Schuhmarkt

Luxus vom Feinsten

Donna Karan, Emilio Pucci, Celine, Lacroix, Marc by Marc Jacobs oder Kenzo - es gibt kein Unternehmen, das so viele klangvolle Schuhlabels in seinem Portfolio führt wie Rossimoda. Feinste Wertarbeit sind bei der weltweiten Nummer eins für Luxusschuhe Standard. Die letzte Umsatzsteigerung lag bei 13 Prozent. 19/07 Karin Grabner/Ilona Sauerbier

Donna Karan, Emilio Pucci, Celine, Lacroix, Marc by Marc Jacobs oder Kenzo - es gibt kein Unternehmen, das so viele klangvolle Schuhlabels in seinem Portfolio führt wie Rossimoda. Feinste Wertarbeit sind bei der weltweiten Nummer eins für Luxusschuhe Standard. Die letzte Umsatzsteigerung lag bei 13 Prozent.

Etwa 200 bis 300 Paar Schuhe pro Designer brauchen die Stilisten und Helfershelfer hinter der Bühne, ehe sich der Vorhang zum großen Catwalk öffnet. Dann stöckeln phantasievolle High Heels von Christian Lacroix, folkloristische Styles von Kenzo oder couturige Modellchen von Givenchy an der hoch kritischen Mischung aus Presse, Promis und internationalen Einkäufern vorbei.

Diese sitzen dann mit dicken Sonnenbrillengläsern in den ersten Reihen und zücken gelegentlich ihre kleinen Notizblocks. Wochen vorher haben Unternehmen wie Rossimoda viel zu tun, denn da decken sich die Stars der Mode mit feinstem Schuhwerk ein. Exquisite Schuhmode für die großen Modemacher dieser Welt ist bereits seit den 50er-Jahren die Botschaft von Rossimoda in Brenta, Nähe Padua.

Seit 2003 gehört das Unternehmen zur LVMH-Gruppe, wobei drei Prozent der Aktien der erfolgreichen Schuhdynastie noch von Inhaber Luigino Rossi gehalten wird. Die Kooperation der beiden Luxusgüter-Spezialisten funktioniert gut: 2006 erzielte Rossimoda einen Gesamtumsatz von 68 Mio. Euro. Für Luigino Rossi sind die Märkte allerdings „lange nicht ausgereizt“. In den kommenden fünf Jahren wird ein jährliches Wachstum von rund sechs Prozent angepeilt.

Der Hunger nach Luxusschuhen der Extraklasse ist noch nicht gestillt. Um die internationalen Märkte entspechend zu bedienen, hält sich das Unternehmen eigene Showrooms und internationale Agenten in Mailand,New York, Paris und Peking. Neu ab September ist der Showroom in Moskau. 70 Prozent des Ordervolumens laufen über Showrooms, der Rest wird auf internationalen Messen umgesetzt. Die Absatzmärkte verteilen sich zu 30 Prozent auf die USA, 40 Prozent auf Europa und Russland sowie 30 Prozent auf Asien und den Orient. Es werden etwa 1300 Kunden beliefert, die ein oder mehrere Geschäfte betreiben.

Marc by Marc Jacobs liegt vorn

Den Vertrieb für Deutschland, Österreich und der Schweiz übernimmt seit vier Jahren die Düsseldorfer Agentur Muth. Evelyn Muth und ihre Tochter Christiane betreuen mit ihrem Verkaufsteam etwa 100 Kunden. Der Anteil der Marken sei je nach Geschäftsstruktur unterschiedlich, erklärt Christiane Muth. Kauften hochwertige Edelläden vorrangig die Looks der Runway-Schauen, um ihren Kunden passend zu Outfit und Taschen den richtigen Schuh anzubieten, ordern exklusive Schuhgeschäfte zudem Schuhe, die zu allem passen. Das Verhältnis der platzierten Ordermengen von Bekleidungszu Schuhgeschäften beträgt etwa 30:70. Letztlich ist die Auswahl im Schuhgeschäft größer, wenn auch die Modelle verglichen mit den Bekleidungsgeschäften unterschiedlich gewichtet werden.

In der Agentur Muth steht Marc by Marc Jacobs mengenmäßig an erster Stelle, dicht gefolgt von Celine und Givenchy. Emilio Pucci mit seinen bunten Musterdrucken, der jetzt schon für die Wintersaison 08/09 gut besprochen wird, und Givenchy mit seiner mondän-raffinierten Kollektion gehören zu den aktuellen Shootingstars. Die jährlichen Zuwachszahlen sind im deutschsprachigen Raum überaus erfreulich. Muth platzierte in den letzten Jahren viele Marken in den besten Geschäften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, so etwa bei Theresa in München, Budapester in Berlin, Maendler in München, Sigrun Wöhr in Stuttgart und Karlsruhe, bei Amicis in Wien, Denkstein in Salzburg oder auch Brunello in Zürich.

Frühes Gespür für Lizenzen

Ein gutes Gespür für Lizenzen hatte Luigino Rossi bereits in den 70er- Jahren,wo die Kooperation von Rossimoda mit YSL überaus erfolgreich war. Später folgten Namen wie Fendi, Richard Tyler, Anne Klein und Vera Wang. ,,Große Marken waren für uns immer schon eine Investition in die Zukunft” sagt heute Luigino Rossi. Die aktuellen Lizenzmarken von Rossimoda könnten gegensätzlicher gar nicht sein. Die trendig-exzentrischen Schuhe von Marc by Marc Jacobs gehören zu den Bestsellern. Christian Lacroix Schuhe sind fantasievoll-farbig mit barockem Ideenursprung. Kenzo ist eigenwillig und verspricht folkloristischen Chic. Givenchy hingegen ist couturig, mystisch, sexy und verlangt nach eine starken Frau, die diese Schuhe trägt. Celine ist klassisch modern inspiriert, zudem edel und raffiniert. Donna Karan erfüllt die Ansprüche einer modernen Frau, die Simplizität liebt. Emilio Pucci ist ein Meister der Drucke. Loewe ist edel und reduziert.

Die Lizenzkollektionen werden von den Schuhstilisten und ihren Teams der jeweiligen Häuser entworfen. Jede einzelne Marke hat ihre persönliche Designabteilung im Hause Rossimoda. Die Wände sind mit Collagen, Entwürfen aus den Runwaykollektionen, Stoffen, Ledermustern, Schmuckteilen, Zeichnungen und Bildern aus unterschiedlichsten Quellen vollgepflastert. Inspiration ist alles, sagt die junge Stylistin von Kenzo, die Lederfarben passend zu den frischen Entwürfen nebeneinander reiht. Schier unmögliche Schuhideen werden immer wieder realisiert. Rossimoda ist dafür bekannt,Unmögliches möglich zu machen.

Jedes Land hat seine Mode: Sucht Europa funktionierend elegante Schuhe, oft mit einem sportiv lässigen Touch, wollen die Russen Glamour mit hohen Absätzen. Die US Kunden hingegen lieben reduzierte Modelle mit dem gewissen Etwas. Rund 70 Modelle umfasst jede einzelne Lizenzkollektion. Ausgesuchte Designs werden in der technischen Abteilung auf ihre Realisierbarkeit überprüft. C.A.D Design unterstützt diesen Prozess, um die Entwurfsmodelle Dreidimensional darzustellen. Alles ist durch die neueste Technik computergesteuert. Nichts wird dem Zufall überlassen. Etwa 2000 Modelle werden jährlich entwickelt.

Fundus in der Villa

Wer einen Blick in die Vergangenheit Rossimoda werfen möchte, kann die Villa Foscarini Rossi aus dem 17. Jahrhundert besuchen, nur wenige Schritte vom berühmten Monumentalbau der Villa Pisani entfernt. Neben den feudalen Prunkräumen, in denen Konzerte und Empfänge veranstaltet werden, befindet sich das Schuhmuseum. Die Ausstellung beherbergt 1500 signierte Stücke von den berühmten Modehäusern, wie Dior,YSL,Anne Klein, Fendi,Porsche Designs, Calvin Klein, Ungaro, Emilio Pucci oder Givenchy. Zur Privatsammlung Luigino Rossi gehören zudem Original- Skizzen von Alen Jones oder Karl Lagerfeld.

Rossimoda S.p.A., Brenta in Kürze

• Seit 2003 zur französichen LVMH-Gruppe gehörend

• Umsatz: 68 Mio. Euro.

• Mitarbeiter. In Italien rund 320, weltweit 1200

• Jahresproduktion: 550 000 Paar Schuhe. Ein Großteil der Produktion wird in Italien realisiert. Aufwendige Zuarbeiten, wie Steppungen oder Stickereien werden mitunter ausgelagert. Produktionsstandorte gibt es neben Italien in Rumänien und Ungarn, ein Joint Venture besteht mit China.

• Lizenzmarken: Donna Karan,Christian Lacroix, Celine, Emilio Pucci, Givenchy, Kenzo,Loewe und Marc by Marc Jacobs.

• Lizenzpartnerschaft nur ab einem Mindestabsatz von 40 000 bis 50 000 Paar Schuhe. Die Lizenzgebühr liegt je nach Marke bei sechs bis 12 Prozent.

19/07 Karin Grabner/Ilona Sauerbier

 

Verwandte Themen
v.l.: Christof Bär, Winfrid Kretschmann, Rafael Mora Garcia, Catherine Kern und Sebastian Bär
Kretschmann besuchte Bär in Bietigheim weiter
v.l.: Enrica Arena (Mitbegründerin Orange Fiber), Hilke Patzwall (CSR-Managerin Vaude), Chiara Campione (Corporate Strategist Greenpeace), Orsola De Castro (Gründerin und Creative Director Fashion Revolution), Eliina Birkberg (Gründerin Nudie Jeans), Pola
Vaude stellt Nachhaltigkeitskonzepte bei Greenpeace vor weiter
Chic Shanghai ante portas weiter
Das Marshall-Haus in Nachbarschaft zur Panorama wird ab Januar das neue Domizil der Selvegde Run. Bild: Mila Hacke
Selvedge Run zieht um weiter
Vorstandsvorsitzender Günter Althaus schwört seine Mitarbeiter auf die strategischen Themen der Zukunft ein. Bild: ANWR Group
Strategietag der ANWR Group weiter
Schuhfachschule unverzichtbar weiter