Schuhmarkt

Russen lieben polierte Schuhe

Russland präsentiert sich als wichtiger Markt für Schuhpflegemittel aus Deutschland. Collonil macht dort 20 Prozent seines Umsatzes. 07/06 Kathrin Abler

„Russen pflegen ihre Schuhe gerne. Zudem kommen unseren Produkten das regnerische Wetter und die schlechten Straßen zugute“, sagt Frank Becker, Geschäftsführer Collonil Salzenbrodt GmbH & Co. KG, beim Media Talk seiner Firma auf der diesjährigen GDS. Der Berliner Schuhpflegemittelhersteller bewegt sich seit 1998 auf dem russischen Markt. Und dies erfolgreich, betont Becker, denn Collonil konnte die Stückzahlen seitdem verzehnfachen. Der Russlanderlös betrage dabei rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes. Damit sei Russland ihr wichtigstes Exportland. Speziell für den dortigen Markt bietet Collonil eine Extralinie zur Pflege von Pelzen an und achtet bei den Farben auf den bunteren Geschmack. Russland insgesamt sei ein sehr aufnahmefähiger Markt, weil er extrem groß ist, sagt Dieter Härthe, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA). Positiv für mittelständische Unternehmen sei, dass die russische Oberschicht großen Wert auf Markenprodukte wie zum Beispiel Schuhe lege und dafür viel Geld ausgebe. Laut Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, gründet sich das Potenzial Russlands auch auf die Vertrags- und Firmentreue der Bevölkerung. Dr. Lothar de Maizière, Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs, sieht Russlands Potenzial darin, dass es dort viele Rohstoffe und gut ausgebildete Leute gebe. Für Becke war entscheidend, dass es dort weniger Markenpiraterie gebe als zum Beispiel in Deutschland. Dennoch stolpern mittelständische Unternehmen über Hürden wie Zöllen und der Tatsache, dass es in Russland keine Trennung zwischen Wirtschaft und Staat gebe. Firmen, die sich in Russland niederlassen möchten, können sich beim BWA oder der IHK Hilfe und Unterstützung holen. Trotz der erfolgreichen Arbeit auf dem russischen Markt plant Collonil kein Tochterunternehmen. „Wir setzen weiterhin auf unsere Partner, weil sie die regionalen Unterschiede kennen und wissen, wie man mit der dortigen Bürokratie umgeht“, sagt Becker. Geplant sei aber eine Expansion in kleinere Städte, um die Absätze in den kommenden zwei Jahren verdoppeln zu können. 07/06 Kathrin Abler

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