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  • 18.06.2009 | Vertriebskonzepte

    BTE: Nicht so früh reduzieren

    Der Bundesverband Textileinzelhandel (BTE) warnt davor, bereits jetzt großflächig und allzu plakativ zu reduzieren oder zumindest den Eindruck zu erwecken, dass bereits massiv mit dem Rotstift gearbeitet wird.

    Vor allem für sommerliche Ware dürfte die Saison im breiten Markt gerade erst begonnen haben und die traditionell wärmsten Monate stünden erst noch bevor. Viele Kunden suchten dann Sommerware – werden aber oft nicht mehr fündig. Der inoffizielle Sommer-Schluss-Verkauf beginnt ab 27. Juli.
    Das Frühjahr war für viele Modehändler ein Wechselbad der Gefühle, schreibt der BTE. Nach einem schwierigen März hat der sonnige April hohe Zuwächse gebracht. Seit Mai habe sich die Stimmung – auch wegen des durchwachsenen Wetters - wieder eingetrübt. Einige Häuser liegen damit im Umsatz wieder unter dem Vorjahr. Besonders davon betroffen sind vor allem Fachgeschäfte mit einem starken Umsatzanteil im Luxusgenre.
    Die Folgen der Umsatzeinbußen sind hoher Warendruck und schwache Liquidität. Diese Situation führt im Modeeinzelhandel traditionell zu Unruhe an der Preisfront. Es verwundert deshalb nicht, dass schon Anfang Mai die ersten Unternehmen mit Reduzierungsaktionen an die Front gehen. Vor allem Übergangsware bzw. Artikel aus älteren Monatsprogrammen wurden runtergezeichnet.
    Einer Studie der GfK Textilmarktforschung von 2007 zufolge kaufen immer mehr Leute ihre Bekleidung spontan: 64 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer. Und sie ärgerten sich, wenn sie im Juli oder August kein ausreichendes Angebot an Sommerware mehr vorfinden. Mehr als die Hälfte der befragten Konsumenten empfiehlt dem Modehandel deshalb, seine Sortimente mehr den tatsächlichen Temperaturverläufen anzupassen.
    Zumindest im breiten Markt seien allzu frühzeitige „Wetter-unabhängige“ Reduzierungen nicht sinnvoll, folgert der BTE. Es bestehe die realistische Chance, die Phase mit regulären Preisen merklich zu verlängern und damit die Rendite – wie auch die Glaubwürdigkeit der Preisgestaltung im Modehandel – deutlich zu erhöhen. Punktuelle Preisnachlässe bei schwer verkäuflichen Artikeln oder bei Restanten von Monatsprogrammen bleiben dabei außen vor. 13/09

    Ilona Sauerbier

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