Aktuelle Ausgabe

Ausgabe 03/12

Cover der Ausgabe Ausgabe 03/12

Zum Inhaltsverzeichnis

Editorial | Archiv

Schuhmarkt abonnieren

Anmeldung


Passwort vergessen?

Noch keine Zugangsdaten?

  • 20.05.2010 | Editorials

    Editorial 11/10: Klau! schau! wem?

    Einige der am meisten unterschätzten Formen von Wirtschaftskriminalität ist die Produkt- und Markenpiraterie. Weltweit generieren Plagiatoren und Fälscher einen Umsatz von 400 Milliarden Dollar.

    Dies entspricht nahezu dem Bruttosozialprodukt eines Staates wie Belgien. In Arbeitsplätzen ausgedrückt sind das 75.000, die in Deutschland durch Fakes verloren gehen. Es wird inzwischen alles nachgeahmt, was sich verkaufen lässt: Vom Ferrari bis zum Operationsbesteck, von Viagra bis zum Rauchmelder. Die Schäden für die Unternehmen gehen in die Milliarden, Prozesse wegen Produkthaftungen schleppen sich in die Länge. Auch die Schuhbranche leidet unter der Produktpiraterie, was begehrte Labels wie Puma, Nike und Adidas, aber auch Prada, Gucci und Louis Vuitton Dutzende von Detektiven ausrücken lässt, die die Kopien aufkaufen und vernichten lassen. Doch der Designklau zieht sich in der Regel von oben nach unten. Dass in den Ateliers der gängigen Schuhindustrie massenweise Designerschuhe stehen, die auf kommerzielle Ausrichtung nachempfunden und weiterentwickelt werden, ist kein Geheimnis. „Wer nicht kopiert wird, liegt nicht mehr im Trend“, sagte einst Tod‘s-Chef Diego della Valle.
    Manche Sachen gilt es vielleicht auszusitzen, weil sich nichts daran ändern wird. Gelegentlich sieht es Dr. Gerhard Nickolaus, Leiter des PFI auch so, wenn es um Meldungen über Schadstoffe in Schuhen geht. Auf der Tagung des HDS in Pirmasens sagte er: „Der Kampf gegen Schadstoffe im Schuh ist wie der Kampf des Herkules gegen die Hydra: Hat man einen Schadstoff vermeintlich besiegt, stehen schon die nächsten auf der Tagesordnung.“

    Ilona Sauerbier

  • Kommentar schreiben