Schuhmarkt

Italiens Gerber profitieren von China

Die italienischen Gerber haben die Talsohle überwunden. Qualitätsleder made in Italy ist international gefragt wie lange nicht mehr. Bologna soll Standort der Lineapelle bleiben. 09/07 Thesy Kness-Bastaroli

Italiens Ausfuhren von gegerbten Lederhäuten nach China sind im Vorjahr wertmäßig um 70 Prozent und mengenmäßig um 50 Prozent gestiegen. Mit 52 Mio. qm gegerbten Lederhäuten avancierte China (inklusive Hongkong) zum wichtigsten Kunden der italienischen Gerber. „Ein historischer Rekord, der die ehemalige chinesische Gefahr in eine einzigartige Gelegenheit für Italiens Gerber verwandelte“, kommentierte der Generalsekretär des Gerberfachverbandes Unic, Dr. Salvatore Mercogliano, die Tendenz.

„Nicht nur die multinationalen Firmen aus der USA, sondern auch die chinesischen Unternehmen, die zusehends mehr Qualitätsprodukte fertigen, zählen zu unseren Kunden“, meinte der Fachverbandsdirektor anlässlich der Eröffnung der internationalen Gerbereimesse Lineapelle (17. bis 19. April in Bologna; www.lineapelle-fair.it). Er habe keinerlei Befürchtungen wegen der unlauteren Konkurrenz beziehungsweise der Raubkopien aus China. „Unser jahrzehntelanges Know-how könnten auch die Chinesen nicht in wenigen Jahren nachahmen.“

Dank der positiven Exportentwicklung haben die 2400 italienischen Gerbereibetriebe (29 000 Beschäftigte) ihre Talsohle endgültig überwunden. Die Ausfuhren nach Indonesien kletterten im Vorjahr um 60 Prozent, jene nach Indien um 42 Prozent und nach Russland um 33 Prozent. Im Vorjahr hat sich auch die Produktion erstmals wieder kräftig erholt. Die Wachstumsrate bei gegerbten Lederhäuten machte 7,3 Prozent und bei Sohlenleder 6,5 Prozent aus. „Die 2001 gestartete Krise ist endgültig überwunden“, so Mercogliano. Die Belebung hat sich zwar in den ersten Monaten 2007 verlangsamt, allerdings werde in den nächsten Monaten wieder mit einer kräftigen Produktionszunahme gerechnet.

Vor allem bei Chevreau-Leder hat sich die positive Produktionstendenz mit plus 5,9 Prozent im laufenden Jahr fortgesetzt, während bei Kalbsleder (1,4 %) und Rindsleder (0,8 %) eine deutliche Verlangsamung verzeichnet wurde. Mercogliano bestätigte auch, dass die weltweit größte Ledermesse Lineapelle weiterhin in Bologna abgehalten werden soll. „Unser Vertrag mit der Messe von Bologna läuft 2008 aus, wir werden den Vertrag jedoch erneuern“, so der Verbandsdirektor. Bekanntlich versucht derzeit die neue Mailänder Messe, Fiera di Milano, zahlreiche Messen aus Bologna abzuwerben. Mit 1325 Ausstellern bestätigte sich die Lineapelle auch im April 2007 als weltweit wichtigste Ledermesse. 09/07 Thesy Kness-Bastaroli

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