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  • 16.09.2009 | Studien/Marktanalysen

    Einzelhandel hat nur bescheidene Erwartungen

    Im ersten Quartal setzten die Einzelhandelsunternehmen nominal 2,9 Prozent weniger um als im Vorjahr, erklärte heute HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vor der Presse. Das zweite Quartal sah mit einem Minus von 0,9 Prozent etwas besser aus.

    In den ersten sieben Monaten des Jahres sank der Umsatz des klassischen Einzelhandels (ohne Kfz, Brennstoffe, Apotheken) um nominal 1,7 Prozent. Damit gaben die Verbraucher von Januar bis Juli 3,8 Milliarden Euro weniger im Einzelhandel aus als im Vorjahreszeitraum. Aufgelaufen liegt der Umsatz des Einzelhandels in den ersten sieben Monaten bei 221,7 Milliarden Euro. Die Zahlen der amtlichen Statistik decken sich mit den Ergebnissen der aktuellen HDE-Konjunkturumfrage, so Genth. Ein knappes Drittel der befragten Unternehmen konnte im ersten Halbjahr ein Umsatzplus erzielen. 42 Prozent mussten Einbußen hinnehmen. Vergleichsweise gut verlief die Entwicklung im Einzelhandel mit Mode und Schuhen, Möbeln sowie Kosmetik und Körperpflegemitteln. Unternehmen im Bereich Bau- und Heimwerksartikel verzeichneten hingegen häufiger Umsatzrückgänge.

    Der HDE geht daher weiterhin davon aus, dass der Einzelhandel 2009 einen Umsatzrückgang von nominal minus zwei Prozent verkraften muss. Laut der Konjunkturumfrage gehen lediglich sechs Prozent der Unternehmen aktuell davon aus, dass der Tiefpunkt der Krise bereits vorbei ist. 40 Prozent rechnen damit, dass erst 2010 die Talsohle erreicht wird. Die Umsatzerwartungen für das zweite Halbjahr 2009 sind entsprechend bescheiden. Lediglich ein Viertel der befragten Betriebe erwartet ein Umsatzplus, gut ein Drittel rechnet mit Umsatzrückgängen zum Vorjahr. Vergleichsweise optimistisch blickt der Handel mit Lebensmitteln und elektronischen Erzeugnissen auf die zweite Jahreshälfte.

    Im Hinblich auf die Bundestagswahl und an die künftige neue Regierung gerichtet sagte Genth, „Steuer- und Abgabenerhöhungen wären das letzte, was der Einzelhandel gebrauchen kann.“ Jeder noch so geringe Spielraum zur Steuer- und Abgabensenkung müsse genutzt werden. Oberste Priorität für die neue Bundesregierung müsse die Stärkung des privaten Verbrauchs haben. Dazu müssten vor allem die Bezieher von mittleren Einkommen entlastet werden. Ebenso dringend seien Korrekturen bei der Besteuerung von Kosten wie zum Beispiel Ladenmieten im Rahmen der Unternehmensteuerreform.

    Peter Skop

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