Schuhmarkt

Italiens Taschenexporte auf Hochtouren

Italiens Lederwarenindustrie exportierte 2005 drei Prozent mehr Taschen. Wichtigster Exportmarkt ist die Schweiz, gefolgt von Japan, den USA und Frankreich. 09/06 Thesy Kness-Bastaroli

Der italienischen Lederwarenindustrie geht es besser als ihrem großen Bruder, der Schuhindustrie. Nach einer dreijährigen Stagnation ist der Umsatz der italienischen Lederwarenindustrie im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 2,8 Mrd. Euro gewachsen.

Während die im obersten Preissegment angesiedelten Branchenunternehmen ihre Produktion ausschließlich in Italien halten, gehört die Produktionsauslagerung bei den kleineren und mittelständischen Unternehmen inzwischen zur Tagesordnung. Hunderte kleiner Lohnveredelungsbetriebe, die insbesondere in der Toskana, in Umbrien und der Marche angesiedelt sind, arbeiten inzwischen fast ausschließlich für große Labels Italiens wie Gucci, Pucci und Prada.

„Die Gefahr ist, dass diese Unternehmen, sobald auch die Luxuswarenfirmen mit der Produktionsauslagerung beginnen, mit leeren Händen dastehen“, gibt der Generalsekretär des Herstellerfachverbandes Aimpes, Dr. Franco Muzzolon, im Gespräch mit SchuhMarkt zu bedenken. Die Produktionserholung 2005 sei rein auf die Exporte zurückzuführen. Diese nahmen im Jahresvergleich (Januar bis November) um 9,4 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zu.

Wichtigster Exportmarkt ist die Schweiz, gefolgt von Japan, den Vereinigten Staaten und Frankreich. Deutschland, das noch in den neunziger Jahren „Numero Uno“ war, ist inzwischen nach Großbritannien auf Rang Sechs abgefallen und absorbiert nur mehr sechs Prozent aller italienischen Branchenausfuhren. Nach einem mehrjährigen Exportrückgang nach Deutschland konnten die Branchenausfuhren im Vorjahr wieder um sechs Prozent zulegen. „Auch in Deutschland ist wieder ein Nachfragetrend zur hochmodischen Qualität zu verzeichnen“, bestätigt Aimpes-Präsident Giorgio Cannara die Trendwende in Deutschland.

Bei den Importen liegt China mit 51 Prozent aller Einfuhren weit an der Spitze und hat Frankreich und die Schweiz mit einem Anteil von je 16 bzw. sechs Prozent abgeschlagen. Der durchschnittliche Einfuhrpreis pro Stück macht acht Euro aus. Während bei den Einfuhren Synthetics den Ton angeben, liegt das Schwergewicht der Exporte und auch der Produktion weiterhin bei echten Lederwaren. So bestreiten auch die Ausfuhren von Lederwaren rund 70 Prozent der gesamten Produktion. Eine Offenheit gegenüber Fernost zeigte sich auch bei der Messeteilnahme an der Mipel, die vom 16. bis 19. März veranstaltet wurde. Elf der insgesamt 402 Aussteller kamen aus Taiwan und China. 09/06 Thesy Kness-Bastaroli

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