Wert in den ersten zehn Monaten des Jahres 2016, woraus ein Jahresplus resultieren dürfte. Dies, obwohl zahlreiche Probleme im vergangenen Jahr zu verkraften waren. So sanken die Exporte nach Russland und die GUS-Staaten um 40 Prozent der Menge und 50 Prozent im Volumen im Vergleich zum Level drei Jahre zuvor, berichtet Pilotti. Auch das Wachstum des China-Exports habe sich verlangsamt und zeige keine zweistelligen Raten mehr. Nach sechs Jahren der Stabilität seien die Ausfuhren nach den USA um 3,6 Prozent im Wert gefallen. Auch der Mittlere Osten erlebte einen Rückgang von 4,9 Prozent im Wert (15% im Volumen).  

Angesichts der Schwierigkeiten mahnt Pilotti eine unterstützende Industiepolitik an. „Ohne eine Unterstützung des Sektors weiß ich nicht, wie lange er noch stand halten kann“, fragt sie sich. Strukturelle Änderungen und eine  weitergreifende Industriepolitik als der nationale Plan für die „Industrie 4.0“ seien notwendig. Die bisherigen Anfragen an die Institutionen seien unbeantwortet geblieben, so Pilotti.  

Die Italienische Schuhproduktion wird von Assocalzaturifici auf 187,5 Millionen Paar beziffert, mit einem Wert von etwas mehr als 7,5 Milliarden Euro. In den Export gingen 205,9 Millionen Paar im Wert von knapp 8,9 Milliarden Euro. Importiert wurden nach Italien 335,7 Millionen Paar (+2,4%) im Wert von knapp 4,7 Milliarden Euro (+3,7%). Den größten Anteil machen Schuh mit Lederoberteil aus, 5,8 der 7,5 Milliarden Euro werden damit erlöst.

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