Plateau von Ramarin
Allen Gegenmaßnahmen zum Trotz ist auch die brasilianische Schuhindustrie von der Wirtschaftskrise betroffen. Brazilian Footwear setzt auf Messepräsenz.
Wie Abicalçados, der größte Schuhverband der Welt, der rund 8000 Schuhhersteller vertritt, mitteilt, weisen die Schuhausfuhren Brasiliens nach den ersten fünf Monaten des Jahres einen mengenmäßigen Rückgang von 27,3% und einen umsatzmäßigen Verlust von 28,6% im Vergleich zum Vorjahr auf. Von Januar bis Mai lieferte das Land 57,1 Mio. Paare (Vj.: 78,6 Mio. Paare) mit Deviseneinkünften in Höhe von 560,1 Mio. US-Dollar (784,3 Mio. US-Dollar) aus. „Neben der globalen Rezession, welche die wichtigen Wirtschaftsländer der Erde erschüttert und damit auch den Konsum beeinträchtigt, beeinflusst auch der Protektionismus der Industrien einiger Länder die Geschäfte negativ; Argentinien, Ecuador und Venezuela haben entsprechende Maßnahmen ergriffen“, sagte der geschäftsführende Direktor des Schuhverbandes, Heitor Klein.
Der größte Importeur von Schuhen „made in Brazil“ bleiben die Vereinigten Staaten von Amerika, bei denen sich die Verluste auch auf mengenmäßig -33% und umsatzmäßig -34,8% kumulierten. An zweiter Stelle folgt Großbritannien, Argentinien war der drittwichtigste Handelspartner für die brasilianische Schuhindustrie. Aus der Liste der 25 wichtigsten Käuferländer von brasilianischen Schuhen wiesen lediglich drei Länder Wachstum auf.
Um diesem Negativtrend trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise entgegenzuwirken, setzten die brasilianischen Schuhunternehmen weiterhin auf Messeteilnahmen und Werbeaktivitäten. In Partnerschaft mit Apex-Brasil (der brasilianischen Behörde für Handels- und Investitions-Förderung) führt Abicalçados eine Reihe von Aktionen zur Erhöhung des Exportvolumens durch sowie zur Dezentralisierung der Ausfuhren, d.h. mehr Präsenz brasilianischer Schuhe auf der gesamten Weltkarte. Die Ergebnisse dieses Projektes werden unter dem Namen „Brazilian Footwear“ zusammengefasst. Kontinentaleuropa gilt den Brasilianern dabei als eine der vielversprechendsten Regionen für den Export von hochwertigen brasilianischen Schuhmarken. Um die Exporte nach Europa weiterhin zu steigern und wieder an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen, nimmt Brazilian Footwear auch im zweiten Halbjahr des Jahres 2009 wieder an Messen wie GDS, Micam oder Modacalzado teil.
Peter Skop