Schuhmarkt

Standort Europa: Manas

Die Europäische Kommission hat Antidumping-Zölle auf chinesische und vietnamesische Lederschuhe beschlossen. Die europäische Schuhindustrie ist unter Druck. Doch ist der Standort Europa wirklich so schlecht? 10/06 Kathrin Klemp

Die Europäische Kommission hat Antidumping-Zölle auf chinesische und vietnamesische Lederschuhe beschlossen. Die europäische Schuhindustrie ist unter Druck. Doch ist der Standort Europa wirklich so schlecht?

Noch immer werden auf dem Kontinent erhebliche Mengen produziert. Allein die deutsche Schuhindustrie produzierte 2005 im eigenen Land rund 30 Millionen Paar Schuhe. In EU-Europa stellen „unsere“ Schuhproduzenten jedoch mehr als 100 Millionen Paar her und beschäftigen in diesem Raum mehr als 50 000 Mitarbeiter. Unter dem Titel „Made in Europe“ stellen wir Ihnen in loser Folge Unternehmen vor, die in Europa produzieren. Dieses Mal: Manas.

Manas auf Erfolgskurs

Qualität, Expansion und das Prestige „made in Italy“ – auf diese Erfolgsfaktoren setzt Manas, die italienische Traditionsfirma aus Montecosaro nahe Pescara. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Das gab den Anstoß dazu, Deutschland als zweiten Markt hinter Italien zu erobern.

Manas ist als Globalplayer mit Shops in ganz Europa vertreten. Daneben gibt es Läden in Japan, Australien, den USA, Hongkong, im Libanon, in Israel, Kanada, Russland, Südafrika, Neuseeland, Korea, Malaysia, Indonesien, Singapur, Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Absatzquoten liegen zu 73 Prozent im Ausland und zu 27 Prozent in Italien. Eine erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Gründer, Guiseppe Sagripanti, 1956 mit seinem Sohn Marino in einer kleinen Werkstatt in Montecosaro mit der Fertigung von Pantoffeln begann.

Bereits in den 60er Jahren feierten diese „Conchitas“ im In- und Ausland große Erfolge. Der kontinuierliche Umsatzanstieg macht Mitte der 70er Jahre eine neue Produktionsstruktur notwendig: Manas wird geboren.

Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Brüder Marino, Nazzareno und Angelo Sagripanti zusammen. 1980 steigen neue Teilhaber ein und der Betrieb wandelt sich in eine S.p.A. um. Die Marken werden weiter entwickelt und richten sich an überwiegend weibliche Zielgruppen: Von trendy über sportiv bis klassisch ist für jeden etwas dabei.

1990 gibt die Firma die Pantoffel-Produktion auf. Dank der stetigen technologischen Erneuerungen in seinen 30 italienischen Fabriken richtet Manas sein Hauptaugenmerk jetzt auf seine erfolgreichen Damenschuhmarken, sowie auf sportliche Unisexschuhe, von denen jeder einzelne ein Finish von Hand erhält.

Für den Sommer 2006 setzt Manas bei beiden Kollektionen den Schwerpunkt auf ein mediterranes Lebensgefühl, das sich in weichen, natürlichen Ledersorten und einer Farbpalette in den Sonnentönen Gelb über Orange bis Rot sowie maritimen Nuancen von Grün über Türkis bis zu Himmelblau widerspiegelt.

Bei der Kollektion „Lea Foscati“ spürt man das Comeback einer neuen Klassik in Schlangenleder- und Kroko-Optik mit Glamour- Elementen wie Schmucksteinen, Stickereien und Silberschnallen. Sie vereinigt folkloristische und urbane Elemente.

Ausgeschnittene Schuhe mit hohen Absätzen und grazile Sandaletten dokumentieren die feminine Aussage dieser Kollektion. Von seiner Spitzenmarke „Lea Foscati“ und der jungen Linie „Design“, beide nur für Damen, verkauft Manas 150 000 bis 200 000 Paar Schuhe in Deutschland. Der durchschnittliche VKPreis liegt bei 150 Euro.

Auf dem deutschen Markt hat Manas bereits 300 Kunden, zum einen Ketten wie Görtz, Leiser und Tretter, aber auch Trend-Boutiquen. Salamander führt gerade ein Trading up durch. Weitere Maßnahmen, um die Marke auf dem deutschen Markt zu positionieren, sind geplant: „Der Kontakt zu den bereits bestehenden Kunden soll durch einen verbesserten Service ausgebaut werden.

Dazu gehört der Showroom im Münchener MOC, die Zusammenarbeit mit unserem Vertriebsleiter Hans Hacklinger in München und die gerade begonnene PR-Arbeit mit der Hamburger Agentur MPR Dr. Muth PR“, erklär t Verkaufsleiter Riccardo Quacquarini. „Außerdem sind für dieses Jahr weltweit insgesamt 16 Shop-Neueröffnungen geplant – darunter auch in Deutschland. Zusätzlich wollen wir die Werbung der Marke intensivieren“, schließt der Italiener ab.

Manas in Zahlen

Gründungsjahr: 1956

Absatzquoten: 73 im Ausland, 27 Prozent in Italien

Verkaufsstellen außerhalb Europas: Japan, Australien, USA, Hongkong, Libanon, Korea, Malaysia, Indoniesien, Singapur, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate

Beschäftigte: 2000 Mitarbeiter

Marken: Lea Foscati, Design, Olimpica

10/06 Kathrin Klemp

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