Schuhmarkt

Italiens Schuhindustrie passt sich an

Den Fokus auf Produkt und Qualität zu richten, genügt Anci-Chef Vito Artioli im verschäften internationalen Wettbewerb nicht mehr. 24/07 Thesy Kness-Bastaroli

Den Fokus auf Produkt und Qualität zu richten, genügt Anci-Chef Vito Artioli im verschäften internationalen Wettbewerb nicht mehr.

Diese Ansicht vertrat der Präsident des italienischen Schuhfachverbandes während des Kongresses über die Internationalisierung des Schuhsektors. An der von Anci organisierten Fachtagung in Venedig, nahmen auch der Vize-Wirtschaftsminister Roberto Pinza und der Präsident des Schuhhandelsverbandes Massimo Donda teil. Luigno Rossi, Gründer von Rossimoda wurde zum Anci-Ehrenpräsident ernannt.

Im Zeitraum 2001 bis 2005 hat sich die weltweite Schuhproduktion um jährlich 3,3 Prozent auf 155 Mrd. Euro bzw. auf 14,5 Mrd. Paar Schuhe erhöht. Dadurch entstand ein „Überangebot”, das schneller wuchs als die Nachfrage. Vor diesem Hintergrund haben sich laut Artioli auch die Wettbewerbsfaktoren verändert. „Just-in-time-Lieferungen, die wachsende Funktionalität des Produkts, die Rücksicht auf die Eigenheiten der verschiedenen Märkte und ein entsprechendes Preis- Leistungsverhältnis müssten die Produktqualität flankieren.

Marken bringen Erfolg

Anci hatte die Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi beauftragt, eine Untersuchung über die „Internationalisierung im italienischen Schuhsektor“ zu erstellen. Die von den Bocconi-Experten ausgewertete Befragung ergab zwei Geschäftsmodelle, welche in letzter Zeit besonderen Erfolg hatten. Die Bildung eines integrierten Markenproduktes, das vorerst am Inlandsmarkt getestet und dann im Ausland vertrieben wird. Auch die mit anderen Branchenunternehmen gebildete Plattform für Logistik- und Transportleistungen sowie für den Vertrieb sei erfolgreich erprobt worden. Wichtig sei, dass die Autonomie der Markenware nicht gefährdet werde.

Zwei Drittel ihres Umsatzes exportierten die befragten Unternehmen. 72% ginge in 20 verschiedene Länder. Rund 80% der Befragten bestätigten, die Produktion zum Teil ausgelagert zu haben. Zudem habe man im Ausland durch verschiedene Marketing-Instrumente eine gewisse Nähe zum Kunden aufgebaut. Das sind Showrooms, Monomarkenstores oder Franchising-Geschäfte. Im Gegensatz zu früher müssten zwischenzeitlich auch die Unterschiedlichkeiten der einzelnen Märkte berücksichtigt werden: Standard- und Komfortprodukte sind typisch für Nordeuropa, Russland liebt Glamour, Casual ist in den Vereinigten Staaten gefragt. Zudem sei ein wachsender Trend zur Mikro Segmentierung festzustellen.

Zum Gewinner der letzten Jahre avancierten Marken, die mit differenzierten Kommunikationsstrategienarbeiten. „Die Unternehmenskultur hat sich in den letzten Jahren bereits verändert“, so Artioli. Der Wandel sei aber noch nicht abgeschlossen.

24/07 Thesy Kness-Bastaroli

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