Es war auch schon mal wärmer und blütenreicher zu Ostern als dieses Jahr. Aber alles in allem müssen wir nicht unzufrieden sein. Vor allem für den Mode- und den Schuhhandel scheint sich das Jahr bisher recht gut entwickelt zu haben.
Die Menschen haben den langen Winter satt – der für den Schuhhandel durchaus auch seine Vorteile hatte – und freuen sich über jedes Anzeichen von Frühling und Wärme. Diese Signale werden prompt in Kauflaune umgewandelt, sodass die Saison ordentlich startet. Die Berichte unserer Korrespondenten aus den Regionen fallen durchweg positiv aus.
Gleichzeitig ergibt die letzte Prognose der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dass der Abwärtstrend des Konsumklimas für den
April wohl gestoppt ist. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen verbessern sich leicht. Der Arbeitsmarkt zeigt sich relativ robust, die Arbeitslosenzahlen haben sich nicht dramatisch erhöht. Für die Psyche der Bürger ist dies ein unschätzbarer Vorteil. Nicht zuletzt auch die von vielen Super-Liberalen kritisierten sozialen Sicherungssysteme, einschließlich des Kurzarbeitergeldes für die Unternehmen, haben ihren Beitrag zur Sicherung des Konsums geleistet.
Die Stärkung dieser Inlandsnachfrage sollten Politik und Wirtschaft weiter in den Blick nehmen. In der derzeitigen Situation kommt dafür sogar eine etwas stärkere Anhebung der Löhne und Gehälter in Frage, denn die Arbeitnehmer haben in den letzten Jahren den Gürtel immer enger geschnallt und geholfen, die Wirtschaft international konkurrenzfähig zu machen. Sind wir zu erfolgreich? Unsere EU-Partner sehen das so, denn unsere Exportüberschüsse sind die Defizite der anderen. 08/10
Peter Skop