Schuhmarkt

Erfolg hängt nicht von Schutzzöllen ab

Italiens Industrieverband Anci kämpfte für Schutzzölle. Ab 7. April treten sie in Kraft. Viele italienische Unternehmer sind auch ohne Zölle erfolgreich.

Trotz der anhaltenden Branchenkrise in Italien gibt es Unternehmen, deren Umsatz und Gewinn von Jahr zu Jahr steigen. Es handelt sich keineswegs nur um Luxuswaren oder Premiumunternehmen. Auch im mittleren Preissegment kann man mit Schuhen noch gut Geld verdienen.

„Das Preis-Kosten-Verhältnis muss stimmen“ meinte Dr. Toma, Geschäftsführer des Sport- und Freizeitschuhanbieters Stonefly. Auch Imac mit ihren Eigenmarken Primigi und Igi & Co., Manas im modischen Damenschubereich oder Girza bei Herrenschuhen zeigen, dass Made in Italy im mittleren Preissegment sehr wettbewerbsfähig sein kann. Dass Italien immer noch Schuhland Nummer Eins ist, bestätigt die Geschäftsentwicklung namhafter Schuhunternehmen wie etwa Tod`s, Geox und Nero Giardini. Allen gemeinsam ist der Fokus auf eine Markenstrategie, hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Kommunikation.

Geox investiert 3 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung sowie 10 Prozent in Werbung. Nero Giardini gibt 6 Prozent des Umsatzes für Kommunikation und Werbung aus. Erfolg hat heute, wer ein Label vermarkten kann. Edelschuhmacher Diego della Valle mit seinen Tod`s Markenschuhen ist dafür der beste Beweis. Tod`s hat im Jahr 2005 quer über alle Marken seinen Umsatz um ein Fünftel auf 503,1 Mio. Euro gesteigert. Rund 58 Prozent des Umsatzes entfielen dabei auf die Kultmarke Tod`s, 25 Prozent auf Hogan, der Rest auf die Fay-Jacken. Für 2006 erwartet Tod`s ein Umsatzplus von mindestens 15 Prozent.

Während Tod`s sich auf das obere und oberste Preissegment beschränkt, ist Geox im mittleren Segment Marktführer. Geox verdankt seinen Erfolg vorrangig der ausgezeichneten Marketing- und der aggressiven Filialpolitik. Im Fahrwasser von Tod`s will nun auch Geox den Bekleidungssektor stärker fördern und plant innerhalb von fünf Jahren bereits 50 Prozent des Umsatzes mit sportlichen Jacken und Mäntel zu machen.

Die niederländische Bank ABN Amro erwartet, dass Geox seinen Umsatz von 455 Mio. Euro in 2005 auf 829 Mio. Euro bis 2008 erhöht, den konsolidierten Nettogewinn von 70,6 Mio. auf 145,1 Mio. Euro und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 121 Mio. auf 251 Mio. Euro.

Mio. auf 66 Mio. Euro gewachsen. Bracalente fokussiert sein Angebot auf den Massen- Markt mit einer preisbewussten Politik und einem weitverzweigten Filialnetz. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt bei 99 Euro, die Produktion bei 8000 Paar Schuhe pro Tag.

Ein Marketingerfolg ist auch Nero Giardini. Die von Enrico Bracalente gegründete Bag Spa mit dem Markenzeichen Nero Giardini hat in letzter Zeit einen spektakulären Erfolg erlebt. Der Umsatz ist im Krisenjahr 2005 um 45

Ähnlich wie bei Tod`s konzentriert der 46-jährige Firmenchef Bracalente die Produktion voll auf auf die italienische Schuhregion Marche. Dort kontrolliert er drei Produktionsstätten mit 500 Beschäftigten. Die Frage, warum er nicht die Produktion auslagere, beantwortete Bracalente, dass er mittelund langfristig plane. „Wenn ich nur den Gewinn kurzfristig erhöhen wollte, dann würde ich sofort auslagern. Ich will aber das Siegel „Made in Italy“ vermarkten wie etwa Ermenegildo Zegna oder Marzotto. Davon verspreche ich mir langfristig mehr Erfolg.“ Die beste Verteidigung gegen Dumpimg seien Investitionen in Technologie und Innovation.

08/06 Thesy Kness-Bastaroli

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