Schuhmarkt

Erschwinglicher Luxus

Taschen der Marke Franceso Biasia gehören im Moment zu den Topsellern im Handel. Freches Design und hochwertige Verarbeitung lassen sie teurer wirken, als sie sind. Ab 2008 plant Claudio Biasia Monomarkenshops in Deutschland. 27/06 Thesy Kness-Bastaroli/Ilona Sauerbier

Sie sind längst kein Geheimtipp mehr. Vor drei bis vier Jahren noch relativ wenig verbreitet, haben sich Taschen von Francesco Biasia inzwischen ein festes Plätzchen in trendigen Mode- und Fachgeschäften gesichert. Der Handel schätzt die Taschen, weil sie nicht nur optimal dem Zeitgeist entsprechen und richtig italienisch ausschauen, sondern auch „für ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis stehen“, heißt es bei Burresi in Wiesbaden.

Zwar stellt die Biasia Spa seit knapp drei Jahrzehnten Taschen und Kleinlederwaren in Vicenza her, doch der richtige modische Durchbruch kam erst in den letzten Jahren: Seit 2003 ist die Marke Francesco Biasia im Portfolio der MBFG Mariella Fashion Burani Group. „Die Qualität und der modische Gehalt unserer Taschen sind derart hoch, dass eine 300-Euro-Biasia-Tasche eigentlich für 1000 Euro verkauft werden müsste“, sagt Dr. Giovanni Burani, Konzernchef des Modekonzerns MBFG.

Doch nicht nur Burani weiß die Qualität der Taschen zu schätzen. Immer mehr deutsche Händler lieben das Label aus dem Veneto. Im Moment läuft bei Biasia das Geschäft auf Hochtouren. Der Umsatz soll im laufenden Jahr um 24 Prozent auf geplant 54 Mio. Euro wachsen. Das sind Rekordwerte.

„Unsere aggressive Marketingstrategie und eine Positionierung im oberen Segment zeigen nun die ersten Erfolge“, sagt Firmenpräsident Dr. Claudio Biasia. In diesem Jahr wurden vier neue Shops eröffnet (Singapur, Poznan, Warschau und Dubai). Weitere fünf Monomarkenstores sollen im kommenden Jahr in Mailand, Florenz,Tokio, Jakarta und Moskau eröffnet werden. „2008 werden wir die erste Boutique in Berlin oder München eröffnen“, ergänzt der Italiener.

Biasia Taschen gibt es derzeit in Deutschland an 150 Verkaufspunkten. Das sind sowohl Schuh- als auch Bekleidungs- und Lederwarengeschäfte. Hinzu kommen ausgewählte Standorte in guten Kaufhäusern. Zum Jahresende 2006 erwartet Biasia in Deutschland einen Umsatz von 1,5 Mio. Euro. Das sind etwa elf Prozent des Europageschäftes. Dieser Umsatz soll bis 2009 um weitere vier Millionen Euro wachsen. „Dann soll es in Deutschland auch 300 Verkaufsstandorte geben und mindestens zwei Monomarkenstores.“ Das größte Wachstumspotenzial sieht Claudio Biasia künftig in Asien, auch wenn sich die Nachfrage im EU-Raum belebt hat. Vorerst beabsichtige man, sich auf das Markensegment des „erschwinglichen Luxus“ zu konzentrieren. Später sei auch eine Positionierung „ganz oben“ möglich. Über die Zukunft der italienischen Taschenbranche macht sich der Taschenspezialist keine Sorgen. „Italien ist immer noch die weltweite Ideenschmiede für Taschen“, wenngleich in letzter Zeit viele innovative Impulse aus England, den USA und vereinzelt aus Belgien kommen.

Biasia produziert rund 70 Prozent der gesamten Fertigung in Europa, den Rest in Asien. Zum Thema Ursprungsbezeichnung, wie sie der italienische Schuh-,Textil- und Lederwarenverband fordert, sagt Biasia: „Unsere Taschen sind bereits seit Jahren mit der Ursprungsbezeichnung versehen. Wir sind daher voll transparent und sehen auch keinen Unterschied im Verhalten des Endverbrauchers. Den Frauen ist es ziemlich gleichgültig, ob die Taschen in Italien oder in Bulgarien gefertigt werden. Wichtig ist, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.“ 27/06 Thesy Kness-Bastaroli/Ilona Sauerbier

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