Schuhmarkt

Niederländer drehen schneller

Der Schuhhandel in Holland ist geprägt von kleineren und mittleren Unternehmen. Die Branche hatte einige Jahre rückläufige Umsätze zu verkraften, doch 2006 und – zumindest für die ersten neun Monate des Jahres – 2007 ging es wieder bergauf. 01/08 Peter Skop

Der Schuhhandel in Holland ist geprägt von kleineren und mittleren Unternehmen. Die Branche hatte einige Jahre rückläufige Umsätze zu verkraften, doch 2006 und – zumindest für die ersten neun Monate des Jahres – 2007 ging es wieder bergauf.

Der niederländische Schuhhandel befindet sich in einem leichten Aufschwung. Für die ersten neun Monate stellt die Handelsvereinigung Hoofdbedrijfschap Detailhandel (HBD) ein Umsatzplus von 2 Prozent fest. Im vergangenen Jahr gab es gegenüber 2005 sogar ein Plus von 7,3 Prozent. Allerdings muss einschränkend gesagt werden, dass die niederländischen Schuhhändler von 2002 bis 2004 einen heftigen Rückgang von gut acht Prozentpunkten verkraften mussten. Er war sogar heftiger als der Umsatzrückgang des Einzelhandels insgesamt.

Insgesamt war der Umsatz des Modehandels seit 2002 rückläufig – in Deutschland bereits seit dem Jahr 2000 – hat aber in 2006 das damalige Niveau übertroffen. Die Umsatzentwicklung des Schuhhandels in diesem Jahr zeitigte, wie in Deutschland auch, ein heftiges Auf und Ab, mit Höhepunkten im Mai und April sowie im September und Einbrüchen im Mai und August. Insgesamt verzeichnet HBD leicht steigende Preise. Im Vergleich zum deutschen Schuhfacheinzelhandel, den das Institut für Handelsforschung im monatlichen Betriebsvergleich untersucht, hat der niederländische Schuhhandel nach HBD einen höheren Quartratmeterumsatz. Er lag 2006 bei 2100 Euro, in Deutschland bei etwa 1850 Euro (2006).

Dafür ist der Umsatz pro vollbeschäftigte Person in den Niederlanden mit 167400 Euro um einiges höher als in Deutschland (122 200, ebenfalls 2006). Zu berücksichtigen ist, dass die deutschen Angaben inklusive, die niederländischen exklusive Mehrwertsteuer sind. Der Lagerumschlag bewegt sich in Deutschland seit Jahren zwischen 1,6 und 1,8, während in den Niederlanden 3,1 gemessen werden. Dies deckt sich mit Aussagen der von SchuhMarkt befragten Experten, dass der niederländische Schuhhändler eher öfter einkauft, zum Beispiel indem er das C.A.S.T. in Nieuwegein nutzt (siehe Seite 20).

Ohne Mehrwertsteuer beträgt der Branchenumsatz knapp 1,8 Mrd. Euro. Das heißt, vom Gesamtumsatz mit Schuhen in den Niederlanden von 2,2 Mrd. Euro entfallen 77 Prozent auf den Schuhhandel. In 2005 waren dies noch 73 Prozent. Bei unseren Nachbarn ist die Tendenz zum Kauf von mehr Schuhwerk zu beobachten. Die Ausgaben steigen, obwohl auch in den Niederlanden die Preise seit 2002 leicht rückgängig sind. 2006 gab es 1360 Unternehmen mit 3135 Geschäften. Für beide Kennzahlen ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren eine leichte Zunahme zu verzeichnen.

Rund 40 Prozent der Unternehmen gehören Einkaufsvereinigungen an, wobei bei uns bekannte Namen wie Garant oder ANWR eine wichtige Rolle spielen. Weitere 40 Prozent sind Filial- oder Franchisesysteme und 20 Prozent vollkommen unabhängig. Die große Mehrheit von 71 Prozent hat bis zu 10 Mitarbeitern. Zunehmend ist die Bedeutung der großen Ketten und Discounter. Die sechs größten Unternehmen haben einen Marktanteil von etwa 35 Prozent. Zu den Großen gehören Mcintosh, Schoenenreus, Euro Shoe, Deichmann (Van Haren), Ziengs und Nelson. 01/08 Peter Skop

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