„Wir werden demnächst den Bereich Kindermode und -schuhe ausweiten, weil viele Sportswearlabels Kinderlinien führen, aber oft kein richtiges Umfeld für ihre Kollektionen finden“, sagt Karl-Heinz Müller, Chef der Bread & Butter, der gerade genüsslich auf eine mega-erfolgreiche Berliner B&B zurückblickt.
Kindermode? Wo das doch so ein schwieriges Geschäft ist, weil die ganzen Filialisten den inhabergeführten Händlern das Leben schwer machen und immer mehr Kinder(schuh)abteilungen der üblichen Sorte schließen? Wo gestandene Kindermarken wie Pampolina, Zanetta oder Kanz mehr als zu kämpfen haben?
Müller, der das Geschäft mit der Emotion bestens versteht, weiß sicher schon genau, wie Kids Brands zu inszenieren sind: Mit viel Emotion und Lifestyle - wie sein Messeumfeld eben.
Und das ist der Punkt, an dem es auch in vielen Kinderschuhabteilungen hapert. Elfjährige mit Größe 39 wollen weder Clown und Plastikrutsche, noch zwischen Damen und Herrenschuhen auswählen. Sie wollen ihre eigene Welt, weil sie anders ticken als früher, andere Wünsche und Bedürfnisse haben, vor allem ihren eigenen Geschmack. Bis Größe 35 besorgt in der Regel Mama das Geschäft, doch ab dann ist Mitsprache angesagt.
Dann verführen Labels, Lifestyle und Umfeld. Dann ist es den Sprösslingen egal, ob sie sich die Füße verderben, weil es in Chucks immer mehr Spreiz- und Schweißfüße gibt, oder ob sie in den breit geschnittenen Ugg und Emus herumschwimmen wie in einem Boot und die Hacken schief treten. Die neuen Kinderwünsche kommen aus der Lifestylewelt der Erwachsenen, und da gibt es bestimmt jede Menge Spielraum diese kindgerecht umzusetzen. 03/10
Ilona Sauerbier