Komfort hat Zukunft. So könnte man die Ergebnisse unserer Recherchen durchaus zusammenfassen. Misslich nur, dass bei den ganz Jungen so gut wie kein Markenbewusstsein im Komfortsinne existiert.
Birkenstock fällt den meisten noch zum Begriff Komfortschuh ein, ansonsten wird es ziemlich dünn, wie unsere kleine Straßenumfrage (Seite 28) gezeigt hat. Mag sein, dass das Bewusstsein für gutes Schuhwerk erst im späteren Alter zunimmt, wenn die ersten Probleme mit den malträtierten Füßen auftreten. Doch besser wäre, die jungen Kunden zu gewinnen, bevor sie es nötig haben, oder zumindest dafür zu sorgen, dass Bequemschuh nicht mit Oma-Schuh assoziiert wird.
Komfortschuh-Lieferanten sind in mehrfacher Hinsicht gefordert: Die Ansprüche an Passform und Bequemlichkeit sind hier besonders hoch, die eingebauten Vorteile verlangen zum Teil Konstruktionen, die ein rein modischer Schuh ignorieren muss, und sie sollen dennoch den Anschluss an die Mode nicht verlieren und super aussehen, ohne ältere Stammkunden zu vergraulen. Ein Glück, dass die neuen Alten sich in der Regel jünger fühlen und das, was als Seniorenschuh bezeichnet wird, nicht wollen. So entfällt wenigstens nach und nach die letztgenannte Herausforderung.
Insgesamt bemühen sich die Firmen, und sie punkten außer mit Technologien und Komfort auch mit der Steigerung des Modegrades. Auch handelt es sich beim Wellness-Segment um ein höchst innovatives Schuhthema, das manchmal allerdings auch Anstöße durch Newcomer braucht, die mutig neue Ideen auf den Markt bringen, wie einst die Wackelsohle von MBT.
Peter Skop